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Idee für Tauchaer Bläsergruppe vor 35 Jahren geboren

Idee für Tauchaer Bläsergruppe vor 35 Jahren geboren

Die Meister waren da – und in der Tauchaer St. Moritz-Kirche blieben am Samstagabend sichtbar doch einige Plätze frei. Tags drauf sei das anders gewesen, erzählt Jan Glock: „Der Meißner Dom war krachend voll.

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Maßgeschneidert vom Dreispitz bis zu den Reiterstiefeln: Die Jagd- und Parforcehorngruppe Taucha-Sachsen vor dem Portal der St. Moritz-Kirche.

Quelle: Daniel Große

Taucha. Es mussten sogar noch einige Stühle herbeigeholt werden. Der Prophet im eigenen Land ...“, hebt der Chef der Jagd- und Parforcehorngruppe Taucha-Sachsen an, ohne den Satz zu vollenden.

Die Hubertusmessen wie am Wochenende in Taucha und Meißen seien die Höhepunkte der Bläser jetzt zum Jahresende, erzählt der Vereinsvorsitzende. In diesem Jahr habe die Gruppe aber auch eine Konzertreise an den Rhein unternommen, im Bergischen Land zwei Messen geblasen. „Und wir haben eine Mittagsandacht im Kölner Dom begleitet. Unvergesslich! Der Kardinal hat zugehört“, sagt Glock voller Stolz.

Dabei ist das Wirken der Gruppe auch so schon voller Höhepunkte. Im Vorjahr verteidigten die Hobbymusiker in Ingolstadt ihren Titel als Deutscher Meister im Register Es, zudem gewann Taucha die Bereiche Solo und Trio, holte außerdem zweite Plätze in Duo und Bass und ein weiteren dritten Platz im Solo. „Das ist natürlich kaum noch zu toppen“, weiß Glock. Trotzdem würden sich die Musiker schon auf den nächsten Bundeswettbewerb im kommenden Jahr vorbereiten. Das Stück dafür sei schon recht anspruchsvoll. „Wir wollen versuchen, wieder vorn dabei zu sein“, gibt er die Losung aus.

Geboren wurde die Idee zur Bläsergruppe vor genau 35 Jahren. Damals sollte das Ziel der Arbeitsgemeinschaft sein, „in Kindern die Liebe zur Natur zu wecken und zu entwickeln“, erinnern sich Heinz Stark, Detlef Porzig und Jörg Frotscher. So gab es etwa Pflanzaktionen. „Da die ‚Geburtshelfer‘, insbesondere Johannes Gruhle, Hans Stojan, Helmut Köhler und Heinz Stark, Jäger oder an der Jagd Interessierte waren, sollten die Kinder auch noch das Jagdhornbalsen lernen.“

Der Biologielehrer Köhler und der Musiklehrer Stark übernahmen die Leitung. Als Orientierung diente die Bläsergruppe „Wöllnau/Battaune“, die zu den Spitzengruppen der DDR zählte. „Schließlich übten 1980 etwa 50 Schüler täglich eine Stunde gleich nach dem Unterricht“, erinnern sich Stark, Porzig und Frotscher. Neun Bläser der ersten Stunde hätten wegen ihrer Erfolge bei der bläserischen Ausbildung gar mit 18 Jahren schon die Jagdprüfung ablegen dürfen, seien damit die jüngsten Jäger der DDR gewesen.

Mit der Wende schmolz die Gruppe auf 21 aktive Bläser, gründete sich als Verein neu, konnte auch bayrische Bläsergruppen treffen, das Parforcehorn in Es besser kennen lernen. Beim ersten europäischen Bläsertreffen 1999 nahe Koblenz erregten die Tauchaer vor allem mit ihren Kostümen Aufsehen. In der Uniform der kursächsischen berittenen Jäger und Bläser Augusts des Starken belegten sie musikalisch nur den fünften Platz, die Jury meinte aber: „Ihr seid zwar nicht die ersten, aber Eure Uniform ist die Schönste.“

Mit der Teilnahme an den bundesweiten Wettbewerben sei die Erkenntnis gewachsen, den bläserischen Stil zu überdenken, vor allem eine durchklingende Tonfolge in allen vier Stimmen als Ziel zu haben. 2008 auf Usedom habe das nach mehrmaligen Anlauf schließlich zum Sieg geführt.

Wer die Bläser in Taucha das nächste Mal hören will, kann das am Silvesterabend beim traditionellen Turmblasen im Stadtpark.

Jörg ter Vehn

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