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Taucha Kreyßig erinnert an Leiden der Zwangsarbeiter
Region Taucha Kreyßig erinnert an Leiden der Zwangsarbeiter
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14:01 28.01.2019
Auch Schüler und Lehrer des Tauchaer Geschwister-Scholl-Gymnasiums legten einen Kranz nieder. Quelle: Foto: Olaf Barth
Taucha

In seiner Ansprache erinnerte Kreyßig unter anderem auch an das Schicksal der etwa 5000 Zwangsarbeiter, die in mehr als 20 Lagern im Stadtgebiet und in der Umgebung für die Kriegsindustrie arbeiten und körperlich schwere und gesundheitsschädigende Tätigkeiten verrichten mussten. So habe es in der heutigen Matthias-Erzberger-Straße ein Außenlager des KZ Buchenwald gegeben. Aufgrund unzulänglicher Bekleidung und Lagerhygiene wurden viele der Häftlinge krank und starben.

Demokratie bewahren und verbessern

Mit Blick auf die Gegenwart meinte Kreyßig, dass der Ausspruch „Währet den Anfängen“ zur Worthülse verkommt, „wenn der Rechtsstaat den braunen Spuk nicht mit all seinen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft und ihm ein baldiges Ende bereitet“. Man müsse den Jüngeren helfen, Rassismus und Totalitarismus in den Anfängen zu erkennen. „Gerade weil wir erfahren haben, wozu Diktaturen fähig sind, müssen wir unsere Demokratie bewahren, verbessern und gegen ihre Feinde verteidigen“, so der 74-Jährige. Es käme auf rechtzeitige Gegenwehr an. „Wer bei anstehenden Wahlen sein Kreuz hinter Namen von Rechtspopulisten setzt, muss sich später vielleicht den Vorwurf gefallen lassen, sich mitschuldig gemacht zu haben“, sagte Kreyßig und schloss mit dem Satz: „Wir sind nicht verantwortlich für das, was geschah, aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“

Kranzniederlegung und Schweigeminute

Vertreter der evangelischen, katholischen und neuapostolischen Kirchgemeinden sprachen im Anschluss ein gemeinsames Fürbittgebet. Unter den Teilnehmern waren auch viele Vertreter aus den Ortsverbänden der Parteien und Stadtratsfraktionen. Ebenso waren Vertretungen der Oberschule Taucha und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums gekommen, um Kränze niederzulegen und mit einer Schweigeminute der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Gerade auch mit Blick auf die jungen Leute und kommende Generationen hatte Kreyßig gefordert, wachsam zu sein und nicht erst aktiv zu werden, wenn es zu spät ist.

Auch in anderen Orten des Leipziger Umlandes fanden Gedenkveranstaltungen und Kranzniederlegungen statt, so auch in Schkeuditz, Markkleeberg und Markranstädt.

Von Olaf Barth

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