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Erstes Frühjahr für Sachsens einzige Natur-Stiftung

Erstes Frühjahr für Sachsens einzige Natur-Stiftung

Für die voriges Jahr gegründete gemeinnützige "Stiftung Partheland in Sehlis" beginnt nun die erste Frühjahrssaison. Und schon folgen den Ankündigungen von Aufforstung und Renaturierung zahlreiche Taten.

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Carlo Bergmann (links) freut sich mit Roland Gasch über die neuen Hecken.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Auf den vom Sehliser Carlo Bergmann in die Stiftung eingebrachten Flächen sind derzeit Naturfreunde und eine Abriss-Firma voll bei der Sache.

Ein richtiges Kleinod soll in der Parthenaue am verlängerten Treesenweg bei Sehlis entstehen. Rund 2500 Tonnen Stahlbeton wurden hier in den vergangenen zwei Wochen abgebrochen und recycelt. Vier alte Futtersilos für die Tierproduktion der früheren LPG sind mit schwerer Technik niedergerissen und zerkleinert worden. Voriges Jahr waren die Anlagen noch als Zwischenlager für Düngemittel an das Gut Engelsdorf verpachtet worden. Doch damit ist nun Schluss. Auch der größte Teil der versiegelten Böden soll vom Beton befreit werden. Lediglich die Scheune und eine Zufahrt samt Wendehammer für Landwirtschafts-Fahrzeuge bleiben nach Informationen von Katrin Gottschalk erhalten. Sie ist die zuständige Mitarbeiterin im Fachbereich Bauwesen und erklärt: "Die Fläche hier wird genutzt, um die Ausgleichsmaßnahme für das neue Wohngebiet an der Wurzner Straße vorzunehmen. Für die Aufforstung werden Laubmischgehölze, Büsche und Sträucher eingesetzt. Das ist ein sehr schönes Auenlandschaftsprojekt, so wie es dem Stiftungsgedanken nach auch sein sollte." So würden auch die beiden Güllegruben entleert und dann verfüllt. An ihrer Stelle soll eine ökologische Flachwasserversorgung für Kleintiere wie Amphibien und Vögel entstehen. Die Tränke werde vom Dachwasser der Scheune und von Oberflächenwasser gespeist. "Dieses Biotop wird wirklich ein richtiges Kleinod", freut sich auch die Leipziger Landschaftsarchitektin Cathleen Wentow, die die Renaturierung fachlich begleitet und plant.

Der Stiftungsinitiator Carlo Bergmann sieht mit Genugtuung, dass es voran geht. Laut Landesdirektion Sachsen ist die Stiftung Sehlis die einzige der 450 Stiftungen in Sachsen, bei der es allein um Naturschutz geht. Bergmann hatte rund 90 Hektar privates Land in die Stiftung eingebracht, um der Natur Gutes zu tun (die LVZ berichtete). Dazu gehört seiner Meinung nach eben auch, die "ausgeräumte Landschaft" wieder zu füllen. Zum Beispiel mit Bäumen und Hecken. Der engagierte Grünen-Stadtrat Roland Gasch gehört dabei sowohl für die Stiftung als auch für praktische Tätigkeiten zu Bergmanns Mitstreitern. So sorgt Gasch dafür, dass auf einer der Flächen an den Sehliser Pferdekoppeln auf knapp 300 Meter Länge vier Reihen Büsche und Bäume in die Erde kommen, Rund 850 Pflanzen sind es insgesamt, die jetzt Wurzeln schlagen und bald austreiben, um später Tieren Deckung und Nahrung geben zu können. Vogelkirschen, Hainbuchen, Feldahorn, Traubenkirschen, Ebereschen, Waldhimbeeren sind nur eine Auswahl jener Sorten, die Gasch hier pflanzt.

Unweit von Bergmanns Vierseitenhof zimmern die Panitzscher Gotthard Ulbrich (76) und dessen Sohn Rainer (48) am Partheufer eine ganz besondere Nisthilfe. Die beiden in der Nabu-Fachgruppe Falkenhain organisierten Ornithologen nutzen das Fundament einer ehemaligen Brücke und bauen darauf dem Eisvogel ein Zuhause. "Die brüten ja sonst in Stallwänden oder Wurzelstellen, das muss simuliert werden", begründet Ulbrich Junior den massiven und teils mit Lehm ausgefüllten Kasten. Das Partheufer selbst sei für die Vögel zum Nisten zu niedrig, ansonsten aber sei das Flüsschen mit seinem wieder sauberen Wasser und erhöhtem Fischbestand ein idealer Lebensraum in der Aue für den Eisvogel.

Bergmann sieht's mit Freuden. Der 65-Jährige erzählt begeistert von einer weiteren Vision. Ein Altarm der Parthe soll nahe seines Hofes möglichst wiederbelebt und in den Zustand von 1860 zurückversetzt werden. Im Rahmen eines Partheland-Projektes der TU Dresden seien bei Workshops dazu bereits Ideen gesammelt worden, berichtet Bergmann.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.03.2014
Olaf Barth

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