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Taucha Kranke Bäume sollen weichen
Region Taucha Kranke Bäume sollen weichen
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15:10 19.05.2015
Der Baumexperte zeigt mit dem Hammer in der Hand auf den Fuß einer Esche, wo sich der Hallimasch-Pilz ausbreitet. Quelle: Olaf Barth

Eingeladen hatte dazu die Stadtverwaltung, die sich zugleich einen erfahrenen Baumexperten als Gutachter hinzugezogen hatte. Professor Klaus Kempe führte mit einem Hammer in der Hand die Gruppe von Baum zu Baum. "Hören Sie des?", fragte der Senior, nachdem er im Merkwitzer Park unten gegen einen Robinienstamm geschlagen hatte. Es klang verdächtig hohl. "Der Wurzelhals ist ausgefault. Damit ist nicht zu spaßen. Der Baum muss weg", ist Kempes klare Empfehlung.

Als Ausgleich empfiehlt Kempe statt Robinie, die nicht in diese Gegen gehöre und eigentlich "Unkraut" sei, standorttsypische Bäume wie Blut- und RotBuchen, Eichen oder Pavien. Dabei handele es sich um eine Kastanienart, die nicht so anfällig für den Schädling Miniermotte sein soll. Ebenfalls "ausgefault" ist eine Linde, die sich Richtung Spielplatz neigt. Auch dieser Problembaum wird der Säge zum Opfer fallen. Regelrecht Mitleid zeigte Kempe mit einer rund 25 Meter hohen Esche. Doch mittels seines Hammers wies er auch hier die hohlen Klänge nach und zeigte auf die Krankheitsursache: Hallimasch. "Der Baum wird rundum ausgefressen. Hier muss die Säge her, ob wir wollen, oder nicht. Oben ist er noch gut, aber am Fuß gibt es eine fortschreitende Zerstörung. Der Kerl richtet ordentlich Schaden an, wenn er fällt", machte der Gutachter auf mögliche Folgen aufmerksam. Der vierte und letzte Baum, der weichen soll, ist ein von einem aggressiven Pilz befallener Spitzahorn. "Der Fuß ist tot, der Baum ist nicht zu halten", sagte Kempe und zeigte auf die Stellen. Holz an Holz wächst an gleicher Stelle ein Zwillingsbaum in die Höhe. Nach eingehender Beratung sagte dann unter zustimmendem Nicken Stadtrat Roland Gasch (Grüne): "Den nehmen wir gleich mit weg, sonst stehen wir in naher Zukunft wieder hier und beraten, weil der Pilz sich dort auch schon ausgebreitet hat." Und so wird dieses Zwillingsgewächs nun komplett von Neuanpflanzungen ersetzt. "Wir werden hier auf dem Gelände fünf neue, schöne Parkbäume pflanzen", versprach Kathrin Gottschalk, die zuständige Mitarbeiterin aus dem Rathaus.

Zweite Station war die Lindnerstraße in Taucha. Auch hier stellte Kempe seinen Zuhörern jene vier Bäume vor, bei denen die Standsicherheit nicht mehr gegeben sein soll. Das hätten die Untersuchungen ergeben. Vor allem an den Stammfüßen seien große Schäden zu verzeichnen. An einem Baum gibt es aber auch einen Schaden, der durch ein Fahrzeug verursacht worden war. Der Baum hatte es selbst nicht mehr mit seinen Rinden-Auswülstungen geschafft, die schadhafte Stelle zu schließen, und so begann der Fäulnisprozess. Bei allen vier vorgestellten Bäumen stimmten die Ausschussmitglieder einer Fällung zu.

"Wir haben 90-jährige Linden am Straßenrand. Es ist zu befürchten, dass künftig weitere Bäume weichen müssen. Sie haben die Standzeiterwartung erreicht", blickte Gottschalk voraus. Es mache deshalb auch Sinn, wo nötig, Tauchas Baumbestand abschnittsweise umzubauen und zu verjüngen. Mit Neuanpflanzungen würde sich wieder ein einheitliches Straßenbild ergeben. Als Beispiel nannte Gottschalk die Umbaumaßnahme am Markt. In dem Fall hatte es anfangs teils heftige Kritik an der geplanten Erneuerung des Baumbestandes gegeben. Bei spontanen Nachfragen äußerten sich Marktbesucher gegenüber der LVZ nun durchweg positiv und bezeichneten die Umgestaltung als gelungen. Olaf Barth

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.11.2013
Olaf Barth

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