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Gespräche über „Bogumilspark“ in Taucha gehen weiter

Ende der „Eiszeit“ in Sicht? Gespräche über „Bogumilspark“ in Taucha gehen weiter

Auf der Fläche des geplanten Tauchaer Wohngebietes „Bogumilspark“ tut sich weiterhin nichts. Allerdings gibt es jetzt wieder Gespräche zwischen dem zuständigen Immobilienentwickler und der Stadtverwaltung. Beide haben unterschiedliche Auffassung über die Zukunft des Areals.

Direkt an der B 87 liegt in Taucha das mit Bäumen gesäumte Grundstück von Immobilien-Entwickler Eberhard Hickethier. Die Bautafel kündet von seinen Plänen.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Seit Monaten wirbt eine große Tafel an der Leipziger Straße für das Wohngebiet „Im Bogumilspark“. Seit einiger Zeit prangt darauf sogar ein Aufkleber „Über 50 % reserviert!“. Doch baulich tut sich auf der Brachfläche zwischen B 87 und Ernst-Moritz-Arndt-Straße weiterhin nichts. Der Rechtsstreit zwischen Investor auf der einen und Tauchas Stadtverwaltung sowie dem Landratsamt Nordsachsen auf der anderen Seite ist noch nicht ausgestanden. Allerdings gibt es wieder Gespräche zwischen den zerstrittenen Parteien.

„Beide Seiten sind der Meinung, dass es niemandem etwas nutzt, wenn diese Fläche bis zum Sankt Nimmerleinstag ungenutzt liegen bleibt und sich der Rechtsstreit unendlich in die Länge zieht“, sagte diese Woche Tauchas Bürgermeister Tobias Meier (FDP) gegenüber der LVZ. Die Gespräche würden weitergeführt, der Kontakt sei nie ganz abgerissen. Zu inhaltlichen Dingen wollte sich Meier mit Verweis auf die laufenden Verfahren nicht äußern. Er machte lediglich noch einmal den Standpunkt der Stadt klar, dass es einen gültigen Vorhaben- und Erschließungsplan gibt.

Dieser Plan aus dem 1990er-Jahren sieht den Bau eines Hotels an dieser Stelle vor. Doch dazu ist es nie gekommen. Der aus dem Raum Stuttgart stammende Immobilien-Entwickler und Investor Eberhard Hickethier will die knapp 15 000 Quadratmeter große und in 16 Parzellen aufgeteilte Fläche für Wohnbebauung und ein Ärztehaus nutzen (die LVZ berichtete). Doch bisher besteht die Stadt auf der Umsetzung des alten Planes. Taucha, so hieß es schon in der Vergangenheit mehrfach auf Nachfrage, will sich schlichtweg nicht die Fäden für die Stadtentwicklung an prominenter Stelle aus der Hand nehmen lassen. Allerdings gibt es auch in der Parthestadt Stimmen, die angesichts der großen Nachfrage nach Grundstücken für den Wohnungsbau die Haltung der Stadt kritisch sehen. Denn wie mehrfach berichtet, wachsen allerorten in Taucha neue Wohngebiete beziehungsweise Eigenheimstandorte auf verschiedensten Flächen, die binnen Kurzem auch ausgebucht sind. Das betrifft sowohl städtische als auch private Bauvorhaben. Von einem tatsächlichen Bedarf für ein Hotel allerdings war in den letzten Jahren weder von der Stadt noch von privaten Investoren etwas zu hören.

Vielleicht ist es schlicht die Macht des Faktischen, die die beiden Kontrahenten, also Stadt und Investor, wieder an einen Tisch führt. Hickethier war zuletzt am 9. September bei Fachbereichsleiterin Barbara Stein im Tauchaer Rathaus und bereitet sich nun auf ein weiteres Gespräch Ende dieses Monats vor. Auch er möchte aufgrund der laufenden Verfahren inhaltlich nicht allzu konkret werden. Denn die drei Verfahren vor dem Verwaltungsgericht würden weiter laufen. Zum einen klagte Hickethier gegen die Stadt Taucha, da sie seiner Meinung nach zu Unrecht nicht den „uralten“ Vorhabenplan zugunsten der von ihm beabsichtigten Wohnbebauung aufhebt. Und zum anderen klagte Hickethier zweimal gegen das Landratsamt Nordsachsen wegen abschlägiger Bescheide zu seinem Vorhaben.

Allerdings würde auch Hickethier, sagte er auf LVZ-Anfrage, eine außergerichtliche Einigung vorziehen. Er klage ja nicht um des Klagens willen. So würde es in den jetzigen Gesprächen auch um eine alternative Bebauung gehen, was mit einer leichten Abwandlung seiner Pläne einhergehen würde. Er verstehe die städtebaulichen Absichten der Stadt, sollte sie im Fall eines Abrückens von den Hotel-Plänen bestimmte Vorstellungen für eine Wohnbebauung haben. Gingen die Gespräche in diese Richtung, würde Hickethier auch eine weitere Bauvoranfrage bezüglich einer alternativen Bebauung stellen.

Von Olaf Barth

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