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Taucha Jahrelange Brachfläche „Bogumils Park“ wird neues Stadtviertel
Region Taucha Jahrelange Brachfläche „Bogumils Park“ wird neues Stadtviertel
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07:01 13.02.2019
Das ungültige Bauschild für Bogumilspark kündet noch von den Plänen des Vorbesitzers für diese Brachfläche an der B 87. Es wird jetzt alles ganz anders. Quelle: Foto: Olaf Barth
Taucha

Dass sich nun tatsächlich auf dem Grundstück etwas tut, mutet fast schon sensationell an. Denn seit Beginn der 90-er Jahre tat sich auf diesem Areal zwischen Ernst-Moritz-Arndt-Straße und B 87 nahezu nichts. Lediglich der sich schon zu einem kleinen Wäldchen entwickelte Wildwuchs wurde hin und wieder entfernt. Doch nun besteht die Stadt Taucha nicht mehr auf die Einhaltung eines rechtskräftigen Vorhaben- und Erschließungsplanes aus den 1990er-Jahren. Dieser alte Plan sieht die Errichtung eines Appartementhotels vor. Mit dem Festhalten daran verhinderte die Stadt ein anderes Vorhaben des ehemaligen Eigentümers.

Der bei Stuttgart ansässige Immobilienentwickler Eberhard Hickethier hätte aufgrund der aktuellen Marktlage lieber Stadtvillen, Ein- und Zweifamilienhäuser sowie ein Ärztehaus errichtet. Das entsprach aber für diesen Standort nicht den städtebaulichen Vorstellungen der Stadt. Gespräche darüber scheiterten, so landete das Ganze vor Gericht, was zugunsten Tauchas ausging. Schließlich verkaufte Hickethier 2017 das Areal und ließ die Klagen gegen Stadt und Landratsamt fallen. „Das Kapitel ist für mich abgeschlossen“, hatte Hickethier gegenüber der LVZ gesagt.

Eigentümerwechsel im Einvernehmen

Als neuer Eigentümer wollte der Projektentwickler Richard Zikeli aus Taucha mit seiner Leipziger Firma KWP Immoblien GmbH das Gebiet im Einvernehmen mit der Stadt gestalten. Doch der 65-Jährige hat das Areal im Sommer vorigen Jahres veräußert. „Alles im Einvernehmen. Ich habe das Projekt angeschoben, aber aus strategischen und Kapazitätsgründen ist das jetzt beim neuen Eigentümer besser aufgehoben“, sagte Zikeli. Außerdem sei er inzwischen Rentner.

Besitzer und Investor ist jetzt der Tauchaer Bauunternehmer Thomas Süß. Der 48-jährige Chef der Süß Bau GmbH hatte bereits vor einiger Zeit auf Anfrage der LVZ bestätigt, das Grundstück erworben zu haben. Und er hatte seinen Willen bekundet, gemeinsam mit der Stadt etwas Vernünftiges entwickeln zu wollen. Aus Sicht der Stadtverwaltung und der in den Ausschüssen involvierten Stadträte ist das offenbar gelungen. Sonst wäre wohl kaum ein Aufstellungsbeschluss für den Plan auf den Weg gebracht worden. „Wenn das vom Stadtrat so beschlossen und von der Stadt so begleitet wird, dann ist das ein Vorhaben, das wir gern, zeitnah und schnell für die Stadt umsetzen möchten, damit es da voran geht“, erklärte Süß am Dienstag.

Parkdeck auf Discounter-Dach

Wie Bürgermeister Tobias Meier (FDP) diese Woche informierte, sieht der Bebauungsplan nun vor, dass an dem Standort Gewerbe mit einer Einzelhandelseinrichtung in Form eines Discounters vorgesehen ist, eine Kindertagesstätte mit rund 90 Plätzen, betreutes Wohnen mit bis zu 60 Wohneinheiten sowie viergeschossige Wohnhäuser entlang der Leipziger Straße. Stadtvillen und Einfamilienhäuser kommen in dem Plan nicht vor. Bereits vor Monaten sickerte durch, dass Aldi umziehen möchte und diesen Standort ins Auge gefasst hat, offiziell bestätigt ist das noch nicht. Festgeschrieben ist aber, dass eine Handelseinrichtung im Zentrum des neuen Wohngebietes angesiedelt wird, das neben einem Parkplatz auch über ein Parkdeck auf dem Dach verfügen soll.

Die Haupterschließung der rund 14 000 Quadratmeter großen Fläche soll über die Leipziger Straße erfolgen. Was die künftigen Ein- und Ausfahrten für das neue Stadtviertel von und zur B 87 angeht, sei man mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr im Gespräch.

Meier: „Wir waren für Kompromisse offen“

Bezüglich des nun plötzlich nicht mehr präsenten alten Erschließungsplanes aus den 90-er Jahren meinte Meier: „Dieses Konzept wird nicht weiter verfolgt. Wir legen einen B-Plan im beschleunigten Verfahren darüber. Wir waren immer offen für Gespräche und bereit, Kompromisse zu finden. Jetzt sind wir sehr froh, es mit einem konsensbereiten Eigentümer zu tun zu haben, der im Sinne der städtebaulichen Entwicklung vorgeht. Man sieht, dass dies möglich ist.“

In einer gemeinsamen Sitzung des Technischen und Umweltausschusses haben die dort vertretenen Stadträte am 15. Januar bereits für ein entsprechendes Bebauungsplanverfahren votiert.

Von Olaf Barth

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