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Taucha In Umbauplänen wird Tauchas Bahnhofstraße zur Sackgasse
Region Taucha In Umbauplänen wird Tauchas Bahnhofstraße zur Sackgasse
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13:56 19.05.2015

Vier dicke Aktenordner mit umfangreichem Kartenmaterial, Zeichnungen, Zahlenkolonnen und fachspezifischen Ausführungen liegen derzeit öffentlich aus. Allein für das Studium des zum Ordner 1 gehörenden 75-seitigen Erläuterungsberichtes können schon mal drei Stunden ins Land gehen, falls der Interessent sich auch noch umfangreichere Notizen macht.

Neben der Neuanordnung und Modernisierung der Bahnsteige, geht es auch um die Schließung der Bahnübergänge Gerichtsweg und Portitzer Straße. Die Bahn bietet für den Gerichtsweg nur Fußgängern und Radfahrern rund einen halben Kilometer versetzt einen Ersatz an. Denn am Bahnhof soll es eine Unterführung vom Vorplatz bis zur gegenüberliegenden Schillerstraße geben - inklusive eines Aufzuges zum Mittelbahnsteig, geeignet für 13 Personen, Fahrräder und Rollstuhlfahrer. Die entstehenden Umwege, etwa für die Kleingärtner der Anlage "Einigkeit", sieht die Deutsche Bahn Netz AG als zumutbar an. Dafür lässt sie den neben dem Bahngelände verlaufenden "Schwarzen Weg" Richtung Bahnhof samt Beleuchtung und Zugang zur Schillerstraße erneuern.

Die Planer haben zudem festgestellt, heißt es, dass im Gerichtsweg nur "mäßiger Verkehr" zu verzeichnen ist. Das sieht die Stadt Taucha offenbar anders und hat eine Verkehrszählung durchführen lassen, damit sie zu möglichen Auswirkungen auf die Verkehrsströme eine fundierte Stellungnahme abgeben kann. Die Auswertung der Zählung läuft noch. So viel scheint jetzt schon klar: Die Schließung des Bahnübergangs bei gleichzeitigem Verzicht der Bahn auf die Errichtung eines Eisenbahnübergangs an dieser Stelle stößt in Taucha auf wenig Gegenliebe. Doch im Bereich des jetzigen Übergangs soll das Elektrische Stellwerk Taucha gebaut werden. Auf beiden Seiten der Bahnlinie enden dann die Straßen als Sackgassen mit für Lkw geeigneten Wendehämmern. Das alte Stellwerk, von dem aus die Schranke noch per Handkurbel bedient wird, soll ebenso wie jenes an der Portitzer Straße abgerissen werden. Beide Stellwerke werden von dem neuen ersetzt.

Die Portitzer Straße soll abgesenkt und unter den Gleisen hindurchgeführt werden. Das bedeutet, die dort jetzt noch einmündende Bahnhofstraße wird ebenfalls zur Sackgasse. Lediglich Fußgänger und Radfahrer sollen dort noch Zugang zur Portitzer Straße haben. Diagonal gegenüber, auf der anderen Seite der Gleise wird die hinter Kaufland zur Graßdorfer Straße führende Fußgänger-/Radfahrer-"Schlippe" gleichfalls abgesenkt, sodass sie dann in die tiefer gelegte Portitzer Straße mündet. Während der Bauarbeiten wird dieser Weg allerdings gesperrt. Die Zufahrt zu Kaufland bleibt während und nach dem Straßenbau bestehen. Bauarbeiten gibt es auch Richtung Leipzig, denn der Eisenbahnübergang Lösegraben wird neu gebaut, der Grabenverlauf östlich versetzt.

Ab nächstem Jahr sollen die bauvorbereitenden Arbeiten, 2017 der Bau an sich starten. Das Ziel des Ganzen wird so beschrieben: "Umgestaltung und Optimierung der Eisenbahnanlagen, um die im Betriebsprogramm für 2025 prognostizierten Zugzahlen mit den Geschwindigkeiten von 120 km/h für diese Strecke fahren zu können. Gleichzeitig soll im Rahmen der Inbetriebnahme des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes mit den verbesserten Zugangs- und Umsteigemöglichkeiten an der Verkehrsstation Taucha die Anzahl der Bahnreisenden nachhaltig erhöht werden." Zur Rechtfertigung der Planung heißt es unter anderem, dass Regional-Express- und S-Bahn-Linie Taucha im Stundentakt bedienen. Die Fahrzeiten in das Leipziger Stadtzentrum sowie in den Leipziger Süden würden deutlich verkürzt. - Das aber ist bereits mit der Inbetriebnahme des City-Tunnels Realität, auch ohne Umbau. Nur dass später dann in Taucha auch S-Bahnzüge beginnen und enden, das ist, wie auch das neue Stellwerk, noch Zukunftsmusik. Die Funktion als S-Bahn-Endstation erfüllt derzeit ersatzweise der Haltepunkt in Thekla.

Die Unterlagen liegen noch bis zum 4. Februar im Rathaus in der Schloßstraße 13, Zimmer E01 zur öffentlichen Einsichtnahme aus. Einwände können bis zum 18. Februar schriftlich vorgebracht werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.01.2015
Olaf Barth

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