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Taucha Für Kreisstraße nach Pönitz bleibt’s bei 100 km/h
Region Taucha Für Kreisstraße nach Pönitz bleibt’s bei 100 km/h
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18:32 31.01.2018
Die Kreisstraße zwischen Pönitz und Taucha ist wellig, kurvig und sehr schmal. Die Fahrbahnränder sind an vielen Stellen kaputt und ausgefahren. Quelle: Foto: Olaf Barth
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Taucha

Für die Ortsverbindungsstraße zwischen Taucha und Pönitz wird es auch künftig keine Geschwindigkeitsbegrenzung geben. Das teilt das Landratsamt Nordsachsen auf LVZ-Anfrage mit. „Die Straße genügt den allgemeinen Verkehrsbedürfnissen. Es gilt jedoch immer der Grundsatz, dass eine Straße nur so schnell befahren werden darf, wie es ihr Zustand erlaubt. Bei Straßenschäden wie welligen, eingedellten Oberflächen oder Spurrillen muss das Tempo auf ein verkehrssicheres Maß herabgesetzt werden“, verweist die Behörde auf entsprechende Festlegungen in der Straßenverkehrsordnung (StVO). Die zulässige Höchstgeschwindigkeit laut StVO dürfe nicht mit einer Mindest- oder Richtgeschwindigkeit verwechselt werden. Auf Landstraßen sind 100 Km/h erlaubt, sie müssen aber nicht gefahren werden.

Anwohner sehen Gefahren für Radfahrer

Diese Hinweise würden auch für die anderen oft kritisierten Zustände der Straße gelten: geringe Straßenbreite, schwere Einsehbarkeit durch Hügel und Kurven und im Sommer auch durch hochstehende Nutzpflanzen. „Das ist kreuzgefährlich, da wird einem Angst und Bange, gerade wenn man sieht, dass hier Leute auch noch mit dem Fahrrad unterwegs sind“, sagte gegenüber der LVZ eine Pönitzerin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Ihrer Meinung nach würde eine Geschwindigkeitsreduzierung die Raserei auf dieser Straße wenigstens etwas eindämmen. Auch der Pönitzer Klaus Blümel sieht hier dringenden Handlungsbedarf: „Wir fahren jeden Tage diese Strecke. Die Straße ist einfach zu schmal, hier muss die Geschwindigkeit herabgesetzt werden. Wir haben an den Landkreis geschrieben, aber es passiert nichts. Es gab hier im Lauf der Jahre schon drei tödliche Unfälle“, klagt der 74-Jährige.

Der jüngste Unfall am 8. Januar, der den Tod eines 49-Jährigen zur Folge hatte, löste auch eine kritische Nachfrage im Tauchaer Stadtrat aus. Der Abgeordnete Frank Junge (CDU), selbst Pönitzer, hatte von der Stadtverwaltung gefordert, sich beim Landratsamt Nordsachsen zu erkundigen, wie es mit der Straße weiter gehen soll. Auch 2015 sei es auf dieser Straße zu einem tödlichen Unfall gekommen. Der Brief nach Torgau ist inzwischen raus. Das Landratsamt verweist allerdings darauf, dass die beiden Unfälle nicht miteinander vergleichbar seien und ursächlich durch das Verhalten der Fahrzeugführer bedingt waren.

Kreisstraße kein Unfallschwerpunkt

„Die Anordnung von Geschwindigkeitsbeschränkungen aus Sicherheitsgründen kommt auf bestehenden Straßen insbesondere in Betracht, wenn Unfalluntersuchungen ergeben haben, dass häufig geschwindigkeitsbedingte Unfälle aufgetreten sind. Der Bereich der K 7422 zwischen Pönitz und Taucha zeigte in den vergangenen Jahren keinerlei Unfallauffälligkeiten, weder als Unfallstelle noch als Unfallhäufungslinie“, heißt es aus der Behörde weiter. So gebe es derzeit kein Verfahren und dem folgend derzeit auch keine Anordnung für eine Geschwindigkeitsreduzierung.

Generell seien Straßenverkehrsbehörden angehalten, Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen nur dort anzuordnen, wo dies auf Grund der besonderen Umstände zwingend geboten sei. Im genannten Straßenabschnitt der K 7422 werde aus beiden Fahrtrichtungen mit Achtungszeichen zusätzlich der Hinweis auf die dort befindliche Kurve gegeben, führte die Behörde aus.

Von der LVZ nachgereichte Fragen, ob eine Sanierung der Straße in dem Bereich oder wenigstens eine Reparatur der teils ausgefahrenen Randstreifen geplant ist, befinden sich noch in der Beantwortung. Ebenso die Frage, ob und wann der Landkreis hier beabsichtigt, den dringend benötigten Radweg zu bauen. Die Antworten werden nachgereicht, dieses Thema wird viele Pönitzer und Tauchaer auch künftig weiter beschäftigen.

Von Olaf Barth

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