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Taucha Jetzt auch Widerstand gegen innerstädtische Trasse der B87n
Region Taucha Jetzt auch Widerstand gegen innerstädtische Trasse der B87n
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21:00 11.08.2010
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Taucha

Mehr als 50 Anwohner waren dem Aufruf von Peter Pieske aus der Bahnhofstraße am Dienstagabend in die Gaststätte Bauvereinshöhe gefolgt. Damit kamen mehr Betroffene, als zur Gründung der Bürgerinitiative „Alternative B 87“. Wie berichtet, hatte die beim aktuellen Verfahren mehr als 2000 Einwendungen gegen eine vorgeschlagene Trasse durch die Parthenaue bei Sehlis organisiert. Der Regionale Planungsverband Westsachsen, der derzeit im Rahmen seiner Regionalplan-Überarbeitung Stellung beziehen muss für die im Bundesverkehrswegeplan vorgeschriebene neue B 87n zwischen Leipzig und Torgau, hatte wegen der geballten Proteste die Notbremse gezogen, will nun eine Trasse nördlich der alten B87 bevorzugen. Die war bis vor knapp zwei Jahren offizielle Politik der Stadt Taucha, die dafür Grundstücke entlang der Bahn im Flächennutzungsplan vorsah – bis das Autobahnamt Sachsen als Bauträger neue Trassen fand, die Flächen freigab.

Die Südbewegung habe gezeigt, dass in dem Verfahren etwas erreicht werden könne, sagte Pieske den Betroffenen. „Wenn wir noch etwas verhindern wollen, müssen wir aber jetzt aktiv werden“, meinte er. Hintergrund: Nur noch bis 2. September können gegen die geänderten Pläne beim Regionalen Planungsverband in der Bautzner Straße 76 in 04347 Leipzig Einwände erhoben werden.

Gründe, einer Trasse entlang der Bahn in Taucha zu widersprechen, gebe es genug, so Anwohner Lutz Kowollik. „Alle, die nicht wollen, dass Taucha nochmal geteilt wird, können Einwände erheben“, meinte er. In einer Muster-Einwendung geht es um Nachteile, Belästigungen und gesundheitliche Schäden durch noch mehr Verkehrslärm, Feinstaub und Abgase zusätzlich zu schon hohen Belastungen entlang der Bahn. Arbeitsplätze, Handels-, Produktions- und Gewerbebetriebe sowie Kleingartenanlagen würden vernichtet, Schulkinder und Behinderte durch die weitere Zerteilung der Stadt gefährdet. „Andere Städte bemühen sich, den Verkehr aus dem Zentrum zu verdrängen, Taucha will ihn mitten in die Stadt holen“, schimpfte Pieske.

Insgesamt verstoße eine innerstädtische Trassenführung gegen wesentliche Umweltziele zum Schutz der Menschen, heißt es in dem vorbereiteten Schreiben. Es könne ab Sonnabend in der Lotto-Annahmestelle in der Bahnhofstraße abgeholt werden, so Pieske. Jeder könne es mit Einwänden ergänzen. Im dortigen Ladenlokal sollten die Zettel auch wieder abgegeben werden, um sie gebündelt der Planungsstelle zu überreichen.

„Wenn wir auf etwa 500 bis 700 Einwendungen kommen, wirkt das. Dann werden die Verantwortlichen merken, dass es sich nicht nur um ein paar Querulanten handelt“, sagte Pieske. Er will sich heute mit der Planungsstelle ins Benehmen setzen, um Details des Verfahrens zu besprechen. Nach dem 2. September müsse der Widerstand in einer Bürgerinitiative gebündelt werden, um wirksam zu bleiben, fand er.

Thomas Becher von der BI „Alternative B  87“ versprach, den Dialog mit Pieske und Co zu suchen. Gleichwohl müsse gegen den Verkehr in Taucha etwas getan werden. „Eine gedeckelte Variante, von der Anwohner kaum etwas mitkriegen, mit Grünzügen obenauf mitten durch die Stadt hat schon Charme.“

Jörg ter Vehn

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