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Taucha Kirchgemeinde bringt neues Hilfsprojekt auf den Weg
Region Taucha Kirchgemeinde bringt neues Hilfsprojekt auf den Weg
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00:38 25.06.2015
Pfarrer Gottfried Edelmann und Christine Rademacher werben für das Hilfsprojekt "Zeit-Tausch-Börse". Quelle: Olaf Barth
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Taucha

"Wir stellen uns das als eine Art Ehrenamtsbörse vor, in der Menschen, die Hilfe suchen, mit jenen zusammenkommen, die sich Zeit nehmen und Hilfe anbieten", erklärte Pfarrer Gottfried Edelmann. Dabei gehe es nicht nur um Flüchtlinge und Asylbewerber, sondern generell um hilfsbedürftige Mitmenschen.

Ideengeberin für dieses Projekt ist die Tauchaer Mathematik-Professorin Christine Rademacher. Schon vor Jahren initiierte sie die Hausaufgabenhilfe. "Doch es zeigte sich zunehmend, dass der Bedarf auch auf anderen Gebieten groß ist, deshalb wollen wir die Hilfsangebote ausweiten", sagte die 54-Jährige. Sie möchte zudem ausdrücklich betonen, dass dieses Projekt nur machbar ist, weil es viele Leute mittragen. "Sowohl von der organisatorischen Seite her als auch, indem praktische Hilfe ja bereits in vielfältiger Form geleistet wird, wie zum Beispiel Hausaufgabenbetreuung, das spontane Abholen von Flüchtlingen vom Flughafen und Begleiten in Wohnungen, kostenloser Deutschunterricht, Begleitung auf Ämter, Unterstützung bei der Wohnungssuche und vieles mehr", zählte Rademacher auf. Daran würden sich jetzt schon viele Tauchaerinnen und Tauchaer beteiligen, die sich nicht unbedingt kirchlich gebunden fühlen.

Dass in der Stadt Hilfsbereitschaft vorhanden ist, wurde auch zu Monatsbeginn bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Flüchtlinge und Asylbewerber deutlich. Immer wieder fragten Besucher konkret nach, wie sie helfen könnten, wo sie sich dafür melden müssten. Gleichzeitig klang auch Kritik an, dass zum Beispiel im extra als Begegnungsstätte eingerichteten Café International die Kontaktaufnahme zu Hilfebedürftigen gar nicht wie gewünscht zustande komme. An der Stelle bat der Pfarrer um Geduld und Verständnis: "Es ist nicht jedermanns Sache, sich gleich fremden Menschen in einer ihm völlig fremden Umgebung anzuvertrauen. Das braucht mitunter Zeit, die Menschen haben ein schwere Zeit hinter sich."

Dennoch gab es nach der Veranstaltung bereits eine erfolgreiche Vermittlung. Einem elfjährigen Jungen aus Serbien steht nun die Tür in einem Sportverein offen. Ansprechpartnerin in der Stadtverwaltung ist Denise Sprinz (Telefon 034298 70202) vom Sachbereich Soziales/Jugend. Sie nimmt den Bedarf und entsprechende Anfragen auf und leitet das mit dem Einverständnis der Familien an Rademacher als Vermittlerin weiter. Ebenso meldeten sich bereits Personen in der Stadtverwaltung, die freie Kapazitäten haben.

"Bei alldem ist aber wichtig, dass Anonymität und Privatsphäre gewahrt bleiben. Anforderungen des Datenschutzes werden beachtet und Versicherungsfragen werden über die Kirchgemeinde geklärt", sagte der Pfarrer. Seine Kirchgemeinde habe die Aktion zwar mit initiiert, doch er würde sich freuen, wenn es wie bei der Kleiderkammer ein ökumenisches Projekt werden würde.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.06.2015
Olaf Barth

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