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IG Sehlis: Einsatz für dörflichen Charakter gewürdigt

IG Sehlis: Einsatz für dörflichen Charakter gewürdigt

Dafür, dass der ursprüngliche Ort Sehlis mit seinen Drei-Seiten-Höfen erhalten bleibt, dass das kleine Dorf wieder eine eigene Identität bekommt und die auch zukünftig bewahren kann, kämpft seit Mitte der 1990er-Jahre die Interessengemeinschaft (IG) Sehlis.

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Fridtjof Erbs

Quelle: Julia Tonne

Sehlis. Deren Vorsitzender Fridtjof Erbs wurde kürzlich bei einem Festakt der Stadt für sein Engagement geehrt.

Erbs hat die Ehrung jedoch in Vertretung aller Mitstreiter angenommen. "Alleine wäre die Arbeit gar nicht machbar, auch viele Ideen kommen von den Mitgliedern der IG", macht er deutlich. Er nennt vor allem Eberhardt Gallschütz und Andrea Schilling, die ihn bei der Vorstandsarbeit unterstützen und immer ein offenes Ohr haben.

Erbs ist seit 1982 ein echter Sehliser, er zog damals zu seiner Frau, baute nach und nach den Hof aus, in dem seine Frau aufgewachsen war. Als 1995 die Nachfolger der LPG einen riesigen Rinderstall in dem kleinen Dorf bauen wollten, formierte sich mit der IG Widerstand. "Wir wollten das nicht, unser Ort sollte in seiner Ursprünglichkeit erhalten bleiben, deshalb haben wir uns massiv in das Ortsgestaltungskonzept eingemischt." Sehlis war laut Erbs in dieser Zeit zu einer Art "Schlafdorf" geworden, die Bewohner arbeiteten in Leipzig und in der Umgebung, kamen meist nur zum Schlafen nach Hause. Ein aktives Gemeinschaftsleben habe gefehlt.

Für die IG gab es so gesehen zwei Baustellen. Beide haben die mittlerweile mehr als 40 Mitglieder mit Bravour gelöst. In Sehlis wurden von neuen Bewohnern Lücken bebaut und die Höfe saniert, der Charakter blieb damit bewahrt. "Ein verfallener Ortskern und ein neues Dorf auf der grünen Wiese nebenan waren für uns immer undenkbar", erklärt Erbs. Gelungen ist es der IG auch, einen neuen Spielplatz im Dorf zu bauen. Nachdem die Kita geschlossen wurde, fehlte den Kindern ein Platz zum Spielen und Toben. Mittlerweile gibt es wieder Klettergerüste und einen Bolzplatz für die Jugendlichen.

Dass steter Tropfen den Stein höhlt, hat die IG auch am Thema Tempo-30-Zone in der Sehliser Straße gemerkt. Jahrelang haben die Ortsbewohner dafür gekämpft, letztlich mit Erfolg. Seit einem halben Jahr gilt die Tempobeschränkung, zudem gab es gleich neue Fußwege. "Die Stadt Taucha nimmt unsere Anliegen sehr ernst, deshalb treffen wir uns jedes Jahr mit dem Bürgermeister, um über geplante Vorhaben zu sprechen", sagt Erbs. Und auch die Verhinderung eines Baus der B 87 n nahe des Ortes durch die Parthenaue ist der IG eine Herzensangelegenheit. Sie hat den Widerstand gemeinsam mit vielen anderen Initiativen mit organisiert, so dass nun endlich über Alternativen nachgedacht werde.

Ein "Nah- und Fernziel", wie es Erbs nennt, ist für ihn eine neue Brücke über die Parthe. Für Fußgänger und Radfahrer habe es früher eine gegeben, heute müssen alle einen großen Umweg in Kauf nehmen. Die IG selbst hatte zusammen mit der Stadt mehrere Vorschläge bei den entsprechenden Behörden eingereicht, bisher allerdings ohne Erfolg. "Die Brücke würde den Wohnwert deutlich erhöhen, es würde einen direkten Weg nach Taucha geben", begründet der IG-Vorsitzende. Doch bis dahin seien noch eine Menge "Tropfen für den Stein" notwendig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.11.2013
Julia Tonne

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