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Kohle neben Sonnenenergie - Tauchas Stadtrat gibt grünes Licht für Errichtung einer Photovoltaik-Anlage

Kohle neben Sonnenenergie - Tauchas Stadtrat gibt grünes Licht für Errichtung einer Photovoltaik-Anlage

Wenn immer vom "ehemaligen Tauchaer Kohlenhof" in der Matthias-Erzberger-Straße die Rede ist, dann ist das nicht ganz korrekt. Zwar gibt es dort keine Berge mehr von dem einst so begehrten schwarzen Brennstoff, doch noch immer können sich hier Firmen für ihre Kunden Kohlen abholen.

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Transport-Unternehmer Max Sobek (links) holt auf dem Tauchaer Kohlenhof eine Ladung des schwarzen Brennstoffs ab. Filialleiter Thomas Matthäi hat das Transportband eingeschaltet und lässt die Kohlen in den Container purzeln.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. "Es ist ja nicht mehr viel, ein Bunker wird hier noch genutzt, kein Vergleich zu früher. Der Bedarf ist ja auch sehr zurückgegangen", sagte der Leipziger Unternehmer Max Sobek. Er war mit seinem Container-Lkw gekommen, um für einen Kunden vier Tonnen der Briketts abzuholen.

Herangeschafft und aufgeladen wurden sie von Thomas Matthäi. Der 63-Jährige ist der Filialleiter der Kohlen Sparen Saxonia Taucha GmbH: "Wie es hier weiter geht? Keine Ahnung. Würde mich auch interessieren, ob wir hier bleiben können oder zumachen müssen." Denn auf dem größten Teil des vor ihm liegenden Geländes sollen schon bald Sonnenkollektoren stehen. Der Tauchaer Stadtrat hatte letzten Donnerstag in seiner Sitzung grünes Licht für den Bebauungsplan gegeben. Zwölf Ja-Stimmen standen drei Enthaltungen und vier Nein-Stimmen entgegen. Laut Bau-Fachbereichsleiterin Barbara Stein gab es nach der öffentlichen Auslegung der Planung keine privaten Einwände. Lediglich ein Hinweis aus dem Landratsamt musste in den Beschluss eingearbeitet werden. "2,05 Hektar des Geländes werden nun als Sondergebiet Photovoltaik ausgewiesen. Die restlichen 0,55 Hektar bleiben weiter dem Gewerbe vorbehalten, dazu gehört auch das Tierheim", informierte Stein.

Die Brennstoff-Saxonia ist bisheriger Mieter eines kleineren Teiles des Geländes, Vermieter ist die in Chemnitz sitzende Rheinbraun Brennstoff GmbH. "Noch sind wir der Besitzer, aber wir veräußern 21 800 Quadratmeter. Das betrifft aber nicht das benachbarte Tierheim und auch nicht das jetzt noch von Saxonia genutzte Gelände. Die kann ihren Kohlenhandel weiter betreiben", sagte gestern auf LVZ-Anfrage Sylvelin Neumann. Sie ist bei Rheinbraun für die Immobilien zuständig.

Am 1. Oktober soll nun mit dem Aufbau der Photovoltaik-Anlage begonnen werden. Das teilte gestern auf Anfrage Bernd Meyer von der Wohnconsult Immobilien GmbH (WCI) aus Apolda mit. Der 61-Jährige arbeitet dort im Planungsbüro, entwickelte das Projekt und bringt auch die Investoren dafür mit. "Seit zirka sieben Jahren beschäftigt sich unser Unternehmen intensiv mit Photovoltaik-Anlagen. Wir hatten für die Rheinbraun ein solches Projekt bereits entwickelt und so entstand der Kontakt nach Taucha. Hier ist eine Anlage mit rund 1,26 Megawatt Leistung geplant, zirka 4800 Module werden das", sagte der Thüringer. Insgesamt sollen in der Parthestadt für diese Anlage 1,2 Millionen Euro investiert werden. Wer die beiden stark interessierten Investoren sind, wollte Meyer noch nicht verraten. Auf jeden Fall soll vier Wochen nach Baubeginn Solarstrom ins Netz eingespeist werden.

Auch wenn er ursprünglich schon viel früher loslegen wollte, ist Meyer mit dem bisherigen Verlauf dieser Ansiedlungsbemühungen zufrieden: "Wir haben gute Kontakte zur Mitnetz und wurden auch von der Stadt Taucha fair und gut begleitet. Na ja, und dass es Diskussionen über das Für und Wider gab, ist ja normal in einer Demokratie. Aber niemand kann etwas dafür, dass es im August keine Stadtratssitzung gab und der Bebauungsplan jetzt erst beschlossen werden konnte."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.09.2013

Olaf Barth

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