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Taucha Kleine "Waldgeister" errichten Barriere gegen Reiter
Region Taucha Kleine "Waldgeister" errichten Barriere gegen Reiter
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16:36 19.05.2015
Gesperrt: Die Pönitzer Waldgeister haben gegen Reiter eine Barriere in "ihrem" Waldstück errichtet. Pferdeäpfel wollen sie hier nicht. Quelle: Julia Tonne

Denn die Kinder der Kita in Pönitz kennen jedes kleine Fleckchen Erde in "ihrem" Wald. Seit mittlerweile zehn Jahren kommen sie in ihr eigenes Areal, das ihnen der Förster für Ausflüge, zum Erkunden und zum Erforschen der Natur überlassen hat. Jetzt haben die kleinen Waldbesucher ihr Paradies abgesperrt, um vor allem den Reitern den Weg zu verwehren.

"Die Pferde sind hier immer durchgelaufen und haben Haufen hinterlassen", erklärt die fünfjährige Lilly. Das wollten die Kinder nicht länger hinnehmen, haben daher aus Ästen, kleinen Stämmen und mit viel Ausdauer ein Hindernis errichtet. Noch immer sind die Ein- bis Sechsjährigen eifrig bei der Sache, stapeln Ast um Ast und haben mit einem Schild kenntlich gemacht, wer hier Zutritt hat. Pferde mögen sie dennoch, anhand der Spuren können Julia und Elisa sogar erkennen, ob die Pferde Hufeisen tragen oder nicht.

Mindestens einmal in der Woche steht ein Besuch im Wald an. "Und hier haben die Kinder manchmal mehr Freiheiten als in der Einrichtung", erklärt die Leiterin Anja Grundmann. Ob Klettern an den Ästen, das Bauen einer Hütte, Lagerfeuer, Spurensuche oder einfach nur Balancieren auf umgestürzten Baumstämmen: Möglich ist alles, was die Natur so hergibt. "Die Kinder können sich alleine aussuchen, was sie machen wollen, manche toben sich richtig aus, andere sammeln Käfer", erzählt Erzieherin Birgit Kramer. Vorgaben gebe es nicht, nur eine Bedingung: unnatürliche Gegenstände haben in dem Areal nichts zu suchen. Nägel und ähnliches dürfen nicht verarbeitet werden, Hütte, Absperrung, Sitzkreis und Schaukeln sind aus den Dingen hergestellt, die der Wald so hergibt.

Die Kinder profitieren jedoch nicht nur davon, die Jahreszeiten und Naturphänomene zu erleben. "Auch das soziale Miteinander wird gestärkt, indem die Vorschüler die ganz Kleinen an die Hand nehmen und ihnen den Wald zeigen und erklären", begründet Kramer. Julia ist daher immer zur Stelle, wenn sich der einjährige Alexander auf Entdeckungsreise begibt, Elisa kümmert sich hingegen um den zweijährigen Karl Friedrich, wenn der das Balancieren ausprobieren möchte. Schmutzige Pullover und löchrige Hosen bleiben dabei nicht aus, auch die ein oder andere Schramme ziert Kinderarme und -beine. "Unsere Eltern sehen das gelassen, sie wissen, dass wir jede Woche hier sind und dass die Kinder nicht sauber bleiben", sagt Grundmann und lacht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.06.2013

Julia Tonne

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