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Taucha Kirchweihfest mit Klangspaziergang
Region Taucha Kirchweihfest mit Klangspaziergang
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15:56 19.05.2015
Der Klangkünstler Helmut Lemke (Dritter von rechts) hat es geschafft, die Sehliser enger zusammenrücken zu lassen. Quelle: Julia Tonne

Das wievielte Fest es eigentlich ist, weiß keiner der Sehliser so ganz genau, auch wenn auf der diesjährigen Ankündigung die Zahl 763 stand. "Wir haben hier bestimmt schon weit über 1000 Feste gefeiert", sagt Klaus Drengacs und lacht. Neu war am Wochenende nur eines: die Wiese gegenüber der Katharinenkirche, auf der getanzt, gelacht und geredet wurde.

Der Einladung von Lemke zu einem Klangspaziergang waren etliche Sehliser gefolgt. Zusammen mit den Bewohnern des Dorfes sollen in den kommenden Wochen Klangobjekte entstehen, die dann im Ort aufgestellt werden. "Mir sind eigentlich die Prozesse mit den Menschen wichtiger, nicht ein materielles Ergebnis. Aber die Sehliser wollten unbedingt ein konkretes Ziel für das Projekt", erklärt der Klangkünstler Lemke. Deshalb solle es zunächst Prototypen geben, unter anderem einen Summstein. In einen Findling werde dafür ein großes Loch gebohrt, in das der Kopf gesteckt werden könne. "Wenn man dann summt, ergibt sich eine völlig andere Resonanz", so Lemke weiter. Geplant ist außerdem eine Rinne aus ausgehöhlten Baumstämmen, durch die Wasser fließen könne. Sehlis hören, das sei Ziel des Projektes.

Für viele Besucher des Festes ist es auch nach fünf Monaten noch verwunderlich, dass es ein Einzelner geschafft hat, die Dorfgemeinschaft noch enger zusammenrücken zu lassen. "Ausgerechnet ein Westfale, der seit Jahren in England lebt, hat den Kontakt zwischen den Dorfbewohnern gestärkt", sagt Ulrich Laue. Deshalb könnten sich viele gut vorstellen, die eingeführten Klanggespräche als Tradition weiterzuführen.

Damit hätten die Sehliser geschafft, was sich die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft mit dem Projekt "Dörfer für Kunst" versprochen hat. "Es bringt Menschen zusammen, die sonst vielleicht nicht miteinander ins Gespräch gekommen wären", betont Stephan Lütgert, Geschäftsführer der Stiftung.

Die Zusammengehörigkeit wurde aber nicht nur beim Spaziergang deutlich, wenn es auch vereinzelt Stimmen gab, die den Sinn des Projektes anzweifelten, sondern auch bei den Veranstaltungen in der Kirche. Sowohl beim Theaterstück "Königin der Nacht" als auch beim Konzert wurde klar: Hier gibt es eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft. Julia Tonne

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.09.2013

Julia Tonne

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