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Kein Pardon für Schwerstbehinderten

Kein Pardon für Schwerstbehinderten

Der Ärger um den Privatparkplatz in der Karl-Große-Straße reißt nicht ab. Unter den diese Woche dort abgeschleppten Wagen befand sich sogar der eines Schwerstbehinderten.

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Früher offen für alle, nun von einer halleschen Firma gepachtet: der umstrittene Parkplatz in der Karl-Große-Straße.

Quelle: Jörg ter Vehn

Taucha. Benachbarte Firmen überlegen jetzt, den Platz gemeinsam für ihre Kundschaft zu mieten.

Pfarrer Armin Bernhardt befindet sich zwar offiziell im Ruhestand, aber Seelsorge übernimmt der Rentner noch genauso wie Aufgaben für seine Diözese. So war diese Woche bei ihm in der Windmühlenstraße ein Schwerstbehinderter zu Besuch. Wegen der Baustelle vor seiner Tür und des Hinweises des Stadt, Anwohner dürften in allen benachbarten Straßen parken, habe sein Gast den Wagen auf dem Parkplatz in der Karl-Große-Straße abgestellt, berichtete Bernhardt. Schließlich dürfe der Schwerstbehinderte mit dem Extra-Schild und einem Ausweis im Auto auch sonst so ziemlich jeden Parkplatz nutzen.

Umso größer war die Überraschung, als der Mann nach dem Gespräch seinen Wagen nicht mehr wiederfand, so Bernhardt. „Schlimmer noch, darin lagen auch seine Krücken und wichtige Medikamente“, erklärte er die Situation. Zu guter Letzt habe der Mann erfahren, sein Auto sei nach Leipzig abgeschleppt worden. „Dabei sind wir doch hier eigentlich im Landkreis Nordsachsen“, so der Pfarrer im Unruhestand. Vollkommen hilflos sei der Mann seinem Schicksal überlassen worden, schimpft er. „Und dabei sieht der Parkplatz wie ein öffentlicher aus.“

Tatsächlich stehen aber Schilder vor der Einfahrt: ein großes, das für einbiegende Autofahrer kaum lesbar ist, und ein unscheinbares, deutlich kleineres an der Fahrerseite. Seit dem späten Frühjahr hat die hallesche Firma Wemax den Platz von Modehausbesitzer Fischer gepachtet, der nach Jahren der freien Benutzung nicht mehr auf den Kosten für die Stellflächen sitzen bleiben wollte (die LVZ berichtete). Seitdem häufen sich die Beschwerden über abgeschleppte Autos und Vertragsstrafen in Höhe von 30 Euro für unerlaubtes Parken.

Wemax-Chef Torsten Märker bedauerte gestern zwar den Vorfall mit dem Schwerstbehinderten. Aber der habe auf einem Privatgrundstück nun mal keine Sonderrechte. Er müsse als Pächter für alle eine klare Linie fahren und die laute nun mal Abschleppen, was dort nicht hingehört.

Oft lägen Zettel in den Wagen, die auf einen Sonderfall hinweisen, um dort parken zu können. „Ich glaube, wir haben so ziemlich jede Ausrede schon mal gehört“, so Märker. Schon wegen der Glaubwürdigkeit gegenüber seiner zahlenden Kundschaft könne er daher keine Ausnahme zulassen.

Wie bekannt wurde, wollen sich jedoch zehn benachbarte Firmen zusammentun und den Platz für ihre Kunden mieten. Am Freitag werde es dazu eine Zusammenkunft geben, bestätigte Kino-Chef Daniel Grahl. Das Thema Parken brenne allen Anliegern mit Publikumsverkehr unter den Nägeln. „Wer fährt schon zu einem Kino, zu einem Arzt oder zu einer Apotheke, wenn er von vornherein weiß, dass es dort keine Parkplätze gibt?“, erläutert er die Probleme. Er selber spüre die Einbußen wegen der Parksituation „ganz deutlich“, so Grahl.

Märker erklärte sich gerne bereit zur Vermietung. Geklärt werden müsse nur noch, wie lange die Kunden stehen bleiben dürften.

Jörg ter Vehn

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