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Taucha Jungbulle Johann geht als letzter
Region Taucha Jungbulle Johann geht als letzter
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09:00 31.12.2011
Wasserbüffel-Ära endet: Jungbulle Johann verlässt als letzter die Feuchtwiese unterhalb des Stadtparkes, zieht um an die Kiesgrube Dewitz. Quelle: Jörg ter Vehn
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Taucha

Die Tiere von Biolandwirt Holger Weichhan hatten in den vergangenen sieben Jahren für Freude und Ärger gesorgt.

Johann sträubte sich. Nur widerwillig ließ er sich von der Wiese herunterholen, auf der seit dem Frühjahr stand. Am Mittwoch bereits waren seine beiden Kollegen von dem Areal unterhalb des Stadtparkes abgeholt worden. „Da hatte er sich tief im Schilf versteckt“, erklärte Weichhan. Erst gestern Vormittag sei es gelungen, den Bullen in einem Gatter festzusetzen. Am frühen Nachmittag stand der Abtransport an, zu dem Weichhan dann trotzdem noch viel Überredungskunst und die tatkräftige Unterstützung einiger Helfer benötigte, bis sich Johann in den Tieranhänger bewegte.

Er kam auf die eingezäunten Wiesen rund um die Kiesgrube Dewitz, die Weichhan gehören. Seit ein paar Wochen grasen dort bereits seine Verwandten, „mit Johann werden sieben Tiere dort stehen“, kündigte Weichhan an und wünschte sich, dass nun Ruhe einkehrt rund um die Tiere und ihre Haltung in Taucha. Zum Jahresende sei ihm ganz regulär der Pachtvertrag für die Wiese gekündigt worden, erklärte der studierte Landwirt. Die anderen Verfahren lägen vor Gericht.

Denn so sehr die urigen Wasserbüffel in den ersten Jahren ab 2004 auch Schulklassen, Wanderer und Ausflügler erfreuten, so schnell gab es Streit mit den Nachbarn, weil immer wieder Tiere ausbüxten. Selbst gestern Vormittag hatten Unbekannte wieder den Strom vom Weidezaun abgekoppelt – allerdings wollte Johann ja nicht runter von seiner Wiese. Andere Büffel wollten es vorher umso mehr und gingen auf Wanderschaft – sehr zum Ärgernis der Anwohner und der Polizei. Als dann auch noch Streit um die Haltung der Tiere aufkam und die Stadt wegen des nahen Schulradwegs aus Sicherheitsgründen auf ein starken Holzzaun ums riesige Gelände bestand, eskalierte die Situation. Gegen die fristlose Kündigung ging Weichhan noch vor, gegen die reguläre ging das nicht.

Wann die neuen Tiere – der zuständige Zweckverband Parthenaue hatte Galloway-Rinder angekündigt – auf die Wiese ziehen, blieb gestern unklar. Im Verbandsbüro war gestern niemand erreichbar.

Jörg ter Vehn

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