Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Taucha Gymnasiasten gestalten Informationstafel über Kriegsgräber auf Tauchas Friedhof
Region Taucha Gymnasiasten gestalten Informationstafel über Kriegsgräber auf Tauchas Friedhof
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:56 19.11.2018
Anlässlich des Volkstrauertages wird auf Tauchas Friedhof von Schülern eine Informationstafel über die dort befindlichen Kriegsgräber präsentiert. Quelle: Foto: Olaf Barth
Taucha

Viele Menschen sind auf den Friedhof gekommen. Jugendliche und Lehrer aus dem Geschwister-Scholl-Gymnasium und der Oberschule Taucha, Vertreter der Kirchgemeinden, von Parteien und der Stadtratsfraktionen, aus der Stadtverwaltung und von Vereinen. Sie gedachten der Opfer von Kriegen und Gewalt und legten Kränze nieder. Zunächst ergriffen Gymnasiasten aus dem Leistungskurs Geschichte das Wort. Sie hatten unter anderem recherchiert, dass es auf Tauchas Friedhof einst 75 Kriegsgräber gegeben hat. „Zwölf sind nur noch übrig, die anderen waren in den 1960er-Jahren entgegen gültigen Rechts beseitigt worden“, trug einer der Schüler vor.

Auf der Tafel sind nun farblich gekennzeichnet die verbliebenen Gräber der verschiedenen Opfergruppen, zu denen deutsche Soldaten, Zivilisten oder ausländische Zwangsarbeiter gehören, aufgeführt. Seit 1995 arbeitet das Gymnasium mit dem Volksbund zusammen. „Mehrmals waren wir mit Schülern im Ausland, um dort deutsche Kriegsgräber zu pflegen, bis wir eines Tages feststellten, dass auch hier im Inland Handlungsbedarf besteht“, erklärte Geschichtslehrerin Ramona Hübner. Die 57-Jährige ist zugleich Vertreterin des Volksbundes.

„Erinnerung muss wach gehalten werden“

Die 17- bis 18-jährigen Gymnasiasten, die die Tafel erarbeiteten, lassen am Sinn des Gedenkens keine Zweifel aufkommen. „Es ist wichtig, die Bedeutung von Frieden zu erkennen und dann alles dafür zu tun, dass neue Kriege verhindert werden“, ordnet Anton Gunkel den Volkstrauertag ein. Auch für Louis Lehmann ist die Erinnerung an die Kriege sehr wichtig: „Wenn wir uns damit nicht beschäftigen, tut es keiner mehr. Die Generation, die das noch erlebt hat, stirbt langsam aus. Die Erinnerung an die Kriege und deren Opfer muss wach gehalten werden, um zu erkennen, wie wertvoll die Erhaltung des Friedens ist.“

Pauline Dzengel sieht in der Beschäftigung mit dem Thema eine „Horizonterweiterung“ und sagte: „Die Erinnerung an all das und an die Opfer muss an die nächsten Generationen weitergegeben werden. Vorher hatte ich mich damit nicht befasst und war dann erschrocken, als ich von den Schicksalen auch hier in Taucha erfuhr.“ Und ihr Mitschüler Jonas Poser wünscht sich: „Auch meine Kinder sollen einmal das Privileg haben dürfen, im Frieden und in einer demokratischen Gesellschaft leben zu können.“

Die Opfer niemals vergessen

Bürgermeister Tobias Meier erinnerte zunächst an die Opfer beider Weltkriege und ergänzte: „Wir gedenken heute all der Menschen, die im 20. Jahrhundert durch Kriege und Vertreibung, durch Gewalt und Gewaltherrschaft ihr Leben lassen mussten. Und wir gedenken derer, die wegen ihrer Überzeugung, Religion oder Rasse verfolgt, geschunden und ermordet wurden.“ Diese Opfer sollten nie vergessen werden, „denn wer vergessen wird, stirbt ein zweites Mal“.

Gemeindevorsteher Eckard Nadolny von der Neuapostolischen Kirche forderte danach mit Blick auf die jungen Menschen, bereit zu sein, Frieden, Freiheit und die Unantastbarkeit der Würde des Menschen zu verteidigen. Andreas Cerny von der Katholischen Gemeinde St. Anna sprach das Vaterunser. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Posaunenchor der evangelisch-lutherischen Gemeinde.

Von Olaf Barth

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Tauchas Baustelle für den Trogbau unter den Eisenbahngleisen in der Portitzer Straße geht in die nächste Runde. Jetzt wird das Straßenbett auf der Kaufland-Seite hergerichtet. Die Verbindung unter den Gleisen ist bereits hergestellt. Doch die Freigabe verzögert sich bis Ende September 2019.

16.11.2018

Im Landkreis Nordsachsen laufen die Schulaufnahmeuntersuchungen. Bis Ende Januar müssen sich 1904 Kinder, die nächstes Jahr die erste Klasse kommen, einen Check unterziehen.

13.11.2018

In der jüngsten Stadtratssitzung war mit Polizeirat André Schuhknecht wieder ein Vertreter des Polizeirevieres Leipzig-Nord zu Gast. Der 38-jährige Streifendienstleiter und stellvertretende Polizeirevierchef brachte bezüglich der Sicherheitslage in Taucha mit Blick auf die Statistik gute Nachrichten mit.

13.11.2018