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Hindernis-Parcours droht das Aus

Hindernis-Parcours droht das Aus

Weit über Taucha hinaus sind die Mimo-Trails jungen Radsportlern ein Begriff für coole Sprünge auf einem tollen Parcours. Weil der aber ohne Genehmigung des Besitzers im Mimo-Wäldchen immer weiter ausgebaut wurde, ist nun Mitte Februar Schluss.

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Die Sprunghügel reihen sich im Mimo-Wäldchen zu anspruchsvollen Parcours aneinander. Auch die im Vorjahr abgebrannte Hütte wurde wieder neu aufgebaut.

Quelle: Jörg ter Vehn

Taucha. Bis dahin muss alles abgebaut sein – oder die Eltern der Kids werden zur Kasse gebeten.

Lange habe er versucht, mit den jungen Leuten nach einem Weg zu suchen, erzählt Waldbesitzer Stefan Hanöffner. Aber erst jetzt habe er wieder feststellen müssen, dass seine Mindestforderung, keine neuen Erdmassen im Wald zu bewegen, nicht eingehalten und auch munter weitergefahren wurde. „Und dann sind die jungen Leute auch noch so frech und machen dafür Werbung im Internet“, ärgert er sich. So werde seine Gutmütigkeit ausgenutzt, er im Gegenzug auch noch beschimpft.

Er verstehe nicht, dass die Eltern am illegalen Zustand im Wald nichts ändern wollten, verstehe auch die Stadt nicht, die nicht wirklich etwas unternommen habe. Für ihn sei die Situation nicht länger tragbar – zumal er als Grundstücksbesitzer in der Haft stehe, wenn etwas geschieht. Wie berichtet, ist ihm mit Hinweis auf die dort gesprengten Kriegsanlagen der Mitteldeutschen Motorenwerke und vermuteten Blindgänger vom Amt sogar verboten worden, im Wald Erdmassen zu bewegen.

Hanöffner hat die jungen Leute jetzt in einem Brief aufgefordert, die Erdanlagen einzuebnen und die Aufbauten zu entfernen. „Sollten Sie dieser Forderung bis zum 15. Februar nicht Folge leisten, werde ich eine Firma mit dem Rückbau Ihrer Anlage beauftragen und den Mitgliedern Ihrer Gruppe, beziehungsweise deren Erziehungsberechtigten die anfallenden Kosten in Rechnung stellen“, kündigte er in einem Brief an, den die „Mimo-Riders“ auf ihrer Internetseite online stellten.

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Coole Sprünge sind auf der selbsterbauten, aber illegalen Anlage möglich.

Quelle: Jörg ter Vehn

Bei ihnen – der Kern ist etwa ein halbes Dutzend Sportler stark, an guten Tagen nutzen aber fast dreimal so viele die Mimo-Trails – geht seitdem die Angst um. Vor allem die Angst, die in fast zehn Jahren erbaute und jahrelang geduldete Anlage zu verlieren, die Sorge, den Platz aufgeben zu müssen, an dem so viele Erinnerungen hängen.

Schon daran und an der geforderten Pacht für den Wald waren im Vorjahr Gespräche zwischen den „Mimo-Riders“, der Stadt sowie unterstützenden Vereinen gescheitert. „Man könnte angeblich den Flächennutzungsplan für den Wald nicht ändern, um die Anlage dort zu erlauben“, erinnert sich Niels Gehrke, einer der Aktivisten. Er und die anderen bitten um Hilfe. „Es muss doch jemand geben, der das rumreißen kann“, schrieben sie.

Zunächst einmal sei die Auseinandersetzung ein privatrechtliches Problem, erklärt Bürgermeister Holger Schirmbeck. „Wir hatten aber damals in Aussicht gestellt, eine Lösung zu finden“, sagt er. Wie berichtet, war eine Fläche an den Ebert-Wiesen hinterm Kaufland von der Stadt ins Gespräch gebracht worden. Dann sei der Kontakt zu den jungen Leuten aber eingeschlafen und alle hätten gedacht, es sei anderweitig eine einvernehmliche Lösung gefunden worden, so Schirmbeck gestern. Am Abend befasste sich daher erneut der Technische Ausschuss mit dem Thema.

Jörg ter Vehn

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