Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Taucha Hausmeister verlässt Oberschule in Taucha
Region Taucha Hausmeister verlässt Oberschule in Taucha
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:54 19.05.2015
Nach 33 Dienstjahren wird Karl Krogul (Mitte) vom Lehrerkollegium und seinen Mitstreitern verabschiedet. Quelle: Reinhard Rädler

Völlig perplex stand Krogul da, als er von allen mit "Standing Ovations" begrüßt wurde. "Freiwillig wäre unser Karl an seinem vorletzten Arbeitstag nie zu seiner feierlichen Verabschiedung gekommen", freute sich die stellvertretende Schulleiterin, Christine Simon, über die gelungene Überraschung.

Am 4. Juli 1983 begann der damals 26-Jährige Karl Krogul als Hausmeister in der damaligen POS "Wladimir Komarow". Fünf Direktoren hat er in den 33 Dienstjahren erlebt, ganze Generationen an Schülern kennen ihn in seiner blauen Latzhose und mit dem großen Schlüsselbund. "Das war typisch unser Karl", meinte Schulsekretärin Ines Spangenberg, die mit ihm auch schon über 25 Jahre zusammengearbeitet hat. Bis Anfang der 1970-er Jahre war Krogul selbst Schüler an der ehemaligen POS II - in seine Parallelklasse ging übrigens Bürgermeister Holger Schirmbeck. "Damals hatte Herr Wollny das Sagen", erinnerte sich das Stadtoberhaupt.

"Herr Krogul, können Sie helfen?", "Karle kannste mal -?". Das waren Bitten, die den Hausmeister nie aus der Ruhe brachten. Ruhig und gelassen versuchte er zu helfen, wo es nur ging. Er hatte immer eine Idee und stets das richtige Werkzeug bei der Hand. Selbstgebaute Kork-Pinnwände erinnern hier und da noch an sein handwerkliches Geschick. Der Schulleiter charakterisierte ihn als "Meister des Hauses", der keinen Dienst nach Vorschrift machte und kannte. Er behielt die Übersicht, als Anfang der 1990er Jahre größere Umbauten anstanden und die Fachkabinette eingerichtet wurden und auch beim Ausbau des Dachgeschosses im letzten Jahr war sein Rat mehr als gefragt, denn er kannte jeden Winkel und wusste, wo Leitungen lagen, die in keinem Plan verzeichnet waren. "Nur für Zimmerpflanzen hatte er kein Faible, das überließ er seiner Frau Renate", plauderte Kießling aus dem Nähkästchen.

Doch nicht nur im Schulbetrieb stand Krogul seinen Mann. 26 Jahre lang war er Vorsitzender des Anglerverbandes Taucha. Und als aktives Mitglied im eigens dafür gegründeten "Verein Kleiner Schöppenteich", half er tatkräftig und sachkundig bei der Sanierung des Gewässers mit.

Mit Gedichten und Späßen erinnerten seine Mitstreiter bei der Feier an so manche kleine Episode und nahmen das Angler-Hobby ihres Hausmeisters auf die Schippe. "Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Augen", erklärte Karl Krogul. "Ich habe alles mit Leib und Seele gemacht, war handwerklich gefordert. Langeweile wird es auch danach nicht geben, denn ich habe mir schon eine Werkstatt eingerichtet. Zu Basteln gibt es immer was", blickte der Jung-Pensionär in seine Zukunft. Mit Cliff Winkler, der auch Tauchas Ortswehrleiter ist, hat er seinen Nachfolger schon ein reichliches Jahr in die Geheimnisse des Hausmeister-Daseins eingeweiht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.12.2014
Reinhard Rädler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In die ansonsten eher stillen WYN-Passagen war am letzten Adventswochenende mal wieder richtig Leben eingekehrt. Es herrschte reges Begängnis und es gackerte und krähte am laufenden Band, denn der Tauchaer Rassegeflügelzuchtverein (RGZV) Ornis 1891 hatte zu seiner alljährlichen "Ornis-Schau" eingeladen.

19.05.2015

Im Vorfeld des jüngst in der Grundschule am Park in Taucha abgehaltenen Vorlesewettbewerbs wurden die besten Leserinnen und Leser in einem internen Ausscheid der Klassenstufen drei und vier ermittelt.

19.05.2015

Ein vorfristiges Weihnachtsgeschenk bescherte diesen Monat die städtische Immobilienbetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH (IBV) ihren Mietern in der Straße An der Mühle 10 bis 12. Wie IBV-Geschäftsführer Achim Teichmann informierte, können die Bewohner der 16 Quartiere dieses Blocks nun ins Freie treten - von ihrer Wohnung aus.

19.05.2015
Anzeige