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Taucha Für B87n „Leitplanken gesetzt“
Region Taucha Für B87n „Leitplanken gesetzt“
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21:00 05.03.2010
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Taucha

Die neue Bundesstraße 87 soll als leistungsfähige Trasse von Leipzig über Eilenburg und Torgau nach Brandenburg führen, vor allem die Elbregion näher an das Wirtschaftszentrum Leipzig heranführen. Wie berichtet, hatte der Regionale Planungsverband bereits im Vorjahr für den Raum Taucha auf die besonders sensible Querung der Parthenaue hingewiesen. Der Planungsausschuss schlägt jetzt der Verbandsversammlung, die am 23. April endgültig entscheidet, vor, dass die neue Straße nördlich der bestehenden Bundesstraße 87 realisiert werden soll. Für die Suche nach einer neuen Trassenvariante solle der Untersuchungsraum im Norden geöffnet werden und auch die bestehende Staatsstraße 4 Krostitz-Eilenburg beinhalten, erklärte Berkner. Die vorgenommene Umweltprüfung erlaube aber kein gänzliches Verbot einer Parthequerung südlich von Taucha, erläuterte er weiter. Um Schaden von dem sensiblen Landschaftsraum abzuwenden, solle – falls sich eine Nordtrasse nicht realisieren lässt – eine bereits vorhandene Parthenquerung auch für das neue Vorhaben genutzt werden. Auf Drängen des Leipziger Stadtrates Jens Herrmann, der den Baubürgermeister Martin zur Nedden vertrat, wurde aus diesem „Soll“ der Vorlage ein „Ist“ – damit darf von der Ausnahme keine weitere Ausnahme gemacht werden. Eine solche Straße könne südlich der B87 also nur ohne eine neue Zerschneidung der Parthenaue gebaut werden, erläuterte Manfred Friedrich von der Planungsstelle. Berkner betonte, dass trotz der Einschränkungen beim Raumordnungsverfahren noch verschiedene Trassen untersucht werden könnten. Die B87n müsse ja nicht an der Autobahnanschlussstelle Leipzig-Mitte/B2 in Richtung Leipzig anbinden, sagte Friedrich. Die Formulierung im Bundesverkehrswegeplan, nach der die neue B87 von der Autobahnabfahrt Leipzig-Mitte über Eilenburg nach Torgau geführt soll, hatte die Planungsstelle zwar nicht als Festlegung für den Verlauf gedeutet, aber als Orientierung. Im Norden Leipzig lägen auch die strategischen Flächenreserven für die Ansiedlung eventueller neuer Industrie, erklärte Friedrich den Sinn. Bei einem funktionierenden innerstädtischen Verkehrssystem in Leipzig bestehe auch die Möglichkeit, den Verkehr der B87n im Norden einzubinden, sagte er in Richtung Leipzig, das sich gegen eine solche Anbindung bislang sträubt. Wegen des Änderungen müsse der Regionalplan erneut ausgelegt, die Öffentlichkeit beteiligt werden, so Berkner. Er rechne daher nicht vor dem vierten Quartal 2010 mit belastbaren Ergebnissen. Dietmar Röhl von der Landesdirektion erklärte, das derzeit ausgesetzte Raumordnungsverfahren dann zügig zu Ende führen zu wollen. Mathias Leutert von der Panitzscher Bürgerinitiative (BI) zum Erhalt der Parthenaue kritisierte den Untersuchungskorridor. Nicht konsequent sei, auf der einen Seite die Regelung im Bundesverkehrswegeplan als Orientierung zu nehmen, andererseits aber Untersuchungen südlich zu erlauben. „Wir wissen, dass die Festlegung damals in Berlin bewusst so formuliert wurde“, sagte Leutert. Auch Markus Zschiedel von der Tauchaer BI befand: „Die Kuh ist noch nicht vom Eis. Wir werden das Verfahren weiter beäugen.“ Der Verbandsvorsitzende, Landrat Gerhard Gey, sagte: „Ich verstehe ihre Skepsis, aber die Aussagen sind klar und gehen in ihre Richtung. Sie dürften sich mir ihren Interessen decken.“

Jörg ter Vehn

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