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Hausmeister verlässt Oberschule in Taucha

Hausmeister verlässt Oberschule in Taucha

Freudiger Schreck in der Mittagszeit für Karl Krogul, den Hausmeister der Oberschule Taucha: Unter einem Vorwand hatte ihn Schulleiter Andreas Kießling nach Unterrichtsschluss in das neu ausgebaute Dachgeschoss gelockt, wo ihm die Lehrerschaft sowie seine Mitarbeiter aus dem technischen Bereich heimlich eine Feier zu seiner Verabschiedung in den Vorruhestand vorbereitet hatten.

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Nach 33 Dienstjahren wird Karl Krogul (Mitte) vom Lehrerkollegium und seinen Mitstreitern verabschiedet.

Quelle: Reinhard Rädler

Taucha. Völlig perplex stand Krogul da, als er von allen mit "Standing Ovations" begrüßt wurde. "Freiwillig wäre unser Karl an seinem vorletzten Arbeitstag nie zu seiner feierlichen Verabschiedung gekommen", freute sich die stellvertretende Schulleiterin, Christine Simon, über die gelungene Überraschung.

Am 4. Juli 1983 begann der damals 26-Jährige Karl Krogul als Hausmeister in der damaligen POS "Wladimir Komarow". Fünf Direktoren hat er in den 33 Dienstjahren erlebt, ganze Generationen an Schülern kennen ihn in seiner blauen Latzhose und mit dem großen Schlüsselbund. "Das war typisch unser Karl", meinte Schulsekretärin Ines Spangenberg, die mit ihm auch schon über 25 Jahre zusammengearbeitet hat. Bis Anfang der 1970-er Jahre war Krogul selbst Schüler an der ehemaligen POS II - in seine Parallelklasse ging übrigens Bürgermeister Holger Schirmbeck. "Damals hatte Herr Wollny das Sagen", erinnerte sich das Stadtoberhaupt.

"Herr Krogul, können Sie helfen?", "Karle kannste mal -?". Das waren Bitten, die den Hausmeister nie aus der Ruhe brachten. Ruhig und gelassen versuchte er zu helfen, wo es nur ging. Er hatte immer eine Idee und stets das richtige Werkzeug bei der Hand. Selbstgebaute Kork-Pinnwände erinnern hier und da noch an sein handwerkliches Geschick. Der Schulleiter charakterisierte ihn als "Meister des Hauses", der keinen Dienst nach Vorschrift machte und kannte. Er behielt die Übersicht, als Anfang der 1990er Jahre größere Umbauten anstanden und die Fachkabinette eingerichtet wurden und auch beim Ausbau des Dachgeschosses im letzten Jahr war sein Rat mehr als gefragt, denn er kannte jeden Winkel und wusste, wo Leitungen lagen, die in keinem Plan verzeichnet waren. "Nur für Zimmerpflanzen hatte er kein Faible, das überließ er seiner Frau Renate", plauderte Kießling aus dem Nähkästchen.

Doch nicht nur im Schulbetrieb stand Krogul seinen Mann. 26 Jahre lang war er Vorsitzender des Anglerverbandes Taucha. Und als aktives Mitglied im eigens dafür gegründeten "Verein Kleiner Schöppenteich", half er tatkräftig und sachkundig bei der Sanierung des Gewässers mit.

Mit Gedichten und Späßen erinnerten seine Mitstreiter bei der Feier an so manche kleine Episode und nahmen das Angler-Hobby ihres Hausmeisters auf die Schippe. "Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Augen", erklärte Karl Krogul. "Ich habe alles mit Leib und Seele gemacht, war handwerklich gefordert. Langeweile wird es auch danach nicht geben, denn ich habe mir schon eine Werkstatt eingerichtet. Zu Basteln gibt es immer was", blickte der Jung-Pensionär in seine Zukunft. Mit Cliff Winkler, der auch Tauchas Ortswehrleiter ist, hat er seinen Nachfolger schon ein reichliches Jahr in die Geheimnisse des Hausmeister-Daseins eingeweiht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.12.2014
Reinhard Rädler

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