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Gymnasiasten zeigen ihre Kunstwerke

Gymnasiasten zeigen ihre Kunstwerke

Die Erde als Ansammlung von Alltäglichem, ein Auge aus Dutzenden anderer Augen, ein Schiller mit Pralinenfüllung: Unter den Abschlussarbeiten von Zehntklässlern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums befinden sich kleine Kunstschätze.

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Bunte Truppe am Bauzaun und graue Passanten: Doreen Andres' Fotoserie über Vorurteile verblüfft durch die Art der Verfremdung, erschließt sich erst beim genauen Hinsehen. Am Wochenende ist die Schau auf dem Schloss zu sehen.

Quelle: Jörg ter Vehn

Taucha. Wer sie im Rittergutsschloss sehen will, muss sich sputen: Nur an diesem Wochenende von 14 bis 17 Uhr ist geöffnet, sonst nur nach Vereinbarung.

„Zitate“ und „Alltägliches“ lautete die Aufgabenstellung. Bei der künstlerischen Umsetzung habe sie schon das ein oder andere Stöhnen vernommen, sagte zur Einleitung Kunstlehrerin Roswitha Riemann. Sichtlich stolz präsentierte sie gestern die Schau, bat die Schüler, etwas über ihre Werke zu sagen.

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Jenny Kleine mit ihrer Fotoserie über "Eifersucht".

Quelle: Jörg ter Vehn

Stimmungsvoll leiteten Anne und Lisa mit einem Lied über Gefühle („Es spielt ein Orchester in mir“) zum Bild von Jenny Kleine über: „Eifersucht“, dargestellt als Fotoserie mit Pärchen und einem Jungen, der hin- und hergerissen wird. Julia Beinicke wandelte dagegen 176 kleine Fotos mit Alltäglichem zu einem Abbild unseres Globus, Josephine Köckeritz fotografierte Augen und formte daraus ein großes Auge. „Das Auge gilt doch als Fenster zur Seele“, erklärte sie. Jeder sieht anders, wolle sie damit sagen.

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Ein Globus aus Alltäglichem: Julia Beinicke nennt ihr Werk „Daily World“.

Quelle: Jörg ter Vehn

Doreen Andres ging für ihre Arbeit auf die Straße, sprach Jugendliche an, die an einem Bauzaun herumzulungern schienen. Sie rückte sie ins Bildzentrum, in dem sie die vorbeilaufenden Passanten in Grau verfremdete. Ihr gehe es darum, etwas gegen Vorurteile zu unternehmen, sagte sie. „Man soll die Menschen so nehmen, wie sie sind“, findet sie.

Juliane Pieperber erinnerte sich an den Spruch, dass man kein Buch an seinem Umschlag beurteilen sollte, man vom Äußeren nicht auf das Innere schließen könne. Wie zum Beweis enthält ihr Band von Friedrich Schiller vier Pralinen, die in ein kunstvoll herausgeschnittenes Fach im Inneren passen. Claudia Brandt nannte ihr Werk „Jain“. Mit Spiegel und Foto versinnbildlicht sie das Bauchgefühl.

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Brian Gäbler will Steine sprechen lassen. Er wählte den Mount Rushmore mit den amerikanischen Präsidenten.

Quelle: Jörg ter Vehn

Luise Barth ging es um „Schönheit“. Dazu schnippelte sie die in Kulturstätten allgegenwärtigen Postkarten („Citycards“) klein, fügte sie zu einem Frauenporträt neu zusammen. Brian Gäbler schließlich wollte den Spruch „Wenn Steine reden könnten“ ins Bild setzen. Da habe ich mich gefragt, welche Steine denn wohl viel zu erzählen hätten“, plauderte er. Die Lösung habe er im Mount Rushmore in Amerika gefunden, wo vier Präsidenten der Vereinigten Staaten ihr Konterfei in den Fels hämmern ließen.

Mehrere Dutzend große und kleine Werke wählte die Fachkonferenz Kunst für die Ausstellung aus. In den dazugehörigen Tagebüchern der Schüler ist der Schaffensprozess nachzulesen. Sehenswert!

Jörg ter Vehn

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