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Taucha Frühblüher am Staditzteich
Region Taucha Frühblüher am Staditzteich
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00:00 05.04.2011
Mit Naturschützer Bernd Hoffmann (rechts) gibt es bei den Frühlingswanderungen des Zweckverbandes Parthenaue immer etwas zu entdecken. Hier zeigt er im Tauchaer Staditzwald den Teilnehmern Frühblüher wie diese Buschwindröschen. Quelle: Benjamin Böhme
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Taucha

Goldstern, Windröschen und März-Veilchen verwandeln den Waldboden derzeit in einen Teppich aus Farben, wie Hoffmann bei einer Führung am Sonnabend zeigte. Doch bald habe das Schauspiel ein Ende. In gut einer Woche würden Brennnessel und Giersch die Blütenpracht überwuchern.

Der kleine Rundweg durch den Staditzwald ist gut in Schuss: Nico, Bianca, Alex und Chris von der Naturschutzgruppe „Parthenfrösche“ kontrollieren regelmäßig im Frühjahr die Strecke. Die Kinder und Jugendlichen kümmern sich seit Jahren um den zwei Kilometer langen Naturlehrpfad. Liebevoll reinigen sie die Hinweistafeln, ziehen Schrauben an einigen Schilden nach. Zwar wurde durch Randale in letzter Zeit am Teich ein Rast-Unterstand zerstört (LVZ berichtete), weitere Schäden mussten die „Frösche“ jedoch nicht registrieren. Die jungen Naturschützer spazieren mit ihrem Mentor Bernd Hoffmann und über 20 Neugierigen durch den Frühling.

Die Boten der warmen Jahreszeit sind kaum zu übersehen: In großen Teppichen funkeln Frühblüher am Waldboden. Auf den ersten Blick ein weißer Teppich aus Buschwindröschen. Wer genauer hinguckt, kann jedoch auch echte Raritäten entdecken: „Der Wiesen- sowie der Ackergoldstern stehen auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Pflanzen“, sagt Bernd Hoffmann und zeigt auf eine unscheinbare Blüte. Kurz hält er inne, bevor sein Zeigefinger nach links wandert und auf eine violett gefärbte Blume zeigt. „Das Lungenkraut ist ein Borretschgewächs“, erklärt er. „Die Blüten sind erst rosa und werden später blau.“

Für Helga Votteler besonders interessant: Im Staditzwald wächst auch Bärlauch. Die Tauchaerin schätzt das Kraut wegen seines guten Geschmacks. „Einmal im Jahr sammle ich es und friere es ein“, verrät sie. So habe sie das gesamte Jahr etwas davon. Selbst zieht sie in ihrem Garten Tulpen, Krokusse und Narzissen heran. Von der Farbenpracht ist sie dennoch überwältigt. „Die einzigartige Natur in und um die Parthestadt ist jederzeit einen Spaziergang wert“, resümiert sie.

Nicht nur allerlei Pflanzen künden vom Frühling. Buchfinken und Rotschwänze können derzeit wieder beobachtet werden. Wer Glück hat, sieht hier auch einen Rotmilan. „Insgesamt 100 Vogelarten tummeln sich in diesem naturschutzrechtlich geschützten Biotop“, informiert Hoffmann. Viele Vögel könne man zwar nicht sehen, ihr Gesang sei aber unüberhörbar. Genauso wie das Gequake hunderter Kröten, die sich im Staditzteich zurzeit paaren.

Doch nicht nur Vögel und Frösche sind wieder aktiv. Auch etliche Nutrias beginnen mit der Aufzucht des Nachwuchses und bauen Höhlen in die Uferböschung. Die Tiere sind eigentlich in Südamerika zu Hause, vor 20 Jahren wurden sie nach Öffnung der Farmen vermehrt auch in der Parthenaue in freier Natur beobachtet. Bernd Hoffmann schätzt, dass die Bieberratte am Staditzteich zum Problem werden könnte. „Die Tiere fressen Wasserpflanzen, die das Ufer befestigen und höhlen die Seiten des Sees aus“, sagt Hoffmann. „Im schlimmsten Fall könnte der Damm brechen, der den See in seiner Form hält.“

Allen Problemen zum Trotz: Nico, Bianca, Alex und Chris können vorerst zufrieden sein. Sie haben ihre Arbeit erledigt. „Der Weg ist für Wanderer begehbar und gut ausgeschildert“, meldet der 13-jährige Nico und blinzelt in die Sonne. Dann schwingen sich die Jungs und Mädchen wieder auf ihre Fahrräder – denn das ist neben dem Wandern auch die beste Art, zum Staditzteich zu gelangen.

Benjamin Böhme

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