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Taucha Klamme Kassen – aber Planung für B87n läuft weiter
Region Taucha Klamme Kassen – aber Planung für B87n läuft weiter
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08:00 05.04.2012
Widerstand: Mit Plakaten wie diesem wehren sich Anwohner gegen die geplante vierspurige Straße. Quelle: Jörg ter Vehn
Taucha/Borsdorf

Der Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn, verkehrspolitischer Sprecher von Bündnis 90/Grüne, erklärte eingangs das Dilemma des Bundesverkehrswegeplans, in dem der Bau der B87n nur in Teilen im vordringlichen Bedarf enthalten ist: Schon jetzt fehlten 47 Milliarden Euro, um bundesweit alle vordringlichen Maßnahmen bis 2015 zu realisieren. Grund: Viele Projekte seien deutlich teurer geworden, nur über „politische Preise“ und das Drängen von „Landesfürsten“ und Wahlkreisabgeordneten überhaupt in den Plan hineingekommen, so Kühn.

Rund 1,4 Milliarden Euro gebe es bundesweit jährlich für die Maßnahmen, aktuell davon jährlich 60 bis 70 Millionen für Sachsen. Die Mittel seien für die Fertigstellung der A72 und der B178n aber größtenteils auf Jahre gebunden. Im neuen Investitionsrahmenplan der Bundesregierung tauche die B87n auch schon gar nicht mehr auf – nicht mal im „weiteren Bedarf“ mit einer Realisierung nach 2015, so Kühn.

Die jüngste Verkehrszählung 2010 habe zudem deutlich weniger Verkehr ermittelt als angenommen. Hinter Taucha Richtung Eilenburg seien 8600 Fahrzeuge am Tag ermittelt worden, 28 000 müssten es laut Prognose bis 2025 werden – „das ist mehr als gegenwärtig am Sportforum in Leipzig gezählt werden“, so Kühn. Dabei schrumpfe die Bevölkerung des Kreises bis 2030 um mehr als ein Achtel, sei der Ölpreis schon jetzt doppelt so teurer wie bei der Verkehrsprognose für 2020 geschätzt.

Dennoch sei die Gefahr nicht gebannt, meinte BI-Vorsitzender Mathias Leutert. Wie berichtet, waren die BIs vorige Woche im Bundesverkehrsministerium, sprachen mit den Planern, die die Unterlagen für das anstehende Raumordnungsverfahren durchgingen. „Uns hat man bedeutet, dass man die Prüfungen zurückstellen würde, wenn gegen die Fortschreibung des Regionalplanes geklagt würde“, sagte Leutert. Wie berichtet, hatten Borsdorf und Taucha ihre Bereitschaft dazu signalisiert, falls die Straße durch die Parthenaue führen soll, aber den Zeitpunkt der Klage offen gehalten.

Leutert: „Wir sehen die akute Gefahr, dass entweder die Vorzugstrasse durch die Parthenaue gebaut oder die B6n für die B87n mitgenutzt wird.“ Er dränge deshalb auf die Klagen, die nur die Kommunen führen könnten. Bürger dürfen erst beim letzten Schritt, dem Planfeststellungsverfahren, und dann nur einmal klagen – vor dem Bundesverwaltungsgericht.

Jörg ter Vehn

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