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Landratsamt plant in Taucha Unterkünfte für Asylbewerber

Informationen aus dem Stadtrat Landratsamt plant in Taucha Unterkünfte für Asylbewerber

Das Thema Flüchtlinge und Asylbewerber stand am Donnerstagabend ganz oben auf der Tagesordnung der öffentlichen Stadtratssitzung in Taucha. Zahlreiche Zuhörer füllten den Ratssaal, um die neuesten Informationen dazu zu erhalten und Fragen zu stellen. Aus dem Landratsamt war mit Angelika Stoye die für Asylfragen zuständige Dezernentin gekommen.

In dieser Gewerbe-Immobilie an der Portitzer Straße will das Landratsamt 70 Asylbewerber unterbringen.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Das Thema Flüchtlinge und Asylbewerber stand am Donnerstagabend ganz oben auf der Tagesordnung der öffentlichen Stadtratssitzung in Taucha. Zahlreiche Zuhörer füllten den Ratssaal, um die neuesten Informationen dazu zu erhalten und Fragen zu stellen. Aus dem Landratsamt Nordsachsen war mit Angelika Stoye die für Asylfragen zuständige Dezernentin gekommen. Erstmals benannte sie alle Standorte in Taucha, zu denen das Landratsamt mit Eigentümern Gespräche führt, um Kapazitäten für die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern zu schaffen.

„Wir suchen in der Stadt intensiv nach Möglichkeiten und haben uns am Mittwoch zum ersten Mal ein weiteres Objekt angeschaut, in dem 70 Menschen untergebracht werden könnten. Es handelt sich um Gebäude in der Portitzer Straße 69 c und 69 d“, gab Stoye bekannt. Man stehe da aber ganz am Anfang, es gebe Vorgespräche, aber noch keine unterschriebenen Verträge. Im Gästehaus am Pumpenwerk sollen zum Jahresende 18 Personen einziehen. Weiterhin soll eine Sammelunterkunft für 240 Menschen in der Gießereistraße neben Multipolster gebaut werden. Auf Nachfrage aus der Bürgerschaft informierte Bürgermeister Tobias Meier (FDP) über eine weitere Unterkunft in Sehlis, wo bis zu 20 Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern und Angehörige unterwegs sind, ein Quartier erhalten sollen. Dazu gab es gestern Abend in Sehlis eine Einwohnerversammlung. Träger dieser Maßnahme seien aber nicht Taucha oder der Landkreis, sondern das Jugendamt Leipzig.

Laut Meier leben in Taucha derzeit 64 Asylbewerber, vorwiegend Familien, die dezentral untergebracht sind. Doch das Angebot an Wohnungen sei begrenzt, maximal 95 Menschen könnten so versorgt werden. Wie viele Personen insgesamt der Stadt zugewiesen werden können, regelt für Städte und Gemeinden der sogenannte Königsteiner Schlüssel. Demnach sind das 1,5 Prozent der Einwohnerzahl, sodass die Stadt Taucha dieses Jahr insgesamt 219 Personen aufnehmen müsste. Im nächsten Jahr könnten weitere 219 Flüchtlinge hinzu kommen, da der Verteilerschlüssel von 1,5 auf 3,0 Prozent angehoben wird.

Im Landkreis Nordsachsen leben aktuell 1534 Asyl suchende Menschen, weitere 877 werden noch bis Jahresende erwartet. Bisher sind fast 72 Prozent der Flüchtlinge im Landkreis in Wohnungen untergebracht, so Stoye. Sie appellierte mehrfach: „Wer Wohnraum zur Verfügung stellen kann, teile es uns bitte mit.“ Zu den bisherigen Sammelunterkünften in Delitzsch, Oschatz, Rackwitz, Torgau und Dölzig würden in Kürze weitere folgen müssen. Allein in diesem Jahr müssten 1987 Menschen untergebracht werden, das sind viermal mehr als noch 2012.

Stoye berichtete von begleitenden Sozial-Maßnahmen wie Deutsch-Unterricht für Asylbewerber, Schulanlaufberatungen und Patenschaften. Insgesamt wurden sieben Stellen für Flüchtlings-Sozialarbeiter geschaffen. Der Bürgermeister zählte für Taucha zudem private Initiativen mit Unterstützung der Verwaltung zur Betreuung von Flüchtlingen auf. Pfarrer Christian Edelmann von der evangelischen Kirchgemeinde St. Moritz berichtete unter anderem von Zusammenkünften mit Ausländern im Café International.

Die Fragen der Zuhörer im Ratssaal hatten vor allem die Sicherheit zum Inhalt und richteten sich an die Vertreter der Polizei. So wurde die Wiedereröffnung des Polizeirevieres in Taucha gefordert. Doch dem mussten der Leiter des Revieres Leipzig-Nord, Axel Palitzsch sowie Polizeidirektor Jens Galka mit Verweis auf die Polizeireform des Freistaates und dem damit verbundenen Personalabbau eine Absage erteilen. Die Reform werde derzeit aber hinterfragt. „Wenn etwas passiert, sind wir da“, versprach Palitzsch. Er sagte aber auch, dass nicht alle Einrichtungen überwacht werden könnten.

Von Olaf Barth

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