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Taucha Grundschüler erforschen Lebewesen aus ihrem Teich
Region Taucha Grundschüler erforschen Lebewesen aus ihrem Teich
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12:12 22.07.2017
Nathalie Reitmajer aus dem Kinder-Umelt-Bus untersucht mit den Mädchen und Jungen die aus dem Teich geholten kleinen Lebewesen. Quelle: Foto: Olaf Barth
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Taucha

Auf den Tischen im Schulhof sieht es ein bisschen aus wie in einem Labor: Wasserproben in Schalen, Bechern und Eimern, Standlupen, Becherlupen und Binokulare zum Betrachten kleiner Lebewesen, dazu wissenschaftliche Zeichnungen vom Kleingetier zum Vergleichen. Und all diese und andere Hilfsmittel werden fleißig von Hortkindern der Tauchaer Grundschule „Am Park“ genutzt. Denn die Acht- bis Zehnjährigen haben sich dank eines Besuches des Kinder-Umwelt-Busses in kleine, wissbegierige Forscher verwandelt.

„Der kleine Teich im Gelände ist ja sonst aus Sicherheitsgründen gesperrt. Heute dürfen die Kinder hier aber unter Aufsicht mit ihren Gefäßen Wasserproben entnehmen und dazu mit den Keschern kleine Lebewesen herausholen, um sie dann zu bestimmen und zu beobachten“, erzählt Katharina Klauer. Die Tauchaer Umweltpädagogin von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt hat auf Wunsch des Hortes den Bus an die Parthe geholt. Wobei das kein Zufall ist. Denn der Hort hatte sich Ende Mai am „Grünen Kindertag“ in Leipzig beteiligt und bei einem Quizz zum Thema „Wasser“ gut abgeschnitten. Als Anerkennung für diese Leistung steht nun das „rollende Labor“ auf dem Schulhof. Der für den Hort kostenlose Besuch des Busses wurde auch deshalb möglich, weil der Verein der Freunde und Förderer des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) zum 25. Geburtstag des UFZ Geld gesammelt hatte und nun solche Besuche mit finanzieren kann.

Immer wieder halten die Kinder die Becherlupen mit den Wasserproben vor ihre Augen und staunen. Elegant schlängeln sich kleine Rollegel in dem Gefäß, Wasserflöhe, Insektenlarven, Taumelkäfer oder Rückenschwimmer werden entdeckt und bestimmt. Auch kleine Schnecken sind dabei, die wegen ihrer markanten Behausung Posthornschnecken genannt werden. Das alles wird untersucht und besprochen, ehe am Ende die ganzen Gefäße mit den kleinen Lebewesen wieder in den Teich entleert werden. Helfend zur Seite stehen dabei neben Klauer auch Umweltpädagogin Antje Enke und Nathalie Reitmajer, die gerade ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert.

Ausnahmsweise mal eher in der Zuschauerrolle ist da Horterzieherin Gabriele Strahl. „Eine tolle Aktion der Stiftung und des UFZ. Die Kinder haben sich voll darauf eingelassen und sind sehr interessiert. Damit wird das Wissen aus dem Unterricht gefestigt und vielleicht auch ein bisschen erweitert. Wir haben uns sehr gefreut, dass es mit dem Bus geklappt hat. Toll, was die da alles so an Material mitgebracht haben“, sagt die 54-Jährige, die mit ihren Kollegen jetzt in der Urlaubszeit rund 60 Ferien-Hortkinder betreut.

Die Begeisterung der Kinder ist groß. „Ich hatte gar nicht gewusst, dass es im Wasser Libellenlarven gibt. Alles andere hatte ich schon in der Schule gelernt“, erzählt Linus. Und seine Klassenkameraden Phileas und Theo finden die Forschungsstunde einfach nur „cool“. Die Untersuchungen beschränken sich aber nicht nur auf den Teich. Auch auf den Wiesen und in den Hecken soll geschaut werden, was da so alles „kreucht und fleucht“. Die 90 Minuten vergehen wie im Flug, dann ist die nächste Gruppe dran.

„Ich denke, unser Ziel ist wieder erreicht. Wir wollen ja Kinder nach dem Motto ,Bestaunen-Begreifen-Beschützen für Umweltthemen und Naturwissenschaften begeistern“, sagt Klauer mit einem zufriedenen Lächeln.

Von Olaf Barth

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