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In der Region ist Taucha in Sachen Niederschlag ganz weit vorn

In der Region ist Taucha in Sachen Niederschlag ganz weit vorn

Starkregen sorgte am Dienstagabend am Graßdorfer Gut für eine Überschwemmung: "Als ich meine Tochter und eine Klassenkameradin von der Schule abholte, standen wir gegen 18 Uhr vor dieser Riesenpfütze.

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"Land unter!" hieß es am Dienstagabend am Pferdehof Graßdorf. LVZ-Leser Eckart Wiegräbe lichtete diese für den Autofahrer missliche Situation ab.

Quelle: Eckart Wiegräbe

Taucha. Der blaue Golf hatte schon vergeblich versucht, sie zu durchqueren, und wurde dann von einem freundlichen Helfer herausgeschoben", berichtete gestern Eckart Wiegräbe. Mit seinem Foto scheint er die Erkenntnis, dass es in Taucha öfter nass ist, zu bestätigen.

Interessant wird es, wenn die Aufzeichnungen von Wolfram Lenk und seine Bezüge zur "Großwetterlage" hinzugezogen werden. Der Tauchaer, der seit 1975 Wetterbeobachter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist, führte erneut gewissenhaft Buch über das Wetter in der Parthestadt und blickt für die LVZ auf das vergangene Halbjahr zurück:

Wenn man auf die Witterungsabläufe der letzten Monate zurückblickt, so sind Niederschlagsdefizite, die häufig zu hohen Temperaturen und die lange Sonnenscheindauer weit über den üblichen Mittelwerten sehr auffällig. Im Zeitraum des meteorologischen Winters vom Dezember bis Februar war von weißer Winterpracht kaum etwas zu spüren; der "Frühling im Winter" erreichte schon im Januar seinen Höhepunkt. Die Temperaturen sanken erst ab der 2. Januar-Dekade unter den Gefrierpunkt. Am 26. Januar wurden sogar minus 12,1 Grad Celsius gemessen. Die höchste Temperatur des Winters wurde am 7. Februar mit plus 14,3 Grad Celsius erreicht. Insgesamt gab es im Februar an 19 Tagen Temperaturen im zweistelligen Plusbereich.

Nur an neun Tagen gab es eine geringe Schneedecke von vier bis fünf Zentimetern. Trotz des milden Wetters gab es allerdings an 50 Tagen leichten Bodenfrost. Da der Trend zu überhöhten Temperaturen auch im März und April anhielt, setzte das Pflanzenwachstum und die Obstbaumblüte etwa zwei bis drei Wochen zu früh ein. Diesen "Bilderbuchfrühling" begleitete eine ausgeprägte Trockenheit, die volle vier Monate anhielt. Landwirte befürchteten Ertragsausfälle. Bis Ende April betrug die Niederschlagsfehlmenge 112 Millimeter. Das entspricht etwa 2,5 Monatsmengen. Auch die hohen Mai-Niederschläge von 139,3 Millimetern - das sind 307 Prozent des langjährigen Mittelwertes - konnten das Defizit nicht ausgleichen. Die Starkniederschläge von 44,5 Millimetern am 28. Mai und von 28,5 Millimetern am 29. Mai hatten Unwetterpotential aber in Taucha keine nennenswerten Auswirkungen. Mit 61 Prozent der üblichen Regenmengen war der Monat Juni wiederum zu trocken. Das Wetter um Pfingsten mit Temperaturen bis zu 34,4 Grad Celsius zeigte sich von seiner besten Seite. Danach war es überwiegend wechselhaft, obwohl öfter Temperaturen von 20 bis 26 Grad Celsius auftraten.

Betrachtet man zusammenfassend Temperaturen, Sonnenscheindauer und Niederschläge im ersten Halbjahr, so muss folgende Feststellung getroffen werden: Die Temperaturen entsprachen nur im Mai und Juni dem langjährigem Mittelwert. Die Monate davor waren viel zu warm, im Februar sogar um 4,8 Grad Celsius (DWD). Eine normale Sonnenscheindauer konnte lediglich im Januar und Mai festgestellt werden. Für die Monate Februar, März, April und Juni summierte sich das Plus auf 183 Stunden.

Niederschläge fielen bis zum 30. Juni 246,8 Millimeter, was 86 Prozent des 30 -jährigen Mittels entspricht. Ähnlich niedrige Niederschläge traten schon 2011 mit 208 mm auf. Überdurchschnittliche Regenmengen fernab von den vieljährigen Mittelwerten gab es 2007 und 2013. Vergleicht man die amtlichen Niederschlagsmengen von Leipzig (201,1 Millimeter) mit denen von Taucha (246,8 Millimeter) so ergibt sich erneut, dass Taucha im Leipziger Raum ein markantes Gebiet hinsichtlich der Niederschlagsmengen ist. Immerhin liegen die 2014 in Taucha gemessenen Mengen um 17,4 Prozent höher. Dieser Trend wurde bereits in den achtziger Jahren von Müller und Junge an 13 verschiedenen Standorten in Leipzig über zehn Jahre ermittelt und ausgewertet.

Zum Starkregen am Dienstag nannte Lenk gestern Daten: "Innerhalb von 24 Stunden sind 58,8 Millimeter Niederschlag gefallen. Das ist allerhand."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.07.2014
Wolfram Lenk

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