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Taucha Experte empfiehlt radikalen Schnitt
Region Taucha Experte empfiehlt radikalen Schnitt
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14:34 19.05.2015
Fachmann Armin Galler erklärt Hobby-Winzern auf dem Tauchaer Schlossberg, wo die Schere angesetzt werden sollte. Quelle: Reinhard Rädler

Und die gab es von dem aus einer alteingesessenen Weinbauernfamilie in Rheinhessen stammenden Winzer reichlich, denn der kann inzwischen auf mehr als 40 Jahre Berufserfahrung zurückblicken.

"So radikal, wie Herr Galler, habe ich die Schere bei meinen drei Weinstöcken zu Hause nie angesetzt", gestand Rolf Klapproth aus Mockau, denn von einem dichten Astgeflecht eines Rebstockes blieben am Ende nach Gallers Scheren- und Sägeeinsatz nur noch zwei einsame Ruten übrig. Damit er in seinem Garten nun am anschaulichen Beispiel alles nachvollziehen kann, hat er die praktische Vorführung gleich mit seiner Videokamera gefilmt.

"So, den Kandidaten hier werde ich jetzt mal in Form bringen, denn der Stock soll in die Trauben wachsen", sagte Experte Galler und setzte gleich die Säge an. "Was soll sonst noch weg? Wer bietet mehr?". Schnitt für Schnitt erläuterte er den Sinn der Maßnahme und wies darauf hin, dass man ein Jahr weiterdenken, sich seine Triebe erziehen müsse, die dann nicht mehr aus dem Altholz heraus wachsen sollen. Die Teilnehmer lauschten aufmerksam und machten sich Notizen. Auch Siegfried Kießling aus Wahren hat die vier Rebstöcke seines Spalierweins schon verschnitten, aber sehr zurückhaltend, wie er nun weiß.

Seit zwölf Jahren baut der Förderverein Schloss Taucha auf etwa 100 Quadratmeter Wein an. Die Anlage mit den Dornfelder Reben wird vom Team der Schlossvereinswinzer um Hauptwinzer Stephan Stichel betreut. Der Saft aus den Trauben der 106 Rebstöcke wird im Weingut Rollsdorfer Mühle am Süßen See bei Eisleben gekeltert. "Gegen eine Spende kann man beim Förderverein eine Flasche Tauchaer Schlossbergwein oder sogar einen hochprozentigen Tauchaer Schlossbrand erwerben", empfahl Hobbywinzerin Elke Kabelitz ein süffiges Taucha-Souvenir.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.02.2014
Reinhard Rädler

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