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Helmholtz-Zentrum forscht zur Geothermie im "Parkblick"

Helmholtz-Zentrum forscht zur Geothermie im "Parkblick"

Es wird sicher nicht mehr lange dauern, bis im neu erschlossenen Tauchaer Wohngebiet "Parkblick" die ersten Einfamilienhäuser stehen. Die 51 Grundstücke sind in den letzten Monaten aber nicht nur mit allen Versorgungsleitungen ausgestattet, sondern auch bezüglich Geothermie untersucht worden.

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Thomas Vienken und Sophie Schelenz vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung zeigen am Ort des Geschehens die erarbeiteten Unterlagen zu den geothermischen Gegebenheiten. Hinter ihnen das inzwischen voll erschlossene Gelände für das neue Tauchaer Wohngebiet "Parkblick".

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Ob das Gelände aber wirklich für Erdwärmeheizungen prädestiniert ist, lässt sich nicht pauschal sagen.

Aus dem weichen Boden schauen die Enden von Telefonleitungen heraus, vereinzelt stehen bereits Stromzählerkästen an der Straße und anderswo haben die Bauherren schon die Grundrisse ihres neuen Heims abstecken lassen. Im neuen Wohngebiet an der Wurzner Straße ist alles für den Baustart vorbereitet. Selbst die ersten Straßen samt Beleuchtung sind bereits öffentlich gewidmet. Weniger offensichtlich ist die Tatsache, dass hier in den letzten Monaten nicht nur Bauarbeiter tätig waren. "Wir hatten im Sommer damit begonnen, den geologischen Untergrund des Geländes zu untersuchen. Wir beschäftigen uns mit dem Thema Energiewende und dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Wir wollen wissen, welche Möglichkeiten der oberflächennahen Geothermie es hier gibt", nennt Thomas Vienken vom Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung den Hintergrund einer von ihm und seiner Kollegin Sophie Schelenz in Angriff genommenen wissenschaftlichen Studie. Die beiden Spezialisten für Monitoring- und Erkundungstechnologien hätten bereits ähnliche Forschungen in einer bebauten Siedlung in Köln betrieben und waren auf der Suche nach einem noch freien Neubaufeld. "Wir hatten bei der Stadt nachgefragt und von ihr sowie dem städtischen Unternehmen, das hier die Grundstücke erschließen lässt und vermarktet, grünes Licht bekommen", lobt Vienken die Tauchaer Kooperationsbereitschaft.

"Ich betrachte das als sinnvolle Sache auch für unsere Kunden. Mancher trägt sich ja mit dem Gedanken, alternative Energien zur Wärmeversorgung zu nutzen. Sie erhalten so den Erkenntnisgewinn und können entscheiden, ob es an dieser Stelle sinnvoll ist", sagt Achim Teichmann, der Geschäftsführer der städtischen Grundbesitz- und Verwertungsgesellschaft mbH. Jetzt überlege er sogar, an anderen Standorten künftig selbst in dieser Hinsicht aktiv zu werden, "so wie wir unseren Kunden ja auch Baugrundgutachten zur Verfügung stellen".

Die Untersuchungen der Experten lassen nach gegenwärtigem Stand aber keine allgemeingültigen Aussage über die Wirtschaftlichkeit möglicher Erdwärmeheizungen an diesem Standort zu. Besonders im Blick ist dabei das Grundwasser, dem im Winter Wärme entzogen werden könnte, um diese mittels einer Wärmepumpe zum Heizen zu nutzen. "Das Grundwasser fließt in sechs bis neun Metern Tiefe. Die hydrologischen Bedingungen sind unterschiedlich, da auch der geologische Untergrund nicht überall gleich ist. So gibt es mehr und weniger geeignete Flächen für die Geothermie", erläutert Vienken.

Seine Kollegin beschäftigt sich nun mit den gewonnenen Daten. Um sie zu erlangen, waren geoelektrische Oberflächenuntersuchungen durchgeführt und mit Detailuntersuchungen an einzelnen Punkten ergänzt worden, zum Beispiel mit Bodenproben aus bis zu 20 Metern Tiefe. "Aus diesen Daten wird ein Untergrund-Modell erstellt, ehe wir zu den verschiedenen Nutzungsszenarien eine abschließende Bewertung vornehmen können. Die Auswertung der Daten läuft noch, das ist ein relativ komplexes Thema", beschreibt Schelenz den aktuellen Stand der Studie.

Deren ersten Ergebnisse sollen am 25. Februar in einer öffentlichen Informationsveranstaltung der Stadt Taucha von den Wissenschaftlern vorgestellt werden. Außerdem soll es generell auch einen Einblick in dieses Forschungsgebiet geben. Die Veranstaltung findet von 18 bis 20 Uhr im Ratssaal in der Schloßstraße 13 statt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.01.2014
Olaf Barth

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