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Kämmerer von Taucha wegen riskanter Finanzgeschäfte beurlaubt

Zwei Millionen Euro Schaden Kämmerer von Taucha wegen riskanter Finanzgeschäfte beurlaubt

Es geht um einen Schaden von mehr als zwei Millionen Euro: Tauchas Kämmerer Thomas Sauer und dessen Stellvertreterin sind wegen riskanten Finanzgeschäften überraschend beurlaubt worden.

Tauchas Kämmerer Thomas Sauer und seine Stellvertreterin sind beurlaubt worden.
 

Quelle: Olaf Barth

Taucha.  Paukenschlag in der Parthestadt: Tauchas Kämmerer Thomas Sauer und dessen Stellvertreterin Petra Kostka sind bereits am Freitag von Bürgermeister Tobias Meier (FDP) wegen Risikogeschäften im Finanzsektor beurlaubt worden. Wie am Montag in einer erst kurz vor 20 Uhr verbreiteten Pressemitteilung aus dem Rathaus weiter erklärt wurde, sei der Stadt durch diese Geschäfte ein Schaden in Höhe von 2.085.000 Euro zugefügt worden.

Um welche Geschäfte konkret es sich handelte, wurde noch nicht bekannt. Sie seien aber entgegen gültiger Haushaltsgrundsätze abgeschlossen worden. Meier habe davon am Donnerstag, den 4. August, Kenntnis erhalten und am 5. August die beiden Mitarbeiter beurlaubt, die offensichtlich schon im Februar von dem drohenden Schaden ausgehen mussten, ihrer Informationspflicht aber weder gegenüber dem Bürgermeister noch dem Stadtrat nachkamen, heißt es.

Anwaltskanzlei mit Aufklärung beauftragt

„Noch am Donnerstag wurden von mir die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates sowie die beiden stellvertretenden Bürgermeister persönlich informiert. Am Freitag informierte ich die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die Rechtsaufsicht des Landkreises Nordsachsen sowie alle Stadträte“, erklärte Meier.

Zur lückenlosen Aufklärung des Sachverhalts sei eine Anwaltskanzlei als Rechtsbeistand und eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt worden. Auch die Möglichkeiten der Schadensbegrenzung seien zu prüfen und die Vorgänge unter arbeits- und strafrechtlichen Gesichtspunkten aufzuarbeiten. Die Kosten der externen Dienstleister sowie etwaige Zinsausfälle, deren Höhe derzeit noch nicht beziffert werden kann, müssten dem Schaden noch hinzugerechnet werden.

Als erste Maßnahme verkündete Meier, dass zukünftige Anlage- und Kreditgeschäfte im Finanzbereich nicht mehr nur über das „Vier-Augen-Prinzip“ getätigt werden, sondern zusätzlich vom Bürgermeister genehmigt werden müssen. Außerdem sollen die betreffenden Gremien des Stadtrates einbezogen werden.

Von Olaf Barth

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