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Taucha Jo Herz hat Jubiläen – aber feiert nicht
Region Taucha Jo Herz hat Jubiläen – aber feiert nicht
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10:00 02.12.2011
Und Action: Jo Herz in seinem kleinen Atelier inmitten einiger seiner Gemälde. Der Maler, Schnellzeichner und Karikaturist ist vor allem bekannt geworden durch die von ihm erfundenen „Action-Hand-Painting-Shows“. Quelle: Jörg ter Vehn
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Taucha

Joachim Herzau, so sein bürgerlicher Name, kann sich noch gut an den 9. Oktober 1978 erinnern. Im Mariannenpark in Leipzig habe er damals seinen ersten öffentlichen Auftritt gehabt. Das liegt nun 33 Jahre zurück – Grund genug für andere, aus der „Schnapszahl“ eine große Nummer zu machen. Nicht so der bodenständige Herz.

„Ich bin mir als Künstler nie für irgendetwas zu schade gewesen“, sagt er. So bemalte er kalte Fleischereien und öde Häuserwände genauso wie er Helmut Kohl zeichnete, Sachsens Landesväter Kurt Biedenkopf und Stanislaw Tillich in Szene setzte.

Gelernt hat er das buchstäblich Stich für Stich. „Ich habe an der Wertpapierdruckerei gearbeitet, ein richtiges Studium war das damals“, erzählt der inzwischen 60-Jährige. Als Wertpapiergrafiker habe er an Banknoten gearbeitet, nur um manchmal mitzuerleben, dass sie nach zwei Jahren Entwicklungszeit frisch gedruckt gleich wieder verbrannt wurden.

„Aber ich hab schon immer schnell Dinge auf den Punkt bringen können“, beschreibt er sein vielleicht größtes Talent, das natürlich dabei zu kurz kam. So begann er nebenbei als Schnellzeichner, arbeitete sich in der Amateurszene der DDR schnell hoch.

Nach der Wende habe er einige Zeit gebraucht, um als Profi Fuß zu fassen, sagt er. In diese Zeit fiel es auch, als er für eine Show angesagt werden sollte. „Das war 1991/92“, erinnert er sich. „Ein Franzose hat mit meinem Namen nichts anfangen können, ihn für die Ansage einfach verkürzt. Und ich bin dabei geblieben“, schmunzelt er.

Ein Schnellzeichner wie Herz benötigt naturgemäß Unmengen Papier und Farbe. Durch seine regelmäßigen Papierbestellungen weiß Herz aber, wie viele Blätter er verbraucht hat für sein Gewerbe: „Ich habe jüngst auf das 30 000. Stück Papierkarton gezeichnet“, hat er ausgerechnet – wieder ein kleines Jubiläum. Hinzu kämen allerdings noch Hunderte von Leinwände.

Auf großen und kleinen Firmenfeiern in der ganzen Republik hat Herz schon seine Action-Hand-Painting-Show abgezogen: Zu fetziger Musik tanzt er wie ein Derwisch vor einer Leinwand, scheint diese ziellos mit Händen voller Farbe zu beklatschen – bis darauf allmählich Porträts bekannter Personen wie Michael Jackson, Udo Lindenberg, Madonna oder Gebäude wie das Völkerschlachtdenkmal, der Eiffelturm oder mehr entstehen. Dahinter steckt Können – aber auch hartes Training. Derzeit probt Herz schon mal für das SG Taucha-Weihnachtsfest am Wochenende. „Die Personen da zu karikieren ist gar nicht einfach“, sagt er stirnrunzelnd, greift wieder in die Farbtöpfe, nimmt erneut Anlauf: „Und Action!“

Jörg ter Vehn

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