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Goldene Wetterfahne strahlt wieder über Taucha

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Gut zwei Stunden Arbeit, geschickte Hände und einige Liter Schweiß waren gestern Vormittag nötig, um der Tauchaer Stadtkirche St. Moritz die frisch vergoldete Spitze wieder aufzusetzen.

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Geschafft: Die vergoldete Wetterfahne samt Stern krönt wieder die St.-Moritz-Kirche. Bauarbeiter beginnen bereits mit dem Teilabbau des Gerüstes.

Quelle: Jörg ter Vehn

Taucha. Damit geht die Sanierung des Gotteshauses in ihre letzte Runde.

„Ist der Name meines Vaters noch auf der Fahne zu lesen?“ Mit dieser Frage überraschte Karin Döring gestern Vormittag die Handwerker um Christoph Müller aus Wurzen. Der Metalldrücker und seine Kollegen hatten in den letzten Monaten die Kirchturmspitze saniert, dabei auch die Wetterfahne ausgebessert und frisch vergoldet. „Der Name hält noch hundert Jahre“, sagte Müller. Dörings Vater, Schlossermeister Paul Lang, hatte 1966 die Fahne aus sechs Millimeter starkem Kupfer gefertigt, seinen Namen ins Blech gehämmert.. „Ich habe noch nie etwas so stabil Gebautes gesehen“, schwärmte Müller über die Arbeit des Tauchaers. „Ich würde zu gerne wissen, wie er damals an das dicke Kupfer gekommen ist“, so Müller.

Gut zwei Stunden benötigten Müller und eine handvoll Helfer, darunter auch Pfarrer Christian Gottfried Edelmann, die insgesamt 400 Kilogramm schweren Teile der Spitze in 46 Meter Höhe anzubringen. „Allein die Wetterfahne wiegt rund 100 Kilogramm“, erzählte Müller. Dick eingepackt in schützende Folie reisten die vergoldetene Teile nach oben. Jeder Stoß hätte die Goldschicht beschädigen können, „und ein Riss wäre sofort wieder ein Angriffspunkt für Wind und Wetter“, erklärte Bauingenieur Matthias Ritter-Müller. So wurde der Rest der Folie an der Wetterfahne erst entfernt, nachdem die Spitze befestigt und mit dem Rückbau des Gerüstes der Haube begonnen worden war. „Das wird vorsorglich gemacht, um einen Diebstahl der Teile zu verhindern“, so Pfarrer Edelmann.

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In fast 50 Meter Höhe wird noch schnell ein Foto von der neuen Pracht an der Kirchturmspitze gemacht

Quelle: Jörg ter Vehn

Der passionierte Bergsteiger war hoch oben am Kirchturm sichtlich in seinem Element. Noch am Boden hatte er eine Schatulle für die Turmkugel mit einer aktuellen LVZ, Informationen zu Gemeinde, Bauvorhaben und Kirchenvorstand, ein bisschen aktuellem Geld und der Festschrift des letzten Umbaus von 1966 gefüllt. Luftdicht in Kupfer eingepackt sollen die Informationen nun nachfolgenden Generationen Aufschluss geben über die Kirche und die heutige Zeit.

Selbst die Tageslosung für gestern, die der Kugel beigegeben wurde, passte: „Der Herr, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände“, lautete der Spruch aus dem fünften Buch Mose. An der erneuerten Kirchturmspitze in fast 50 Meter Höhe sprach Edelmann dann ein paar Worte der Besinnung und wünschte weiter alles Gute zur Sanierung.

Das wird die Gemeinde auch nötig haben. Wie berichtet, müsste neben dem Kirchturm eigentlich auch das Dach des Kirchenschiffes erneuert werden. Kosten: nocheinmal rund 250 000 Euro. Dabei fehlten noch etwa 28 000 Euro Spendengelder für die Turmsanierung, so Edelmann. Die koste insgesamt 356 000 Euro. 106 000 Euro flössen aus Fördertöpfen der Stadt, 95 000 Euro gebe die Landeskirche, der Rest seien Eigenmittel und Spenden. Wie berichtet, hatte der Kirchturm Risse im Felssteinmauerwerk, drohten die Dachplatten herunterzufallen. Das ist nun Geschichte: Auf Wunsch der Denkmalschützer sei die Haube nun aus Kupfer, erzählte Ritter-Müller. Die Risse seien verpresst, zwei „Bauchbinden“ aus Metall gäben dem Turm Stabilität. Zudem seien zehn Edelstahlbefestigungen durchs Mauerwerk getrieben und beidseitig mit Platten gespannt worden. Voraussichtlich im Oktober werde der Bau fertig.

Jörg ter Vehn

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