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Flexiblere Zeiten auch bei Hortbetreuung gefordert

Flexiblere Zeiten auch bei Hortbetreuung gefordert

Der Ruf von einigen Müttern nach flexibleren und auch längeren Betreuungszeiten in den Tauchaer Kitas (die LVZ berichtete) ist auf ein großes Echo gestoßen – auch bei Eltern von Grundschülern, die in Ferienzeiten Nöte mit dem Hort haben.

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Für Eltern mit Kind ist es oft gar nicht so leicht, neben der Kinderbetreuung auch noch arbeiten zu gehen.

Quelle: dpa

Taucha. Nicht nur Mütter würden mehr Flexibilität in den Tauchaer Kitas fordern, meint Peter Gutzeit. Berufstätige Eltern bräuchten mehr Flexibilität auch in den Horten, so der Elternsprecher der Regenbogenschule. Im Vorjahr sei versucht worden, mit der Hortleitung darüber zu reden – vergebens.

Es gebe maximal einen Sechs-Stunden-Betreuungsvertrag für Horte in Taucha. In den Ferien habe der Hort von 7 bis 16 Uhr geöffnet. „Eltern, die berufstätig sind und eine Vollzeitstelle haben, müssen ein wahres Organisationstalent entwickeln, um ihre Kinder vor Schließung der Einrichtung zu bringen oder abzuholen“, erklärt er. Er fange beispielsweise früh um 6.30 Uhr an zu arbeiten, seine Frau müsse nach Böhlen zur Arbeit fahren – „dann funktioniert das alles nicht mit den Zeiten“, erläutert er frustriert. Entweder die gesamte Familie werde zum Bringe- und Abholdienst organisiert oder der Arbeitgeber sei kulant und verkürze in den Ferien die Arbeitszeit („in der heutigen Zeit kaum zu finden“, so Gutzeit). Wenn das alles nicht ginge, müssten die Eltern für den Mehrbetreuungsaufwand bei neun Stunden Aufenthalt sechs Euro am Tag und pro Kind extra zahlen, also 30 Euro die Woche. „Sollte hier nicht im Interesse der berufstätigen Eltern, die keine Zuschüsse vom Staat erhalten, großzügiger gehandelt werden, oder werden diese Eltern zusätzlich bestraft?“, fragt er.

Gutzeit will jetzt den Kontakt zu den Müttern suchen, die sich unter anderem an der Kindertagesstätte St. Moritz für ein Aufweichen der bislang starren Verträge stark gemacht und eine reguläre Betreuung über neun Stunden hinaus, wie in anderen Städten auch üblich, gefordert haben.

Die Jusos Nordsachsen sehen die Verantwortung dafür bei der Stadt Taucha. „Es geht hier nicht nur um den Wunsch einzelner Eltern, sondern auch vielmehr darum, Taucha als Stadt und Lebenszentrum offener und freundlicher zu gestalten“, so der stellvertretende Kreisvorsitzende Felix Hoffmann aus Taucha in einer Mitteilung gestern.

Ein Blick auf Städte wie Leipzig, wo es ohne Kostenerhöhung eine Zehn-Stunden-Betreuung gibt, helfe da. Schon jetzt liege der Höchstsatz in Taucha bei vielen Eltern an der Schmerzgrenze. Die satzungsgemäße Umlage von 72 Euro extra monatlich für eine Mehrbetreuung verprelle nicht nur die Eltern, sondern sei auch ein Zustand, den eine soziale Stadt in einem strukturschwachen Kreis nicht dulden solle.

Die Jusos plädieren daher für eine Änderung der Kita-Satzung und ein Abschaffen der Strafgebühren, falls sich ein Elternteil bei der Abholung mal verspäten sollte. „Denn schon wegen fünf Minuten einen Strafbeitrag zu erheben, ist für uns ein Skandal“, so Hoffmann. Die Jusos würden nun Flexibilität von allen Beteiligten erwarten. „Die Eltern sollen merken, dass sich diesem Thema gewidmet wird und dass sie sich in Taucha gut aufgehoben fühlen dürfen“, so Hofmann.

Mehrere Stadträte hatten angekündigt, das Thema im zuständigen Ausschuss beraten zu wollen. Die Sitzungen sind nicht öffentlich.

Jörg ter Vehn

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Taucha in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Nordsachsen

Fläche: 33,23 km²

Einwohner: 15.128 Einwohner (Dezember 2015)

Bevölkerungsdichte: 455 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04425

Ortsvorwahlen: 034298

Stadtverwaltung: Schlossstraße 13, 04425 Taucha

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