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Grüner Ring legt Studie zur Erlebbarkeit der Parthe vor

Grüner Ring legt Studie zur Erlebbarkeit der Parthe vor

„Er schien bisher eher unauffällig, unspektakulär, plätscherte leise vor sich, manchmal, nach Regen, rauschte er auch durch angrenzende Wiesen, Felder, Dörfer, Betonmauern und durch schöne Parks.

Taucha. Er unterquert gebogene Brücken, unendlich lang scheinende Tunnel, ruft nach seinen Nachbarn in den abgewandten Wohnhäusern und erreicht nach einem mäandrierenden Betonbett die über ihm kreisenden Geier im Zoo, bevor er endlich in die Weiße Elster münden darf."

Derart poetische Worte über die Parthe fand Angela Zabojnik, Abteilungsleiterin Wasserwirtschaft bei der Stadt Leipzig jüngst zum Neujahrsempfang des Grünen Ringes Leipzig in Brandis. Der Grüne Ring hat es sich zu einem Schlüsselprojekt gemacht, die Erlebbarkeit der Parthe zu steigern.

Grund genug, die Landschaftsarchitekten des Büros bgmr mit einer Studie zu beauftragen, wie dieses Vorhaben realisiert werden kann. Von Borsdorf bis Leipzig sei der Fluss mit dem Rad abgefahren, teils auch mit dem Boot abgepaddelt worden, berichtete Henrike Hahmann von bgmr: „Wir haben fünf Strategien entwickelt." Als erstes müsse die Parthe als Fluss erlebbar gemacht werden. Hahmann schlug dafür den Bau von Wasserplätzen in jedem der 14 Orte vor, durch die der Fluss fließt. Gestaltung und Lage sollten individuell angepasst sein. Als nächste Strategie müsse der Fluss entfesselt und als solcher wieder besser wahrnehmbar gemacht werden. Die Parthe benötige dafür Platz, wo sie ihre Dynamik ausleben kann. In Taucha schlug Hahmann dafür vor, etwa den eingedeichten Bereich südlich der Schöppenteiche kontrolliert für den Fluss zu öffnen. Die Parthe erhalte so Raum, um sich gut sicht- und erlebbar auszubreiten. In Leipzig gebe es etwa die Chance, das schlecht bebaubare Areal der ehemaligen Wollkämmerei nördlich des Bahnhofes als Aktivierungsraum der Parthe zu nutzen. Erste Gespräche mit der Landestalsperrenverwaltung und dem Grundstücksbesitzer seien schon geführt worden.

Im Bereich der steinernen Parthe in Leipzig müsse der Flus wachgeküsst werden, erklärte Hahmann eine weitere Strategie. In diesem Zusammenhang seien dort bereits einige Kunstprojekte entstanden. In den Wölbleitungen stelle sie sich etwa Lichtinstallationen vor, die eine Durchfahrt zu einem spannenden Abenteuer machen könnten. Fünfte Strategie ist denn auch die wassertouristische Nutzung - aus technischen Gründen und wegen Naturschutzbelangen sei diese vorerst nur von Thekla bis zur Mündung in die Weiße Elster in Leipzig möglich. Immerhin wäre das noch etwa zehn Kilometer lange Reise. Dafür sei jedoch noch eine Vielzahl von Maßnahmen nötig, so müssten beispielsweise Ein- und Notausstiege im steinernen Bett geschaffen werden.

In Taucha befasst sich der Stadtrat am Donnerstag mit der Studie und den Möglichkeiten, die Parthe erlebbarer zu machen.

Jörg ter Vehn

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