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Laptop und Schlüssel im Fundbüro: „So etwas vermisst man doch“

Laptop und Schlüssel im Fundbüro: „So etwas vermisst man doch“

Im städtischen Fundbüro türmen sich derzeit herrenlose Gegenstände. Darunter ein fast neuer Laptop, jede Menge Schlüssel und ein Haufen Brillen. Wer meint, ihm gehört etwas davon, muss sich melden.

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Fundstück: Christiane Kasper mit einem fast neuen Laptop.

Quelle: Benjamin Böhme

Taucha. Im August werden einige Sachen versteigert.

So voll wie derzeit war die Garage, in der die Stadt herrenlose Fundgegenstände aufbewahrt, schon lange nicht mehr. Jede Menge Fahrräder, Schlüssel und Brillen warten auf ihre rechtmäßigen Besitzer. Auch ein fast neuer, grauer Laptop ist unter den Fundgegenständen. Er ist wohl etliche 100 Euro wert. Eine analoge Kompaktkamera ohne Film, aber inklusive Batterie, lagert auch noch hier. Genauso wie ein rotes Modellrennauto und ein modernes Smartphone von Samsung. „Ich verstehe nicht, warum die Dinge nicht abgeholt werden“, sagt Christiane Kasper, die Chefin des Fundbüros. An jedem der Gegenstände gibt ein gelbes Pappzettelchen Auskunft über Fundort und Finder. Besonders wundert sie sich über einen abgeschabten Autoschlüssel für einen Opel, der in einem knallroten Brillenetui gefunden wurde. „So etwas vermisst man doch“, sagt sie.

Am 27. August kommen 36 Gegenstände, darunter allein 20 Fahrräder, unter den Hammer. Über ein halbes Jahr hat niemand nach ihnen gefragt, sie niemand vermisst. Nach der Auktion kann der ursprüngliche Eigentümer maximal noch den Versteigerungserlös bekommen. „Besser ist es deshalb, sich rechtzeitig im Rathaus zu melden“, rät Kasper. Dort müsse man lediglich glaubhaft machen, dass man der Eigentümer sei. Das könne man beispielsweise dadurch machen, dass man den Gegenstand genau beschreiben kann oder die Herstellungsnummern kennt. Bevor man das liebe Gut dann wieder in den Händen halten darf, werden noch fünf Euro Verwaltungsgebühr fällig und es wird geprüft, ob eine Versicherung für den Verlust schon eingesprungen ist. Dann habe die Assekuranz unter Umständen einen Herausgabeanspruch, sagt Kasper.

Seit 1994 ist sie die Herrin des Fundbüros und beobachtet einen Trend: Es werden immer weniger Dinge abgegeben. Sie glaubt jedoch nicht, dass auch weniger verloren geht. „Ich denke vielmehr, dass die Anzahl der ehrlichen Finder abnimmt“, sagt sie. Dabei kann das Behalten von fremden, verlorenen Gegenständen sogar strafbar sein, da der wahre Eigentümer seine Rechtsposition regelmäßig nicht aufgegeben hat - anders als beispielsweise bei einer im Zug absichtlich zurück gelassenen Zeitung.

Wer meint, einen seiner Gegenstände wiederzuerkennen, kann sich unter Telefon 034298 700 oder direkt im Zimmer 1 im Tauchaer Rathaus in der Schloßstraße melden.Ben

Benjamin Böhme

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Von Redakteur Benjamin Böhme

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