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Taucha Katzen, die über fremde Grundstücke laufen
Region Taucha Katzen, die über fremde Grundstücke laufen
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14:19 19.05.2015
Versucht zu vermitteln: Tauchas Friedensrichterin Franziska Lerchner. Quelle: Olaf Barth

Damit die Streitfälle nicht gleich vor Gericht landen, gibt es auch in Taucha die Institution des Friedensrichters. Über 35 Mal wandten sich die Parthestädter vergangenes Jahr an diese Schiedsstelle.

Nicht nur während der monatlichen Sprechzeiten im Rathaus, auch außerhalb dieser Termine stehen nach Vereinbarung Friedensrichterin Franziska Lerchner und ihr Stellvertreter Gerald Leichsenring für Schlichtungsgespräche bereit. "Wir arbeiten sehr gut zusammen und ergänzen uns. Das klappt prima", freut sich die Tauchaerin. Die Themen in den telefonischen oder persönlichen Beratungsgesprächen sind vielfältig und ähneln sich doch seit Jahren: "Laub und Obst aus dem Nachbargarten, grillen auf der Terrasse eines Mehrfamilienhauses, das Betreten des Nachbargrundstückes bei dringenden Baumaßnahmen, Baumpflanzung auf der Grundstücksgrenze oder fremde Tiere, zum Beispiel Katzen, betreten das eigene Grundstück - das sind nur einige Beispiele von Fällen, über die wir mit Bürgern gesprochen haben", erklärte Lerchner unlängst vor den Tauchaer Stadträten. "Dabei konnten wir in den meisten Fällen Lösungsanregungen für die entstandene Konfliktsituation aufzeigen. Lediglich einmal kam es zu einer Schlichtungsverhandlung. Bei der gelang es mit beiden Parteien, eine einvernehmlich Lösung zu erarbeiten und zu protokollieren", sagte die 45-Jährige. Dabei sei es um zu dichte Bepflanzung an einer Grundstücksgrenze gegangen. Die Friedensrichterin hält den Weg zur Schiedsstelle als schnellste Möglichkeit, mit relativ geringem Aufwand und niedrigen Kosten eine Lösung in einem Konflikt herbeizuführen. Zum Beispiel im Fall des Betretens ­eines Nachbargrundstücks empfiehlt die Tauchaerin, die bei den Leipziger Stadtwerken arbeitet, folgendes: "Zuerst mit dem Nachbarn reden und mit ihm einen Termin oder Zeitraum für die Arbeiten abstimmen." Wie genau sich die Nachbarn wegen der Katze auf fremdem Grundstück einigten, weiß sie nicht. "Das war eine lose Anfrage, beide haben sich offenbar dann doch ohne unser Zutun geeinigt."

Damit Lerchner und Leichsenring die Gespräche sachkundig führen können, nahmen sie auch 2013 wieder an Fortbildungsveranstaltungen des Bundes Deutscher Schiedsmänner und -frauen teil. "Solche Termine sind immer auch eine gute Gelegenheit für eine gemeindeübergreifende Kommunikation und intensiven Erfahrungsaustausch. So danke ich dem Stadtrat und dem Bürgermeister dafür, dass wir für unsere Tätigkeit als Friedensrichter die größtmögliche Unterstützung erhalten, das ist nicht in allen Städten und Gemeinden selbstverständlich", führte Lerchner aus. Dank und Anerkennung bekam sie umgehend zurück. "Ihre Tätigkeit ist sehr wichtig für ein friedliches Miteinander. Verhärtete Fronten in einem Nachbarschaftsstreit braucht keiner", zollte Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD) den Friedensrichtern größten Respekt.

Übrigens geht Kaisers Liedtext korrekt so: Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn ihm die schöne Nachbarin gefällt. - Da sind dann auch die Friedensrichter machtlos und es kommen gegebenenfalls andere Institutionen ins Spiel: Standesamt, Eheberater oder Scheidungsrichter.

Jeden zweiten Dienstag im Monat hat Franziska Lerchner von 16 bis 18 Uhr in der Schiedsstelle, Schloßstraße 13, Zimmer 206, Sprechzeit. Telefonisch ist sie dort unter 034298 70210 zu erreichen. Außerhalb dieser Termine ist sie erreichbar unter 034298 73125 oder 0176 81143672. Gerald Leichsenring: 0160 7219567 oder per E-Mail unter leichsenring.gerald@gmx.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.03.2014
Olaf Barth

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