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Holger Schirmbeck genießt seine letzte Stadtratssitzung

Holger Schirmbeck genießt seine letzte Stadtratssitzung

Die 13. Sitzung des Tauchaer Stadtrates am Donnerstagabend war eine ganz besondere. Es war die letzte Stadtratssitzung unter Leitung von Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD), dessen Amtszeit nach mehr als 25 Jahren am 31. Juli endet.

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Stadtrat Thomas Kreyßig (rechts) würdigte in seiner Ansprache vor Tauchaer Stadträten, Rathausmitarbeitern und Medienvertretern die Verdienste von Bürgermeister Holger Schirmbeck (links), der nach 25 Jahren nun aus dem Amt scheidet.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Wie gewohnt ließ der 59-Jährige zu Beginn der Beratung dreimal ein Glöckchen erklingen, um so für Ruhe und Aufmerksamkeit im Ratssaal zu sorgen. Doch diesmal hatte sich auch so schon andächtige Stille ausgebreitet. Angesichts der nach einem Vierteljahrhundert sicher historisch zu nennenden Sitzung hatte das Stadtoberhaupt von Beginn an die ungeteilte Aufmerksamkeit.

Gleich zu Beginn stellte Thomas Kreyßig (SPD) den Antrag, die Tagesordnung um einen 14. Punkt zu erweitern: "Würdigung 25 Jahre Bürgermeister Dr. Holger Schirmbeck". Einstimmig wurde dem stattgegeben und so blieb es am Ende der Sitzung auch Kreyßig als Schirmbecks Parteifreund und Weggefährte der ersten Stunde vorbehalten, eine entsprechende Rede zu halten. Doch zunächst wurden ordnungsgemäß die anderen 13 Tagesordnungspunkte abgearbeitet. So beschlossen die Stadträte einstimmig die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für den Bauhof und stimmten der "freihändigen Vergabe" dieses Auftrages zu. Weil der alte Unimog verschlissen ist, wird nun für rund 283 000 Euro bei der Henne Unimog GmbH in Wiedemar Ersatz angeschafft. Eine Ausschreibung erfolgte nicht, da für dieses Spezialfahrzeug inklusive der geforderten Spezifikationen und Geräteträger keine Wettbewerber am Markt vorhanden seien, erklärte Bauhofchef Marco Haferburg. Eine Rechtsanwaltskanzlei habe dieses Vorgehen geprüft und die freihändige Vergabe empfohlen. Der dritte Beschluss betraf das alte Fahrzeug. Das wird nun für 40 000 Euro dem Unimog Gebrauchtwagen Center in Wiedemar überlassen.

Auch einer überplanmäßigen Aufwendung in Höhe von 50 000 Euro stimmten die Stadträte zu. Mit dem Geld können aufgrund zusätzlicher Fördermöglichkeiten Wartehallen neu- beziehungsweise umgebaut werden. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf ohnehin dafür eingeplante 5000 Euro, da 45 000 Euro aus einem Fördertopf kommen. Nach diversen Beschlüssen zu verschiedenen Bebauungsplänen stand die letzte Abstimmung unter Schirmbecks Leitung auf der Tagesordnung. Bei der ging es um den Verkauf eines Grundstückes im Zusammenhang mit dem 2005 begonnenen Verfahren zum Ausbau der A 14 samt der Ausfahrt Nordost am Gewerbegebiet An der Autobahn. Die Bundesstraßenverwaltung erwirbt über das Landesamt für Straßenbau und Verkehr von Taucha 42 700 Quadratmeter. Dafür fließt nun laut LVZ-Informationen die in der Sitzung nicht genannte Summe in Höhe von etwas mehr als 26 000 Euro ins Stadtsäckel.

"Ich bitte festzuhalten, dass der letzte mit mir gefasste Beschluss Geld einbringt. Sie merken, ich habe diese Sitzung noch einmal genossen", sagte Schirmbeck lachend und stellte zudem erstaunt fest, dass an dem Tag alle Beschlüsse einstimmig gefasst wurden. Thomas Kreyßig hielt nun die eingangs erwähnte Rede, erinnerte an Schirmbecks politischen Werdegang nach der Wende, an die positive Entwicklung der Stadt Taucha unter seiner Leitung. Doch Schirmbeck blieb sich treu: "Das ist nie die Leistung eines einzelnen, das geht nur im Team. Ich danke allen, die an dieser Entwicklung mitgewirkt haben", sagte er bewegt. Alle im Saal hatten sich inzwischen von ihren Plätzen erhoben und verabschiedeten Bürgermeister Holger Schirmbeck nach mehr als 25 Jahren mit viel Beifall, Blumen und einem Gläschen Sekt herzlich in den Ruhestand. Schirmbeck versicherte, seinem Nachfolger, dem Stadtrat Tobias Meier (FDP), gern zur Verfügung zu stehen, wenn dieser Fragen habe oder Hilfe benötige.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.07.2015
Olaf Barth

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