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Jazz begleitet Literatur zu den Sachsen

Jazz begleitet Literatur zu den Sachsen

Swing-Klänge, staunenswerte Geschichten über uns Sachsen, zwei mit Humor begabte Tauchaer Urgesteine und ein über 100 Jahre altes Wahrzeichen - der Aussichtsturm im Tauchaer Stadtpark - gaben am Samstag die idyllische Kulisse für einen vergnüglichen Nachmittag mitten in der Natur.

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Humorvolle Sachsen: Musiker Harry Künzel (rechts) und Verleger Dieter Nadolski.

Quelle: Ingrid Hildebrandt

Taucha. Rund zwei Dutzend Besucher pilgerten erwartungsvoll den Hügel hinauf, um zu erfahren, worauf Sachsen stolz sein können und wurden natürlich nicht enttäuscht.

Eine beeindruckende Story nach der anderen erzählte der Tauchaer Verleger Dieter Nadolski, nicht ohne zuvor eine Bitte an den Meteorologen Karl Christian Bruhns zu richten, der sich einst durch Wetterstationen in Sachsen verdient machte. "Er müsste doch Einsehen haben, wenn wir ihm hier ein Kapitel widmen", hoffte Nadolski auf eine trockene Open-Air-Veranstaltung. Immerhin reichte Bruhns "Einfluss" bis gegen 16.30 Uhr, dann siegte der Regenguss.

Doch bis dahin lauschten die Besucher, gut beschirmt und vergnügt, den pfiffigen und erfindungsreichen Sachsen. Wer weiß schon, dass der Dollar aus dem Erzgebirge kommt, die erste Tageszeitung auf unserem Globus in Leipzig gedruckt wurde, Adam Ries, ein Annaberger Rechenmeister, das Wurzelzeichen in die Mathematik einführte und eine "erhebende Erfindung", ein Frauenleibchen als Brustträger, genauso in Dresden erfunden wurde, wie der Kaffeefilter. Der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands sollte ebenfalls nicht vergessen werden: der Striezelmarkt in Elbflorenz. Gewürdigt werden müsse auch der Kamenzer Gotthold Ephraim Lessing und sein "Nathan der Weise". Dessen Botschaft von Toleranz, Humanität und respektvollem Umgang ist heute wieder aktuell.

Ständig ergänzt Autor Roger Rössing seinen im Tauchaer Verlag veröffentlichten Band "Wir wirklich tollen Sachsen". Den gäbe es vielleicht gar nicht, hätte sich Herausgeber Nadolski in einer bayrischen Kneipe nicht anhören müssen: "Was habt ihr Sachsen schon Großes geleistet?" und "Die sprechen so komisch!" Aber ausgerechnet der oft belächelte Dialekt sei zur Grundlage der deutschen Hochsprache geworden. Darauf gab's einen Tusch und gleich noch einen: Harry Künzel spielte Bachs Toccata ebenso gekonnt wie dessen berühmtes "Air" oder moderne Klassiker aus "Porgy and Bess". Und weil der Musiker den Schalk ebenso im Nacken hat, wie der Verleger, machte das bisschen Regen fast gar nichts. "Ein unterhaltsamer Nachmittag", freute sich auch Initiator Hartmut Nevoigt über die humorvollen Sachsen im Stadtpark.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.06.2015
Ingrid Hildebrandt

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