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Taucha Kirchturmuhr zeigt selten richtige Zeit an
Region Taucha Kirchturmuhr zeigt selten richtige Zeit an
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16:05 19.05.2015
Auf die am Tauchaer Kirchturm angezeigte Uhrzeit kann man sich derzeit nicht hundertprozentig verlassen. Quelle: Olaf Barth

"Das ist eine unendliche, auch mich ärgernde Geschichte", sagte Pfarrer Gottfried Edelmann von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde St. Moritz. Alle Bemühungen, dieses Problem zu lösen, scheiterten bisher. "Die Pirnaer Firma, die das alte Uhrwerk überarbeitet und die Teile überholt hat, versichert, dass die Uhr hundertprozentig in der Werkstatt funktioniert hat. Jetzt im Kirchturm hat sie es noch nie eine Woche lang geschafft, pünktlich zu gehen. So große Abweichungen in so kurzer Zeit, das ist schon erstaunlich", zeigt sich der Pfarrer etwas ratlos.

Den Optimismus, dass es nun doch noch mit einer genauen Zeitanzeige klappen könnte, verliert der Pfarrer nicht. Zwar habe auch ein zweite Firma bisher nicht helfen können. Doch vielleicht liege es ja daran, dass die Gewichte an den Pendeln noch nicht die optimale Stellung haben und damit auch die Geschwindigkeit der Pendel nicht korrekt eingestellt ist. Vergeblich habe er bisher allerdings jemanden gesucht, der jede Woche ehrenamtlich in den Turm kraxelt, um die Gewichte zu verschieben und die Uhr nachzustellen, wenn sie wieder von der richtigen Zeit abweicht. "Vor dem Maultrommelfestival habe ich das noch einmal selbst erledigt, deshalb geht die Uhr nun einigermaßen genau. Doch ab Freitag bin ich wieder zehn Tage bei einer Rüstzeit unterwegs und nach meiner Rückkehr, befürchte ich, geht die Uhr sicher wieder falsch", erklärt der Gottesmann.

Und nicht nur die Zeit wird falsch angezeigt. Denn am Gestänge, das zu den Zifferblättern führt, ist eine Zeituhr mit Kontakt für das Tag-Geläut angebracht. Dieses ertönt ebenso wie das Schlagwerk zur falschen Zeit, wenn die Uhr ungenau geht. In Taucha ist das bereits Gesprächsstoff. "Beim Frisör letztens bin ich auch darauf angesprochen worden, diese Uhr ist wirklich ein Thema", weiß auch der Pfarrer.

Dass die für "eine Stange Geld" angeschaffte Uhr einen komplizierten Aufbau hat, ist dem Pfarrer bewusst: "Es gibt da einige Knackpunkte. Sie steht recht weit unterhalb der Zifferblätter und hat ein sehr langes Gestänge und mehrere Kupplungsstellen. Hinzu kommt die Querverteilung zu den vier Zifferblättern." Dennoch teilt Edelmann die Meinung jener, dass es rein handwerklich, von einer entsprechenden Fachfirma ausgeführt, durchaus möglich sein müsste, die Uhr zur korrekten Zeitanzeige zu bringen. Doch darum will er sich dann erneut nach der Rückkehr von der Rüstzeit befassen.

Die um 1900 gebaute Uhr des Leipziger Herstellers "B. Zachariä" war voriges Jahr im Juni durch einen Ringtausch nach Taucha gelangt und stammt ursprünglich aus der Petrikirche in Dresden (die LVZ berichtete). Anlässlich der Sanierung des Kirchturms im Jahr 2010 hatte die Kirchgemeinde zeitgleich versucht, ein neues Uhrwerk zu bekommen, da das alte aus den 60-er Jahren "nicht so gut" gewesen sei. Olaf Barth

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.08.2013

Olaf Barth

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