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Taucha Hobby-Bäcker lernen in Plaußig das Brot-ABC
Region Taucha Hobby-Bäcker lernen in Plaußig das Brot-ABC
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21:00 11.04.2011
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Zur Erstauflage kamen schon eine Hand voll Leute.

Angefeuert wird der große, selbstgebaute Steinofen hinter der Naturschutzstation mit einer Schubkarre voll Fichtenholz. Zwei Stunden lang muss das Feuer brennen. Dann erst hat der Ofen die Betriebstemperatur von 600 Grad erreicht, Glut und Holzreste werden entfernt. „Die Schamottsteine im Inneren speichern die Hitze und geben sie ähnlich wie eine Wärmflasche erst langsam wieder ab“, erklärt Kursleiterin Diana Händler. Mit der Zeit sinke so die Temperatur im Ofen. Auf diese Weise könne man am Anfang Pizza und Flammkuchen, später Brote, gefolgt von Kuchen und Dürrobst in die Röhre schieben – je nach Backtemperatur.

„Noch vor dem Krieg nannte fast jeder Bauer einen Steinofen sein Eigen“, sagt Händler. Später nahm die Zahl dieser Feuerstellen zwar ab, aber vergessen war die Tradition nie. Im Gegenteil: „Die Anschaffung eines Steinofens kommt wieder in Mode“, merkt sie. Nicht nur Lebensmittelskandale und die Bio-Welle, sondern auch der Spaß an handwerklicher Arbeit führe zu vermehrter heimischer Produktion.

André Fattich aus Plösitz, Workshopteilnehmer und Hobbybäcker, kann das nur bestätigen. Vor einem Jahr hat sich der 46-Jährige einen riesigen Lehmofen in den Garten gestellt. Über ein halbes Jahr hat der gelernte Tischler am Eigenbau gewerkelt. Nun wird alle 14 Tage gebacken. Ehefrau Beate, Tochter Tina und auch die Nachbarn schätzen das Brot aus eigener Herstellung. Das Mehl für den selbst angesetzten Sauerteig kauft Fattich direkt beim Engelsdorfer Müller. „Das gute Gefühl isst mit“, sagt Fattich. Außerdem sei es ein Erlebnis, die krustigen Laiber aus dem Ofen zu zerren und an der Luft abkühlen zu lassen.

So sieht das auch Gerhard Eckert. Der 73-Jährige hat sich mit dem Bau seines Steinofens einen kleinen Lebenstraum erfüllt. Selbst entworfen und aufgebaut, steht er seit kurzem in seinem Stötteritzer Garten und wartet auf den ersten Einsatz. „Der Workshop vermittelt mir erste Anregungen“, sagt Eckert.

Zwischen ein und zwei Stunden rösten die 750 Gramm schweren Laiber bei 270 Grad. Während dieser Zeit müssen sie ständig mit Wasser bepinselt werden. Damit die Luftfeuchtigkeit im Backraum nicht abfällt, kommt ein Topf mit Wasser in die Backröhre. Dann nimmt Diana Händler den langen Ofenschieber in die Hand, öffnet die Backklappe und bugsiert die dampfenden Brote ans Tageslicht. Die Kruste funkelt lecker-goldbraun.

Benjamin Böhme

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