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"Hier sind wir zu Hause“ – Mandan-Indianer öffnen Tipi

"Hier sind wir zu Hause“ – Mandan-Indianer öffnen Tipi

Im Seegeritzer Wäldchen, in der „Hölle“ leben sie, im Einklang mit der Natur – die Mandanindianer. In dem kleinen Reservat, nicht weit entfernt von der Zivilisation, wo das Eisenross dampft und andere herzlose Ungetüme ihr Unwesen treiben.

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Clemens Hörhold probiert sich unter der fachkundigen Anleitung von Tobias Enge (rechts) am Bogen.

Quelle: Alexander Bley

Taucha. Neben den Tipis spielen die Kinder mit Pfeil und Bogen, während die Erwachsenen gemeinsam singen und tanzen. Manitu ist allgegenwärtig. Das ist keine Fiktion aus einem Karl-May-Western, sondern Realität.

In Taucha hat sich eine kleine Gruppe der indianischen Tradition der Mandan verschrieben. Seit 1958 beschäftigen sich die Freunde der einzig wahren amerikanischen Kultur mit dem Leben und den Sitten des halbsesshaften nordamerikanischen Volkes. Am Sonnabend öffnete die Interessengemeinschaft Mandan-Indianer Taucha-Leipzig das Tipi und die Trapperlodge für jedermann. „Man wird viel belächelt“, sagt Dirk Saupe, der vor eineinhalb Jahren zum Vereinshäuptling ernannt wurde, „wir stecken viel Herzblut in unser Hobby, investieren jede Minute und jeden Cent.“ Und gerade deswegen war es an der Zeit, sich außerhalb des „Tauch-schen“ den Einheimischen zu präsentieren. „Das ist unser Dankeschön, weil die Tauchaer die vielen Jahre auf ihre Indianer gehalten haben“, begründet der Vereinsvorsitzende den Tag, an dem sich jeder davon ein Bild machen konnte, wie Indianer leben. „Hier sind wir zu Hause“, lautet die Botschaft, die die Gäste mit nach Hause nehmen sollen.

Es ist schon ein besonderes Hobby, dem sich die 22 Mitglieder hingeben. Eine Freizeitbeschäftigung für die Familie, in dem alle an einem Strang ziehen, basteln, Lieder singen, aber die Erwachsenen auch mal das Feuerwasser gemeinsam genießen. „Es ist eines der wenigen Hobbys, bei dem die kleinsten und die größten Kinder genauso mitmachen können wie Frauen, quasi ein Familienhobby“, nennt Joachim Giel die Besonderheit ihrer Leidenschaft, neben „Büffel“ Lothar Böhme einer der letzten, die die Geschichte des Vereins von Anfang an prägten. Wie sehr sich die Herren dem verschrieben haben, zeigen nicht nur die prachtvoll in Handarbeit gefertigten Lederkleidungsstücke an ihrem Körper. So feierte Böhme am Sonnabend nachträglich seinen 75. Geburtstag im Kreise seiner Stammesbrüder und -schwestern.

Aus dem Verkleiden zum „Tauch-schen“ wurde 1958 Ernst, die IG gegründet und sich fortan der indianischen Kultur gewidmet. In den 60ern wurde, dank der guten Kontakte zum Leipziger Völkerkundemuseum, das Volk der Mandan auserkoren, die ab da repräsentiert wurden. Probleme mit dem speziellen Hobby gab es in der DDR nicht, sagen Giel und Böhme: „Die Indianer waren ja das unterdrückte Völkchen.“

Mittlerweile widmen sich die IG-Mitglieder aber auch der anderen Seite. So gibt es unter den Indianerfreunden auch Trapper, jene Personen, die in der nordamerikanischen Wildnis Pelztiere jagten und Tauschhandel mit den Naturvölkern betrieben.

Alexander Bley

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