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Kirchgemeinde startet neues Hilfsprojekt

Kirchgemeinde startet neues Hilfsprojekt

Mit einem spontanen Hilfseinsatz sorgten Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde St. Moritz Taucha am Pfingstmontag dafür, dass rund 20 syrische Kriegsflüchtlinge aus einer misslichen Lage erlöst und sicher in der Parthestadt untergebracht werden konnten.

Taucha. Die Frauen, Männer und Kinder einer Großfamilie waren an ihrem bisherigen Wohnort in der Leipziger Eisenbahnstraße von anderen ausländischen Bewohnern angegriffen worden (die LVZ berichtete). "Das war gerade für die Kinder ein schreckliches und sehr emotionales Erlebnis. Doch die Polizisten haben super reagiert, vor allem dieser Merbitz, ein toller Typ", lobte Christine Rademacher von der Gemeinde die Zusammenarbeit mit den Beamten und meinte konkret Leipzigs Polizeipräsidenten Bernd Merbitz. Mitglieder der Kirchgemeinde nahmen die betroffenen Flüchtlinge, die Hälfte davon Kinder, vorerst bei sich auf. "Bei den Angegriffenen handelte es sich um Verwandte einer bereits seit vielen Jahren in Taucha lebenden syrischen Familie, die von der Gemeinde unterstützt wird und auch schon die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Wir sind mit zur Polizei, wollten einfach die Kinder von der Straße holen", blickte gestern Rademacher auf das Geschehen zurück. Die Familien seien nach Taucha gebracht, beköstigt, aufgeteilt und privat untergebracht worden. Derzeit wird mit den Behörden geklärt, wie es weitergeht.

Aktuell sind in Taucha zirka 45 Asylbewerber dezentral untergebracht, teilte Jens Rühling, im Rathaus Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales, gestern auf LVZ-Anfrage mit. Momentan sei die Unterbringung einer größeren Zahl weiterer Personen nicht vorgesehen. Dennoch werde der Landkreis bei seiner Aufgabe, Flüchtlinge und Asylbewerber aufzunehmen, auch künftig unterstützt. Wie in jeder größeren Stadt würde dabei auch nach Möglichkeiten für die Einrichtung einer Sammelunterkunft gesucht. Zurzeit besteht dafür aber kein Bedarf, sagte Rühling. Für die noch in Leipzig gemeldeten Zuzüge aus der Eisenbahnstraße sei zunächst das Landratsamt Nordsachsen zuständig. Dort wird derzeit alles unternommen, die Situation zu klären, Konkretes lässt sich aber noch nicht sagen, teilte gestern Pressesprecher Rayk Bergner mit.

Tauchas St.-Moritz-Gemeinde will derweil ein neues Projekt ins Leben rufen, um jetzigen sowie auch künftigen Asylbewerbern und Flüchtlingen bei der Integration zu helfen. Unter dem Titel "Zeit-Tausch-Börse" will die Gemeinde Menschen zusammenbringen, die helfen und die sich untereinander in unterschiedlichen Dingen unterstützen können. "Wir stellen uns das als eine Art Ehrenamtsbörse vor, in der Menschen, die Hilfe suchen, mit jenen zusammenkommen, die sich Zeit nehmen und Hilfe anbieten", erklärte Pfarrer Gottfried Edelmann. Die Kirchgemeinde stoße es an, aber es soll ein Projekt werden, das von der ganzen Stadt getragen wird.

"Dabei geht es nicht nur um Asylbewerber, sondern generell um hilfsbedürftige Mitmenschen", sagte der 61-Jährige. In einer Informationsveranstaltung am Dienstag, 2. Juni, soll ab 19.30 Uhr in der Grundschule Am Park das Projekt öffentlich vorgestellt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.05.2015
Olaf Barth

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