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Taucha In Taucha fällt mehr Regen als in Leipzig
Region Taucha In Taucha fällt mehr Regen als in Leipzig
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14:52 19.05.2015
Wolfram Lenk Quelle: Olaf Barth

Der Tauchaer, seit 1975 Wetterbeobachter des Deutschen Wetterdienstes (DWD), führte wieder gewissenhaft Buch über das Wetter in der Parthestadt und fasst für die LVZ die wichtigsten Ergebnisse zusammen:

Das zum Jahreswechsel 2013 untypisch lang anhaltende "Frühlingswetter" mit Temperaturen bis zum zweistelligen Bereich festigt die Erkenntnis eines all zu oft schroffen Wechsels von Hochtemperaturperioden mit deutlich kühleren Abschnitten. Die im Januar dreiwöchigen Temperaturen mit Werten bis zu + 12,5 Grad Celsius (°C) brachten die Natur auf Frühjahrskurs. Erst Ende Januar meldete sich nach sechs Wochen viel zu milder Witterung der Winter mit eisiger Kälte und sehr niedriger Sonnenscheindauer bis Ende März zurück. Die Temperaturen sanken oft auf zweistellige Werte, am 26. Januar mit minus 15,7 °C auf den niedrigsten Wert des Winters. Noch am 24. März wurden 10,6 °C unter Null gemessen.

Bis Anfang April gab es 67 Tage Bodenfrost und 57 Tage mit einer Schneedecke, die noch am 1. April eine Höhe von vier Zentimeter hatte. Am höchsten lag der Schnee mit 16 Zentimetern am 24. Februar. Die sehnsüchtig erwartete Erwärmung setzte Anfang April rasch ein. Sie ließ ab Monatsmitte das Thermometer mehrfach auf 25 °C klettern, am 26. April sogar auf 27,3 °C. Die darauffolgende Abkühlung wurde begleitet von extrem hohen Niederschlägen, die im Mai bei 230 Prozent und im Juni bei 220 Prozent der üblichen Mengen lagen und die Niederschlagssumme des Flutjahres 2002 für diesen Zeitraum um zehn Prozent übertrafen. Diese Rekordwerte richteten vielerorts große Schäden an. Taucha blieb auch dieses Mal weitgehend davon verschont, da es für die Parthe genügend Ausweichflächen gibt. Es blieb bei der Hochwasserwarnstufe 2.

Die Monate Juli und August fielen eher zu trocken aus. Die Temperaturen lagen nur gering über den langjährigen Mittelwerten. Hitzeperioden mit Temperaturen über 30 °C, wie sie öfters in diesen beiden Monaten auftreten, blieben aus. Die höchste Temperatur des Sommers wurde am 26. Juli mit 35,7 °C gemessen, die Anzahl der heißen Tage begrenzte sich auf elf. Der Herbst zeigte sich über Wochen von der schönen Seite, wenn auch die Laubfärbung mehr als 14 Tage später einsetzte und bei weitem nicht so intensiv wie im Jahr zuvor war. Normale Sonnenscheindauer und viel zu milde Temperaturen der Monate Oktober bis Dezember luden zum Verweilen in der Natur ein. Die größte Abweichung vom Normalbereich der Temperatur wurde im Dezember festgestellt. Laut DWD war es um 3,2 °C zu warm.

Betrachtet man das Wetter des gesamten Jahres, so sind einige kritische Wetterlagen und Abweichungen vom langjährigen Mittelwert bemerkenswert: Der März war mit einer Durchschnittstemperatur von - 0,9 °C viel zu kalt. Der langjährige Mittelwert liegt bei + 4,2 °C. Die Sonne ließ sich in den Wintermonaten Januar und Februar viel zu wenig blicken. So lag laut DWD die Sonnenscheindauer im Januar bei 50,2 Prozent und im Februar bei 41,5 Prozent des langjährigen Mittels. Im Durchschnitt des gesamten Jahres dagegen lag sie im normalen Bereich.

Die Jahresniederschlagssumme in Taucha von 766,5 mm lag bedeutend über dem langjährigen Mittelwert von 628,0 mm. Der jemals höchste gemessene Jahreswert wurde 2010 mit 946,3 mm festgestellt. Niederschlagsmengen von über 700 mm traten in den letzten 50 Jahren 13 Mal auf. Die Niederschläge des gesamten Jahres von Leipzig von 721,1mm sowie auch der langjährigen Mittelwert zeigt wieder einmal eine Zunahme der Niederschläge im Leipziger Raum von Halle bis nach Machern in östlicher Richtung. So sind die langjährigen Messwerte von Taucha zirka 7,5 Prozent höher als die von Leipzig. Diese Aussagen bestätigen Forschungsergebnisse aus den 80er Jahren von 13 verschiedenen Messstellen.

Wegen extremer Wetterereignisse mit Unwetterpotential gab der DWD Warnungen heraus. Zum Beispiel: starke Schneefälle mit chaotischen Verkehrsverhältnissen vom 22. bis 26. Februar; starke Niederschläge im Mai und Juni in weiten Teilen Deutschlands (in Taucha am 21. Juni 65,5 mm); Hitzewarnungen am 27./28. Juli sowie am 2./3. August; Orkantief Xaver am 5. Dezember. Während es anderswo in Sachsen oft größere Schäden gibt, blieb Taucha erneut weitestgehend verschont.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.01.2014
Wolfram Lenk

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