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Gotte Gottschalk: Jodel-Talent, Blues-Fan und Songschreiber

Gotte Gottschalk: Jodel-Talent, Blues-Fan und Songschreiber

Das hatten die wenigsten Besucher der 29. „Tauchaer Blauen Stunde“ des Kunst- und Kulturvereins erwartet, dass sich der musikalische Reigen des Talkgastes Gotte Gottschalk von Eric Clapton über Ostrock-Klassiker bis zum Gefangenenchor aus Verdis Nabucco spannte.

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Musikalischer Tausendsassa: Gotte Gottschalk bei der „Blauen Stunde“ im Café Esprit.

Quelle: Reinhard Rädler

Taucha. Überhaupt scheint die musikalische Welt des bekennenden Bluesfreundes, Fan der Beatles und Rolling Stones, des Komponisten und Interpreten geradezu riesig zu sein: Seine musikalische Laufbahn begann er als jodelnder Jung-Star, prägte wesentlich die DDR-Rockmusik mit, lieh aber später sogar dem Volksmusikstar Hansi Hinterseer auf dessen CD’s seine Stimme als Jodler.

Der 1948 in Erfurt geborene Musiker hatte von Band-Auflösungen und Neugründungen, aber auch Behördenwillkür und Auftrittsverboten so ziemlich alles erleben müssen. „Aber ich war Musiker durch und durch, konnte deshalb so manches wegstecken“, sagte er. Seine musikalische Heimat fand er schließlich in der Horst-Krüger-Band. Nach deren Auflösung startete er dann eine erfolgreiche Solokarriere. Nachdem er sich beruflich und persönlich immer mehr eingeengt fühlte, verließ er 1985 nach einem Auftritt in West-Berlin die DDR und konnte in München wieder künstlerisch durchstarten.

Heinz-Jürgen Gottschalk, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, war aber nicht nur musikalisch auf der Bühne präsent, er schrieb und schreibt als Axel Vagis auch Songs für viele Interpreten. Allein 18 Langspielplatten hat er mit Gaby Albrecht produziert. Auch für Nicole, Rosanna Rocci oder Jürgen Drews kamen Titel aus seiner Feder. Für Rex Gildo schrieb er dessen allerletztes Lied „Engel vergisst man nicht“. Sein Jodel-Talent konnte man auch in der Synchronisation der Muppet-Zeichentrickfilme hören.

Zu hören und zu sehen ist er aktuell mehr im Thüringischen. So beim „Rock meets Klassik“ am Erfurter Dom oder im Erlebnisbergwerk Merkers oder er tourt mit seiner Band „Vital“ durch die Lande. An einen Auftritt in Leipzig in den Achtzigerjahren kann er sich besonders erinnern: Ein Sternmarsch von FDJ und Komsomolzen ins Leipziger Zentralstadion, wo er mit den Puhdys vor 100 000 Zuschauern sein Lied „Wenn ich auf dem Rücken lieg“ sang.

Eine schwere Krankheit zwang ihn zu einer langen künstlerischen Pause. Wie viele seiner Leidensgenossen kam er in der Therapie zum Malen. Zum Song der Eagles „Love will keep us alive“ setzte er seine Gefühle in einem Gemälde um.

„Der Name Gotte Gottschalk war uns kein Begriff“, sagten Birgit und Olaf Schiebold aus Taucha, „aber seine Musik kennen wir schon, wir sind ja mit ihr groß geworden. Jetzt ist es schon wieder ein wenig Nostalgie für uns“.

Mit effektvoller Gitarrenbegleitung spielte und sang Gottschalk etliche seiner Kultsongs, wie den „Traum vom Baum“ und mit dem Beatles-Song „Let it be“ setzte er einen Schlusspunkt unter einen sehr stimmungsvollen und unterhaltsamen Abend.

Reinhard Rädler

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