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Hintergrund für Angriff auf Ausländer und Polizei bleibt unklar

Hintergrund für Angriff auf Ausländer und Polizei bleibt unklar

Nach dem Besuch des Tauchschen hatten im Vorjahr ein gutes Dutzend gewaltbereiter junger Männer einen Libanesen angegriffen und auch zwei Polizisten verletzt, die ihm zur Hilfe eilten.

Taucha/Leipzig. Gut fünf Monate danach sind die Hintergründe noch immer weitgehend unklar.

Die Ermittlungen seien weitgehend abgeschlossen, teilte Ricardo Schulz von der Staatsanwaltschaft Leipzig auf Anfrage mit. Noch in diesem Monat würden die Abschlussverfügungen verfasst. Zwölf Tatverdächtige im Alter von damals 17 bis 23 Jahren hatte die eigens gegründete Ermittlungsgruppe „Taucha" festgestellt. Größtenteils waren die jungen Männer noch in der Nacht nach der Tat von Polizisten vorläufig festgenommen worden. Einer stammt aus Taucha, der Rest aus Leipzig. Sie waren in der Mehrzahl bereits wegen Körperverletzung, Diebstahl sowie Sachbeschädigung strafrechtlich in Erscheinung getreten, einer war auf Bewährung auf freiem Fuß.

Wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte sei ermittelt worden, so Schulz. Das Verfahren sei äußerst aufwändig gewesen, auch weil die Befragungen der Beschuldigten kein einheitliches Bild ergeben hätten.

Weitgehend klar sei aber inzwischen, dass die späteren Angreifer schon auf dem Weg zum Fest Streit mit mehreren Ausländern hatten. Das spätere Opfer sei jedoch nicht daran beteiligt gewesen. Durch diesen Streit mit Adrenalin vollgepumpt und durch den Festbesuch leicht alkoholisiert sei dann der spätere Angriff geschehen. Es sei kein von langer Hand geplanter, ausländerfeindlich motivierter Übergriff gewesen, sondern offensichtlich spontan abgelaufen. So hatten die Angreifer ausgesagt, provoziert worden zu sein. „Was dabei tatsächlich passiert ist, bleibt unklar", so Schulz. Die Angriffe gegen die zwei Polizisten, die den 23jährigen Libanesen aus der Hand der Schläger retteten und im Streifenwagen in Sicherheit brachten, zeugten jedoch vom hohem Gewaltpozential der Gruppe.

Anfängliche Hinweise, die Tatverdächtigen würden der Leipziger Hooliganszene angehören, hätten sich nicht bestätigt, so Schulz. Die jungen Männer seien weder eindeutig dem rechten Spektrum zuzurechnen noch gehörten sie zur Hooliganszene des FC Sachsen oder des 1. FC Lok, erklärte er. Die Tatverdächtigen würden im Wesentlichen bestreiten, den Libanesen und die Polizisten angegriffen beziehungsweise verletzt zu haben. Laut Strafgesetzbuch steht auf gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung eine Strafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Haft.

Jörg ter Vehn

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