Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Taucha Laptop und Schlüssel im Fundbüro: „So etwas vermisst man doch“
Region Taucha Laptop und Schlüssel im Fundbüro: „So etwas vermisst man doch“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 21.06.2011
Fundstück: Christiane Kasper mit einem fast neuen Laptop. Quelle: Benjamin Böhme
Anzeige
Taucha

Im August werden einige Sachen versteigert.

So voll wie derzeit war die Garage, in der die Stadt herrenlose Fundgegenstände aufbewahrt, schon lange nicht mehr. Jede Menge Fahrräder, Schlüssel und Brillen warten auf ihre rechtmäßigen Besitzer. Auch ein fast neuer, grauer Laptop ist unter den Fundgegenständen. Er ist wohl etliche 100 Euro wert. Eine analoge Kompaktkamera ohne Film, aber inklusive Batterie, lagert auch noch hier. Genauso wie ein rotes Modellrennauto und ein modernes Smartphone von Samsung. „Ich verstehe nicht, warum die Dinge nicht abgeholt werden“, sagt Christiane Kasper, die Chefin des Fundbüros. An jedem der Gegenstände gibt ein gelbes Pappzettelchen Auskunft über Fundort und Finder. Besonders wundert sie sich über einen abgeschabten Autoschlüssel für einen Opel, der in einem knallroten Brillenetui gefunden wurde. „So etwas vermisst man doch“, sagt sie.

Am 27. August kommen 36 Gegenstände, darunter allein 20 Fahrräder, unter den Hammer. Über ein halbes Jahr hat niemand nach ihnen gefragt, sie niemand vermisst. Nach der Auktion kann der ursprüngliche Eigentümer maximal noch den Versteigerungserlös bekommen. „Besser ist es deshalb, sich rechtzeitig im Rathaus zu melden“, rät Kasper. Dort müsse man lediglich glaubhaft machen, dass man der Eigentümer sei. Das könne man beispielsweise dadurch machen, dass man den Gegenstand genau beschreiben kann oder die Herstellungsnummern kennt. Bevor man das liebe Gut dann wieder in den Händen halten darf, werden noch fünf Euro Verwaltungsgebühr fällig und es wird geprüft, ob eine Versicherung für den Verlust schon eingesprungen ist. Dann habe die Assekuranz unter Umständen einen Herausgabeanspruch, sagt Kasper.

Seit 1994 ist sie die Herrin des Fundbüros und beobachtet einen Trend: Es werden immer weniger Dinge abgegeben. Sie glaubt jedoch nicht, dass auch weniger verloren geht. „Ich denke vielmehr, dass die Anzahl der ehrlichen Finder abnimmt“, sagt sie. Dabei kann das Behalten von fremden, verlorenen Gegenständen sogar strafbar sein, da der wahre Eigentümer seine Rechtsposition regelmäßig nicht aufgegeben hat - anders als beispielsweise bei einer im Zug absichtlich zurück gelassenen Zeitung.

Wer meint, einen seiner Gegenstände wiederzuerkennen, kann sich unter Telefon 034298 700 oder direkt im Zimmer 1 im Tauchaer Rathaus in der Schloßstraße melden.Ben

Benjamin Böhme

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Tauchaer Sozialdemokraten setzten sich bei der Frage einer B87n für eine Nordumfahrung unter Verwendung vorhandener Straßen ein. Das geht aus einer jetzt verbreiteten Erklärung der Partei hervor.

21.06.2011

Eine Plattform für die Naturschützer der Region sollte er werden, der erste Umweltmarkt in der Kulturscheune im Tauchaer Rittergutsschloss. Doch nur gut zwei Dutzend Leute folgten am letzten Wochenende der Einladung des Naturschutzbundes (Nabu).

20.06.2011

40 Liter Gulaschsuppe dampften und blubberten in dem stählernen Kessel. Flaschenweise wurde Rotwein entkorkt. Minnesang hallte über den Schlosshof. Recht mittelalterlich mutete das Spektakel auf dem Rittergutsschloss in Taucha am vergangenen Wochenende an.

20.06.2011
Anzeige