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Kur für Manteuffel-Denkmal?

Kur für Manteuffel-Denkmal?

Während die wilden Ranken dem grünlichen Stein des Bogue- Denkmals das gewisse Etwas verpassen, ist der Glanz des Gedenkortes zu Ehren des russischen Generals von Manteuffel auf dem Tauchaer Friedhof längst verblasst.

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Jürgen Ullrich (rechts) macht sich für die Sanierung der beiden Tauchaer Völkerschlacht-Denkmäler stark. Ihm zur Seite stehen Restaurator Markus Gläser (Zweiter von rechts) und Pfarrer Christian Gottfried Edelmann (links).

Quelle: Alexander Bley

Taucha. Bis 2013, so lautet das ehrgeizige Ziel von Jürgen Ullrich, soll sich das ändern. Dann sollen die beiden Denkmäler in neuem Glanze strahlen.

Die kyrillischen, als auch die lateinischen Buchstaben im weißen Marmor verblassen zusehends. Erst beim genauen Hinschauen kann der Betrachter erkennen, wem die Inschrift gewidmet ist: Gotthard Johann von Manteuffel. Der russische Generalleutnant als auch der britische Captain Richard Bogue wurden während der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813 tödlich verletzt ins Lazarett nach Taucha verbracht und dort auch wenige Tage später zu Grabe getragen. Daran erinnern noch heute die beiden Denkmäler, die jeweils von privater Hand gestiftet wurden. Während der schlichte Bogue-Quader von britischen Kaufleuten gespendet wurde, legte die Witwe Manteuffels mehr Wert auf glamouröse Schönheit. Der weiße, zweisprachig beschriebene Gedenkstein aus Marmor ruht unter einem Dach auf weißen Säulen, die teilweise sogar vergoldet wurden. Die weiße Farbe aber blättert mehr und mehr, Nässe bahnt sich in den Fugen ihren Weg, reißt diese immer mehr auf. „Eine Fünf wäre das als Schulnote“, beschreibt Friedhofsmeister Sven Ahnicke den Zustand des Denkmals. Eines, das dringend überdacht werden muss, geht es nach Jürgen Ullrich.

Vor vier Jahren wurde deswegen Restaurator Markus Gläser beauftragt, ein umfangreiches Gutachten zu erstellen. 37 000 Euro sollten für die Sanierung im Haushalt vorgehalten werden und im vergangenen Jahr die Restaurierung angegangen werden. Das blieb aus. „Still ruht der See“, kommentiert Ullrich, der aber auch verstehen kann, dass die Denkmalsanierung nicht der „Nabel des Tauchaer Haushaltes“ sein kann. Was fehlt ist das übliche Kleingeld.

Deswegen will Ullrich nun einen anderen Weg gehen, die Sanierung mit Spendengeldern vorantreiben. Das Vorhaben hat er kürzlich Bürgermeister Holger Schirmbeck und seinen Begleitern Petra Winkler und Elke Böttcher auf dem Friedhof erläutert. An seiner Seite wähnt Stadtrat Ullrich Pfarrer Christian Gottfried Edelmann und den Restaurator Markus Gläser. Auch Verleger Dieter Nadolski, die Mitglieder des Kunst- und Kulturvereins, des Schloss-Fördervereins und des Heimatvereins sowie FDP-Mitglieder sind mit im Boot. „Es wird kein neuer Verein gegründet. Vielmehr geht es darum, dass sich möglichst viele Vereine, Organisationen und Einrichtungen Gedanken machen, nach Möglichkeiten zu suchen, etwas Geld aufzubringen“, beschreibt Ullrich die Aktion. „Die Resonanz ist erstaunlich“, sagt er weiter, „ich hoffe das die Aktion zum Selbstläufer wird, so der Koordinator des Spendenaufrufs. Spätestens im Herbst 2013 sollen die beiden Denkmäler saniert sein. Genau 200 Jahre nach der Völkerschlacht bei Leipzig. „Die Frage ist, wo wollen wir bei der Restaurierung und Ertüchtigung hin?“, stellt Gläser in den Raum. „Manche Denkmäler leben vom Charme des Überwachsens. Oder wollen wir die Form wieder komplett herstellen?“

Das etwas getan werden muss, um das Aufbrechen des Marmors aufzuhalten, ist sich auch Schirmbeck bewusst. „es muss eine klare Zielstellung formuliert werden“, fordert das Stadtoberhaupt, der Ullrichs Vorstoß unterstützt. Bei Fördermitteln ist Schirmbeck nicht optimistisch: „Ich denke wir müssen uns auf unsere eigene Kraft verlassen.“

Dementsprechend wird ein Spendenkonto eingerichtet. Die nötigen Behördengänge erfolgen im Januar und Februar. „Und vielleicht findet sich ein russischer Oligarch, der uns unterstützt.“ sagt der Bürgermeister abschließend. Aber darauf hofft man in Taucha schon lange.Alexander Bley

Alexander Bley

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