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„Könnte ein Kneipp-Paradies werden“

„Könnte ein Kneipp-Paradies werden“

Von Brandis über Borsdorf und Taucha bis Leipzig: Die alles verbindende Parthe soll mehr ins Bewusstsein der Bürger rücken. Wie das gehen kann und welche Rolle dabei etwa eine Kneippmeile in Taucha spielen könnte, wurde am Donnerstagabend in der Grundschule Am Park vorgestellt.

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Künftige Kneippmeile? Am Partheumfluter soll nach Plänen von Stadt und Zweckverband Parthenaue ein Wasserplatz zum Verweilen entstehen.

Quelle: Jörg ter Vehn

Taucha. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, sagte eingangs Bürgermeister Holger Schirmbeck als Vorsitzender des Zweckverbandes Parthenaue. Der hatte mit Unterstützung des Grünen Ringes Leipzig und mit Förderung des Freistaats eine Machbarkeitstudie in Auftrag gegeben, wie die Parthe von Zweenfurth bis Leipzig besser erlebbar gemacht werden könnte. Er glaube fest, dass der Nahtourismus mit Ausflügen wie früher wieder komme, erklärte Schirmbeck den Hintergrund der Studie, die letztlich das Potenzial der Parthe ergründen und ermitteln sollte, wie es genutzt und ausgebaut werden könnte.

Landschaftsarchitekt Carlo Becker entwickelte mit seinem Team dazu Leitstrategien wie „Als Fluss erleben“, „Entfesseln und überschwemmen“, „Inszenieren und wachküssen“ und „Räume qualifizieren“, untersuchte auch eine wassertouristische Nutzung. Letztere sei schon wegen der naturschutzrechtlichen Räume schwierig, eigentlich nur ab Thekla möglich. Aber das Gelände der ehemaligen Wollkämmerei in Leipzig böte zum Beispiel die Chance einer gezielten Überschwemmung, wie sie auch die Stadt Taucha in der Glockentiefe plane oder in einem künftigen Auenpark durch Rückverlegung der Flussdeiche südlich der Schöppenteiche bis hinter den Sportplatz, erläuterte Becker.

Gestartet werden soll jedoch mit so genannten Wasserplätzen, die einmal in jedem Ort am Fluss entlang das Gewässer besser nutz- und erlebbar machen sollen. Der Borsdorfer Bürgermeister Ludwig Martin erläuterte, wie der auch vom jährlichen Entenrennen beliebte Hexentanzplatz in Panitzsch bis zum Ufer hinunter befestigt und gestaltet werden könnte. Schirmbeck schlug einen Wasserplatz am Ausgang der Badergasse vor, wo früher auch ein Parthestrandbad existierte. Der Platz liege günstig an Rad- und Wanderrouten, an zentralen Wegen der Stadt, am Eingang zur Altstadt, an einem Kinderspielplatz und sei mit einer Steinwand bereits attraktiv gestaltet. Vereine, Anwohner und Gewerbetreibende könnten die Akteure werden, Angebote zum Verweilen schaffen und letztlich die Wirtschaft fördern. „Es könnte ein Kneipp-Paradies werden“, so Schirmbeck, „mit Anschluss an ein Kneipenviertel in der Altstadt.“ Auf Einwurf eines Bürgers sagte der Bürgermeister, es gebe auch noch andere Ideen für Taucha, „aber wir sind auf Partnersuche dafür.“

Verbandsgeschäftsführer Andreas Gumbrecht erklärte, dass angesichts knapper kommunaler Kassen mit Hilfe von Geld für den Wegebau, den Hochwasserschutz, die integrierte ländlichen Entwicklung und über Spenden Projekte finanziert werden müssten.

Eines ist so schon weit gediehen. In Sehlis solle wieder eine Brücke über die Parthe Richtung Plösitz entstehen, so Schirmbeck. Möglich sei dies durch das Engagement von Bürgern, Handwerkern und der Stadt. Eine Aktie daran hat auch Carlo Bergmann. Der Sehliser will eine Stiftung „Mehr Natur für Sehlis“ gründen, 90 Hektar Fläche im Ort und 800 Meter am Partheufer einbringen. Er finde auch den Gedanken, Parthe-Altarme wieder zu öffnen interessant, ließ Bergmann weitere Ideen erkennen. Handfest war der Einwurf von Heiko Thonig. Er kritisierte, dass ein ausgewiesener Wanderweg nach Panitzsch immer wieder einfach umgepflügt werde. Gumbrecht kündigte Gespräche mit dem zuständigen Landwirt an.

Jörg ter Vehn

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Taucha in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Nordsachsen

Fläche: 33,23 km²

Einwohner: 15.128 Einwohner (Dezember 2015)

Bevölkerungsdichte: 455 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04425

Ortsvorwahlen: 034298

Stadtverwaltung: Schlossstraße 13, 04425 Taucha

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