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Taucha Kanalbau in Wurzner Straße ruht
Region Taucha Kanalbau in Wurzner Straße ruht
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10:00 24.08.2011
Abgesperrt: In der Wurzner Straße ruht der Kanalbau. Die Kommunalen Wasserwerke Leipzig als Bauherr begründen den Schritt mit Problemen durch viel Grund- und Schichtenwasser. Quelle: Jörg ter Vehn
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Taucha

„Es ist problematisch.“ Polier Gero Teucher ist kein Mann der vielen Worte. In der Wurzner Straße habe mit dem Kanalbau aufgehört werden müssen, als immer mehr Sand und Wasser in die Baugrube geströmt seien, erzählt er. Schließlich stünden Häuser nebenan, gibt er zu bedenken. Und wenn Sand ins Loch ströme, fehle der anderswo. Nachbarn erzählen sich, dass es schon Risse an einem Haus an der Wurzner Straße gebe, deshalb der Bau gestoppt wurde.

Bis zu 4,60 Meter tief müssen die Rohre in der Wurzner Straße verlegt werden, um das Abwasser im freien Gefälle vom Wohngebiet an der Engelsdorfer Straße in Richtung Sammler an der Parthe abfließen lassen zu können. Problem ist dabei die kleine Anhöhe im alten Plösitzer Kern, die durchschnitten werden muss. Dort ruht derweil der Kanalbau, wird seit Wochen Wasser abgepumpt – wenn nicht Unbekannte, wie öfter über die Wochenenden geschehen, die Generatoren ausschalten und Kabel zerstören, Pumpen lahmlegen und die Wasserhaltung auf dem Bau erschweren. Schon mehrfach hätten montags die Arbeiten erst später beginnen können, weil stundenlang Wasser aus den Gruben gepumpt werden musste, erzählen Nachbarn.

Conny Bursian, die einen kleinen Blumenladen an der Ecke Wurzner/Engelsdorfer Straße betreibt, sieht dem Treiben mit schwerem Herzen zu. „Heute hat noch keine Kunde den Weg zu mir gefunden“, erzählt sie. An ihrem süßen Laden liegt es nicht. Aber die Wurzner Straße ist voll gesperrt (nur Busse dürfen durch), die Straßen rundum sind eine Schotter-Baustelle – „selbst auf Panitzscher Seite wird gebaut, darf keiner zu uns rein“, sagt sie mit Sorge um die Kundschaft.

Dabei hatte sie während der schlimmsten Bauzeit ihren Laden extra geschlossen und Urlaub gemacht. Beim Wiederkommen gab es einen doppelten Schreck: Immer noch Baustelle vor der Tür – „und dann haben Rohre an unserer Hauswand gestanden und Unbekannte konnten so oben ein Graffito dransprühen“, sagt sie. „Da war der Urlaubseffekt gleich wieder weg.“

„Wir wussten, dass es eine schwierige Ecke ist“, sagt Katja Gläß von den Kommunalen Wasserwerken Leipzig (KWL). Daher seien im Vorfeld Bodenproben genommen worden. Dennoch könne der Baugrund von Meter zu Meter verschieden sein, Probleme wie jetzt mit starkem Schichten- und Grundwasser seien nur schwer vorherzusagen.

Schäden an Häusern seien den KWL bislang nicht bekannt, „aber natürlich müssen wir vor Vorsorge treffen, dass den Häusern nichts geschieht“, so Gläß. Daher ruhe aktuell der Kanalbau nahe Haus Nummer 37. Baugrundgutachter, Tiefbaufirma, Ingenieurbüro und KWL würden sich derzeit abstimmen, wie es weitergehen soll. Im Gespräch sei, über weitere Lanzen aus bis zu sechs Metern Tiefe Wasser aus dem Erdreich abzupumpen und so den Bau zu ermöglichen. Wann die fehlenden gut 60 Meter Kanal zu Ende gebaut werden, könne sie nicht sagen, so Gläß. „Wir hoffen auf ein Ende im Herbst.“

In Plösitz werden in vier Bauabschnitten gut 1500 Meter Kanäle verlegt, hundert Häuser ans Abwassernetz abgeschlossen. Die KWL investieren rund 800 000 Euro.

Jörg ter Vehn

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