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Taucha Kreuzung bleibt B-87-Nadelöhr
Region Taucha Kreuzung bleibt B-87-Nadelöhr
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14:21 19.05.2015
Tägliches Bild an dieser Nadelöhr-Kreuzung: Die Ampeln für den Verkehr auf der abbiegenden Hauptstraße stehen längst auf Rot, doch frei ist die Kreuzung für Fußgänger noch nicht. Dabei zeigt deren Ampel schon längst Grün an. Quelle: Olaf Barth

Denn zunehmend stehen sie auch außerhalb des Berufsverkehrs in Rückstaus und müssen viel Geduld mitbringen. Einer der Knackpunkte dabei ist die Kreuzung Leipziger-/Sommerfelder-/Graßdorfer Straße. Zumal hier der Verkehr mit einer alten Ampelanlage geregelt wird, die seit Jahren am Limit ihrer Leistungsfähigkeit agiert.

LVZ-Leser hatten sich beschwert, dass zum wiederholten Male einer der Drücker an der Fußgängerampel nicht funktioniere. Trotz Hinweisen an Behörden tue sich nichts, die Passanten würden aufgrund ausbleibender Grünphase bei Rot über die viel befahrene Straße huschen, was besonders für Schulkinder sehr gefährlich sei. Einen Tag nach einer entsprechenden LVZ-Anfrage an das Landratsamt Nordsachsen wurde dieser Mangel von einem Mitarbeiter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) abgestellt. Durch diesen Vorfall rückte die Kreuzung als Ganzes erneut in den Blickpunkt. Denn für Fußgänger entstehen weitere brenzlige Situationen, wenn sie an der Ecke Graßdorfer Straße die B 87 Richtung Tauchas Altstadt überqueren wollen. Die Pause zwischen der auf Rot springenden Ampel bei den Autofahrern und dem Grün für Fußgänger reicht nicht einmal, um die Zahl 21 auszusprechen. Besonders wenn im dichten Verkehr Kraftfahrer heranbrausen, um noch auf den letzten Drücker bei "Dunkelgelb" die scharfe Kurve Richtung Leipzig zu nehmen, müssen Fußgänger höllisch aufpassen, nicht gleich bei Grün loszulaufen. "Ich schaue selbst mehr auf Autos und Autofahrer-Ampel und verlasse mich an dieser Stelle nicht auf das Fußgänger-Grün", gab auch Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD) zu.

Doch das Lasuv sieht hier keinen Handlungsbedarf. "Die Lichtsignalanlage ist derzeit in einem verkehrssicheren, technisch funktionsfähigen Zustand. Eine durchgeführte Prüfung der Schaltzeit für die Fußgängerquerung ergab, dass zwischen den jeweiligen Grünphasen für den Kfz-Verkehr ,Eilenburg-Leipzig' und den Fußgängerverkehr ,Portitzer Straße-Innenstadt Taucha' eine richtliniengerechte und ausreichende Schutzzeiteinstellung besteht", teilte Peter Welp vom Lasuv auf LVZ-Anfrage mit. Gleichzeitig erwähnte er, dass Veränderungen an den Schutzzeiten an dem stark verkehrsbelasteten Knoten zu "massiven Leistungsfähigkeitseinbußen" führen würden. Eine Änderung könne daher nicht vorgenommen werden. Das Hauptproblem liege offensichtlich im teilweise regelwidrigen Verhalten von Verkehrsteilnehmern mit Fahren bei "Dunkelgelb".

An der unbefriedigenden Verkehrssituation an dieser Kreuzung wird sich in absehbarer Zeit wohl nichts ändern. Frühestens mit der für 2016 bis 2018 geplanten Eisenbahnunterführung in der Portitzer Straße könnte sich vielleicht auch im nahen Kreuzungsbereich etwas tun. Der ursprünglich bis Ende 2011 geplante Ausbau dieser Kreuzung war daran gescheitert, dass Taucha den Eigenanteil in Höhe von rund einer Million Euro nicht bereitstellen konnte und 2010 den Rückzug antrat. Auch aktuell sind dafür keine Gelder im Haushalt eingeplant. "Der Kreuzungsausbau einschließlich Graßdorfer Straße bis Graßdorfer Straße/Bahnübergang ist bereits seit 2010 vergabereif fertig geplant. Bis zu einer notwendigen, derzeit aber nicht vorliegenden Finanzierungs- und Ausbauerklärung der Stadt, die sich an den Kosten wegen der Erneuerung von Gemeindestraßen und Gehwegen beteiligen muss, sind keine Ausbaumaßnahmen möglich", informierte Welp.

Eine zwischenzeitliche Erneuerung der Lichtsignalanlage sei nicht zielführend, da dabei ebenfalls die Stadt kostenbeteiligt wäre. Zudem müssten große bauliche Eingriffe in Fahrbahnen und Gehwege erfolgen, die bei einem späteren Ausbau wieder umfassend zu ändern wären. "Die Lichtsignalanlage wird bei möglichen weiteren Defekten entsprechend instandgesetzt", versprach Welp.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.05.2014
Olaf Barth

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