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Hochwasser flutet Park in Taucha

Hochwasser flutet Park in Taucha

Bis zur Hochwasserwarnstufe drei schwoll die sonst so ruhige Parthe gestern an. Von größeren Schäden wurde zunächst jedoch nichts bekannt. Erst ab dem späten Mittag begann der Pegel leicht wieder zu sinken.

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Für Fußgänger eine Qual, für junge Radfahrer ein feuchter Spaß: Marie-Luise (links) und Jessica gestern im überfluteten Park am Großen Schöppenteich.

Quelle: Jörg ter Vehn

Taucha. Derweil eskalierte der Streit um den Fuchsberggraben an der Gärtnerstraße.

Marie-Luise und Jessica nahmen das Hochwasser, das die Wege am Großen Schöppenteich für Fußgänger unpassierbar machte, sportlich. In Gummistiefeln und mit dem Rad gewannen sie dem Ereignis etwas Abenteuer ab.

Entlang der Parthe hatte der Bauhof schon am Vortag alle Fuß- und Radwege gesperrt: Die Glockentiefe, die Kirchstraße unter der Bundesstraße hindurch in die Gutenberg-Siedlung, der Radweg nach Plösitz am Stadtpark vorbei – sie alle waren wegen Überflutung gesperrt. Zwischen Dewitz und Sehlis waren große Teile der Wiesen geflutet, in der Stadtmitte der Große Schöppenteich von beiden Seiten von der Parthe überströmt.

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Land unter zwischen Dewitz und Sehlis: Die Parthe schwoll bis zum Pegel von 202 Zentimetern in Thekla an.

Quelle: Jörg ter Vehn

Der Bauhof übernahm ab Stufe drei als zuständige Wasserwehr der Stadt die Kontrolle der Parthe, musste aber nicht eingreifen. Am Fuchsberggraben hingegen, der erst im Vorjahr umgebaut worden war, wurde nahe der Autobahn umgepumpt. „Wir haben einen Durchlass mit einer Blase verschlossen, um einen Rücklauf zu verhindern, und pumpen Wasser Richtung Paunsdorf“, erläuterte Andreas Gumbrecht vom Zweckverband Parthenaue. Seit Dienstagabend würden bis zu 200 Kubikmeter Wasser pro Stunde umgepumpt, um den Fuchsberggraben zu entlasten, so der Geschäftsführer.

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Am vollen Fuchsberggraben pumpt ein Bauhof-Mitarbeiter Wasser um.

Quelle: Jörg ter Vehn

Nötig sei das nur wegen der „Ausnahmesituation“. In drei Tagen habe es mehr als einhundert Liter Wasser pro Quadratmeter geregnet, „das schafft kein System, wenn der ganze Boden drumherum schon mit Wasser gesättigt ist“, so Gumbrecht. Lösegraben, Oberer Gewendegraben und Fuchsberggraben seien „restlos zu“, auch in Paunsdorf fließe kaum noch etwas ab.

Auf anderthalb Kilometern Länge hat im Fuchsberggraben seit dem Umbau laut Verband 25 Zentimeter Gefälle. „Im Sommer habe ich mal einen Strohhalm reingeworfen, da floss nichts“, meinte Rolf Höhne, Vorstand im benachbarten Kleingartenverein Am Lösegraben.

Michael Laubitz vom Gärtnerweg meint das auch. Er streitet sich mit Stadt und Verband um die Entwässerung seines Grundstücks (die LVZ berichtete). Inzwischen hat die Stadt Taucha ihm untersagt, Wasser von seinem voll gelaufenen Grundstück im Gärtnerweg auf die Straße und zu den Nachbarn zu pumpen. Laubitz ging in Widerspruch, den die Stadt zurückwies. Den Mitarbeitern im Rathaus rutschte dabei gar folgende Stilblüte raus: „Die Untersagung des Abpumpens von Wasser auf die öffentliche Straße untersagen wir ihnen.“

Bürgermeister Holger Schirmbeck unterschrieb die unsinnige doppelte Verneinung. Laubitz fühlt sich auch sonst im Recht: Schließlich pumpe er das Wasser nur auf sein Grundstück vors Haus. Die Gärtnerstraße habe nur leider seit dem Umbau durch die Stadt Ende der Achtzigerjahre keine Entwässerung mehr. Er müsse schließlich sein Eigentum schützen, so Laubitz.

Gumbrecht wirft ihm mangelnde Kooperation vor. Sobald wie möglich solle aber der Fuchsberggraben fertig gebaut werden, verspricht er. Dann werde das Wasser besser abfließen.

Jörg ter Vehn

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