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Taucha Kirchgemeinde muss Kantorat verkaufen
Region Taucha Kirchgemeinde muss Kantorat verkaufen
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17:17 30.11.2009

Um die Eigenmittel für die Sanierung aufzubringen, muss sie jetzt das ungenutzte Kantorat in Dewitz veräußern. Meterlange Risse ziehen sich durch den Kirchturm von St. Moritz. Wie berichtet, gefährden sie die Statik des Felssteinturmes so stark, dass auch das Geläut nur noch zu wichtigen Anlässen erklingen darf – zu groß ist die Gefahr, dass sich die Risse sonst noch weiter vergrößern. „Es sieht im Moment aber nicht so aus, als ob wir noch in diesem Jahr mit der Sanierung beginnen könnten“, bedauert Pfarrer Gottfried Edelmann. Der zuständige Baupfleger der Landeskirche habe ihm mitgeteilt, dass wegen der allgemeinen finanziellen Lage die Landeskirche darum bitte, dass erstmal die Gemeinde alle vorhandenen Mittel mobilisiere. Im Tauchaer Fall bedeute dies, dass die Gemeinde zunächst das ungenutzte und leer stehende Kantorat in Dewitz veräußern müsse, um die Eigenmittel zusammenzubekommen, so der Pfarrer. Die Gemeinde wollte sich schon länger von dem Haus trennen. Im Frühjahr sei schon einmal eine Verpachtung geplant gewesen, „aber da ist der Interessent abgesprungen“, so Edelmann. Derzeit gebe es neue Interessenten, „wir sind in der Sondierungsphase“, so Edelmann. Problematisch für die Gemeinde: Das alte Kantorat war in Erwartung fester Mieter teilsaniert worden. Trotzdem steht es seit längerem leer, die Kredite lasten noch heute auf dem Gebäude. „Mit der Erlös aus dem Hausverkauf müssten wir eigentlich die Kredite ablösen“, findet Edelmann. „Aber zugleich brauchen wir das Geld, um Eigenmittel für den Kirchturm zu erwirtschaften.“ Rund 360 000 Euro sind nach Schätzung eines Ingenieurbüros aus Leipzig für die Turmsanierung nötig, 62 000 Euro davon allein für das Auswechseln der Schieferplatten, die wegen vergammelter Nägelköpfe herunterzufallen drohen. Die Stadt Taucha hatte sich bereit erklärt, knapp 100 000 Euro aus dem Innenstadt-Sanierungs-Fördertopf bereitzustellen. Problem: Das Programm läuft zum Jahresende aus. Auf Gelder, die später erst später abgerufen werden, müssten Zinsen entrichtet werden. Immerhin brauche die Abrechnung der Gelder erst Ende 2010 abgeschlossen sein, hieß es gestern von der Stadt. Edelmann setzt nun auf Spenden zur Unterstützung des Vorhabens. „Ich hoffe, dass wir in der Adventszeit noch die Herzen erreichen“, sagt er. Gelegenheit, über den Turm zu reden, gibt es in der Gemeinde genug. So wird ab heute jeden Tag ein anderes Gemeindeglied sein Haus für Gespräche öffnen. „Wir nennen das den lebendigen Adventskalender“, freut sich der Pfarrer.

Jörg ter Vehn

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